Rolle der Deutschen Bank zwischen 1933 und 1945
der Abgeordneten Frau Vennegerts und der Fraktion DIE GRÜNEN/Bündnis 90
Vorbemerkung
Laut Pressemitteilungen werden von der Deutschen Bank insgeheim Anstrengungen unternommen, um nach dem 3. Oktober die im zentralen Staaatsarchiv Potsdam lagernden Akten der Deutschen Bank (Altbank) zu übernehmen. Schon jetzt ist ein Teilbestand der Akten, der jahrelang bei dem Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) unter Verschluß gehalten und der Forschung entzogen wurde, nur noch mit Zustimmung der Deutschen Bank zugänglich!
Es handelt sich bei diesen Akten nicht zuletzt um Archivarien, die die Aktivitäten der Deutschen Bank und der mit ihnen verbundenen Unternehmen in der Zeit von 1933 bis 1945 dokumentieren.
Diese Akten geben möglicherweise näheren Aufschluß über die Rolle der Bank bei der Vorbereitung der Kriegswirtschaft und über ihre Beziehung zu den damaligen politischen Machthabern.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen4
Besitzt sie von den oben beschriebenen Anstrengungen der Deutschen Bank Kenntnis?
Wie beurteilt die Bundesregierung diesen Versuch der Vergangenheitsbewältigung?
Ist es richtig, daß innerhalb des Staatsvertrages mit der DDR keine Vorkehrung getroffen ist, um eine derartige Privatisierung von historischem Archivgut zu verhindern?
Gedenkt die Bundesregierung zu intervenieren und dafür Sorge zu tragen, daß das öffentliche Interesse an jenen Dokumenten gewahrt bleibt und uneingeschränkte Zugangsmöglichkeiten für die wissenschaftliche Forschung durch die Überführung der Akten in das Bundesarchiv gewährleistet werden?