Situation der Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik Deutschland
der Abgeordneten Frau Dr. Hickel und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse des Gutachtens des Wissenschaftsrates vom 6. Mai 1983 zur Situation der Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik Deutschland und speziell zur Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung (DGFK)?
Welche der bislang im Rahmen der DGFK geförderten Forschungsprojekte waren wissenschaftlich von minderer Qualität, und in ihrem politischen Gehalt „unausgewogen", und nach welchen Kriterien wird dies bemessen?
a) wissenschaftlich von minderer Qualität,
b) in ihrem politischen Gehalt „unausgewogen", und nach welchen Kriterien wird dies bemessen?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung des Wissenschaftsrates, daß der Forschungsförderungs- und Verbreitungsförderungsarbeit der DGFK insgesamt ein gutes Zeugnis auszustellen ist?
Welche Konsequenzen gedenkt die Bundesregierung daraus zu ziehen, daß bei einem Übergang der Forschungsförderung von der DGFK auf die DFG die Verbreitungsförderung und friedenspolitische Bildungsarbeit in unerträglicher Weise zersplittert und beeinträchtigt wird? Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen dem rapiden Anschwellen der Friedensbewegung in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren und der eklatanten Vernachlässigung friedenspolitischer Bildungsarbeit (etwa in einem „Bürgerdialog" Frieden analog den entsprechenden Vorläufermodellen im Bereich Energie)?
Mit welchen Mitteln gedenkt die Bundesregierung die Friedens- und Konfliktforschung auf Bundesebene zukünftig auszugestalten, und in welchem Verhältnis stehen diese Aufwendungen zu den Bundesaufwendungen für Forschung zu Verteidigungs- und Rüstungszwecken?