Geschäft mit Patenschaftsvermittlungen
der Abgeordneten Frau Hensel und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Vorbemerkung
In der Bundesrepublik Deutschland werben verschiedene Organisationen mit der Vermittlung von Patenschaften für Kinder in der sogenannten Dritten Welt. Viele Bundesbürger haben in diesem Zusammenhang langfristige Spendenzahlungen geleistet, in der Hoffnung, damit ein gutes Werk zu tun. Wie aus Presseberichten zu entnehmen ist, haben Bundesbürger z. T. mehrere Jahre lang monatliche Spenden an als gemeinnützig anerkannte Vereine abgeführt.
Verschiedentlich wird jetzt bekannt (siehe „Stern" 48/89), daß diese Organisationen wie z. B. „World Vision International e. V.", „Deutsches Missionszentrum e. V. " und „Internationaler Hilfsfonds" die eingesammelten Gelder nicht dem angegebenen Zweck zugeführt haben sollen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Ist der Bundesregierung bekannt, wie viele Organisationen und Vereine sich in der Bundesrepublik Deutschland mit der Spendenaquisition für Kinderpatenschaften beschäftigen, und welche sind dies?
Wie viele dieser Organisationen sind als gemeinnützig anerkannt?
Ist der Bundesregierung bekannt, welches Spendenvolumen jährlich durch diese Organisationen für „angebliche" Patenschaften eingesammelt wird?
Sieht sich die Bundesregierung in der Lage, über die Weiterleitung und Verwendung dieser Gelder genauere Angaben zu machen?
Welche Informationen liegen der Bundesregierung über das Wirken der drei in der Vorbemerkung genannten Vereine vor?
Sollte sich bei diesen drei Vereinen der Verdacht auf Spendenbetrug bestätigen, welche Auswirkungen hätte dies auf die Gemeinnützigkeit?
Welche Empfehlung gibt die Bundesregierung den Spendern, um den Verbleib ihrer Spendengelder zu überprüfen?