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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Elefantengras als erneuerbare Energiequelle? (G-SIG: 11005067)

Gründe für die Nichtgewährung von Förderungsmitteln für Elefantengras als erneuerbare Energiequelle in der Oberpfalz im Haushaltsjahr 1990, Förderung etwaiger Ersatzprojekte, Gründe für den unterschiedlichen Bescheid gegenüber zwei Antragstellern im Jahr 1988, Veränderungen des Landschaftsbilds bei großflächigem Anbau, Energieverluste durch Bearbeitung und Transport zum Einsatzort, Einsatzmenge von Stickstoffdünger, Umweltverträglichkeitsprüfung für Energiepflanzen

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Datum

20.03.1990

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/654819.02.90

Elefantengras als erneuerbare Energiequelle?

der Abgeordneten Dr. Daniels (Regensburg), Kreuzeder und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Im Jahr 1988 wurden dem „Verein zur Förderung der Agrarenergie e.V." Förderungsmittel in Höhe von mehreren Hunderttausend DM zur Erprobung von Elefantengras als erneuerbare Energiequelle zur Verfügung gestellt. Das C4-Schilfgewächs wurde in der Region der Oberpfalz (Bayern) angebaut.

In den Beratungen des Haushaltsausschusses für 1990 wurde eine Förderung dieses Projektes nicht mehr befürwortet.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen13

1

Bedeutet die Nichtgewährung von Förderungsmitteln für Elefantengras als erneuerbare Energiequelle ein Scheitern des Projektes in der Oberpfalz?

Wenn ja, worauf läßt sich dieses Scheitern zurückführen?

2

Trifft es zu, daß die Anbaubedingungen, die zur Erprobung des Projektes gewählt wurden, denkbar ungünstig waren?

3

Ist der Bundesregierung bekannt, daß das Projekt Elefantengras als erneuerbare Energiequelle von Herrn Dr. Ständer vom Polytechnischen Institut in München entwickelt wurde?

4

Ist der Bundesregierung weiter bekannt, daß andere sich dieses Projektes eigenmächtig bedient und die Entdeckung in der Öffentlichkeit für sich in Anspruch genommen haben (siehe Zeit-Artikel vom 2. Dezember 1988)?

5

Trifft es zu, daß Herr Dr. Ständer vom Polytechnischen Institut in München Förderungsmittel für sein Modellvorhaben mit Elefantengras beantragt hat, daß ihm diese Förderungsmittel jedoch verweigert wurden?

6

Trifft es zu, daß der „Verein zur Förderung der Agrarenergie e.V.", dessen Gründungsmitglied der Abgeordnete Fellner (CDU/CSU) ist, ebenfalls Förderungsmittel für den Modellversuch mit Elefantengras beantragt und diese auch erhalten hat, und wenn ja, in welcher Höhe?

7

Wie begründet die Bundesregierung ihre unterschiedliche Haltung gegenüber zwei verschiedenen Antragstellern bezüglich der gleichen Angelegenheit?

8

Gibt es für das Haushaltsjahr 1990 Ersatzprojekte für das Elefantengras, für die die Bundesregierung Förderungsmittel zur Verfügung stellt, und wenn ja, welche?

9

Bei großflächigem Anbau von C4-Pflanzen sind erhebliche Veränderungen des Landschaftsbildes zu erwarten.

Wie bewertet dies die Bundesregierung?

10

Welche Verbrennungsprodukte können entstehen in Verbrennungsanlagen, die mit originaler Biomasse befeuert werden?

11

Wie hoch ist der Prozentsatz an Energieverlusten durch die Bearbeitung (z. Zerfaserung, Trocknung) und den Transport (großes Volumen) von C4-Pflanzen zum Ort des Energieeinsatzes?

12

Wie hoch wird der zu erwartende Einsatz von N 2 -Dünger/ha für den C4-Pflanzenanbau sein?

13

Ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Energiepflanzen durchgeführt worden?

Bonn, den 19. Februar 1990

Dr. Daniels (Regensburg) Kreuzeder Hoss, Frau Schoppe, Frau Dr. Vollmer und Fraktion

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