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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Strahlenuntersuchungen bei der Deutschen Bundesbahn (G-SIG: 11005095)

Anzahl der Atomtransporte, Meßergebnisse, Transporte mit frischen Brennelementen überwiegend per LKW, Lieferung über den Hamburger Hafen

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

05.06.1990

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/683827. 03. 90

Strahlenuntersuchungen bei der Deutschen Bundesbahn

der Abgeordneten Frau Wollny und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Nach Informationen der Presse werden seit geraumer Zeit im Bereich der Deutschen Bundesbahn dosimetrische Überwachungen von Bahnbediensteten vorgenommen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen13

1

Aus welchem Grund erfolgen diese Untersuchungen, was genau wird dabei untersucht?

2

An welchen Orten werden diese Überwachungen durchgeführt, welcher Personenkreis ist davon betroffen, um wie viele Beschäftigte je Dienststelle/Ort und im gesamten Bundesgebiet handelt es sich?

3

Welche Meßgeräte werden bei der Untersuchung aus welchen Gründen und an welchen Orten benutzt?

4

Nach welchen Kriterien sind die jeweiligen Orte ausgewählt worden, wer war an dieser Entscheidung beteiligt?

5

Wenn für die Entscheidung der Untersuchungsorte die Häufigkeit von Transporten mit radioaktiven Stoffen eine Rolle gespielt hat: Wie sind die Zahlen über Atomtransporte ermittelt worden, wie viele Atomtransporte sind an den jeweiligen Orten in welchen Zeiträumen registriert worden, und um welche Stoffe handelt es sich dabei?

6

Sollten Personalräte oder die Gewerkschaften bei der Auswahl der Orte beteiligt worden sein, setzt dies eine umfassende Information durch die Deutsche Bundesbahn über Transport-häufigkeit/transportierte Stoffe/Strahlungsintensität und vieles mehr voraus: In welcher Weise ist dies geschehen, und welche Informationen und Daten wurden seitens der Deutschen Bundesbahn zur Verfügung gestellt, damit eine Entscheidung durch Personalräte oder Gewerkschaften oder andere Entscheidungsträger sachbezogen getroffen werden konnte?

7

Wann wurde mit der Untersuchung begonnen, wann soll sie beendet sein, und wann wird ein Ergebnis vorliegen?

8

In welcher Form wird die Öffentlichkeit über die Ergebnisse unterrichtet?

9

Werden die genauen Meßergebnisse allen Bahnbediensteten, den Personalräten und/oder den Gewerkschaften zugänglich gemacht?

10

Wer bzw. welche Institution ist mit der dosimetrischen Überwachung und Auswertung beauftragt?

11

Wie viele Transporte mit radioaktiven Stoffen auf der Schiene sind der Bundesregierung für 1989 bekannt, wie viele davon stammen aus der Atomenergienutzung bzw. -industrie und wie viele aus dem pharmazeutischen/medizinischen Bereich?

12

Transporte mit frischen Brennelementen finden noch immer überwiegend per LKW auf Straßen statt.

Aus welchen Gründen ist eine Verlagerung auf die Schiene bisher unterblieben?

Beabsichtigt die Deutsche Bundesbahn eine solche Verlagerung?

Wenn ja, in welcher Form soll dies wann geschehen?

Wenn nein, warum nicht?

13

Die Brennelement-Fabriken der Siemens AG liefern über den Hamburger Hafen frische Brennelemente nach Schweden, während umgekehrt die schwedische Brennelement-Fabrik ABB frische Brennelemente für bundesdeutsche Atomkraftwerke liefert.

Hält die Bundesregierung diese Transporte im Sinne des Minimierungsgebotes für sinnvoll?

Wenn ja, aus welchen Gründen?

Wenn nein, was unternimmt die Bundesregierung, um derartige Transporte zu unterbinden bzw. einzuschränken?

Bonn, den 27. März 1990

Frau Wollny Hoss, Frau Schoppe, Frau Dr. Vollmer und Fraktion

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