Umwelt- und sozialpolitische Bilanz von Baumwoll- und Höschenwindeln
der Abgeordneten Frau Hensel und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Das ökologische Profil der Höschenwindel ist - vor allem unter entsorgungstechnischen Aspekten — in der öffentlichen Diskussion. Die Höschenwindel trägt ca. ein-Gew.-Prozent zum bundesrepublikanischen Hausmüllaufkommen bei. Vom Umweltbundesamt wurde der Anteil sogar mit 2,4-Gew.-Prozent beziffert (UBA; Vergleich der Umweltauswirkungen von Polyäthylen- und Papiertragetaschen).
Die „Höschenwindelhausmüllfraktion" ist nicht unerheblich mit Polyäthylen, Polypropylen und Polyacrylat belastet. Rund 0,6 Prozent des gesamten Kunststoffverbrauchs der Bundesrepublik Deutschland finden sich in der Höschenwindel (zit. nach R. Lentz et al: Vergleichende Umweltbilanzen für Produkte am Beispiel von Höschen- und Baumwollwindeln).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Wo sieht die Bundesregierung die sozialen und wirtschaftlichen Ursachen für die schnelle Verbreitung, die die Höschenwindel seit ihrer Markteinführung gefunden hat?
Wie beurteilt die Bundesregierung den Verbreitungsgrad der Höschenwindel in der Bundesrepublik Deutschland im europäischen und internationalen Vergleich; d. h. Kontext in unterschiedlichen Kulturen und unter verschiedenen wirtschaftlichen Bedingungen?
Sieht sich die Bundesregierung in der Lage, Baumwoll- und Höschenwindeln im Sinne einer vergleichenden Produktlinienanalyse zu bewerten?
Mancherorts wurde ein sogenannter Windel-Service eingerichtet. Verbraucherinnen werden durch diese Einrichtungen dazu aufgefordert, vom Einweghöschen auf die Mehrweg-Windel umzusteigen. Wie beurteilt die Bundesregierung die arbeitsmarktpolitischen Impulse, die eine Wiedereinführung der Baumwollwindel mit sich bringen könnte?