Nichtionische Tenside und Abbauprodukte, speziell Alkyl-Phenol-Polyethoxylate (APEO)
des Abgeordneten Dr. Ehmke (Ettlingen) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Eine Forschungsgruppe aus der Schweiz hat in den Abflüssen von Kläranlagen Abbauprodukte von Alkyl-Phenol-Polyethoxylaten (APEO) gefunden, die auf Wasserpflanzen und Tiere hochgiftig wirken sollen. Die APEOs werden in verschiedenen Spezialreinigungsmitteln verwendet. Sie gehören zu den nichtionischen Tensiden, die als waschaktive Substanzen vor allem in Wasch- und Reinigungsmitteln verwendet werden (Umwelt Nr. 94, 21. Februar 1983). Der Bundesinnenminister hat den Hauptausschuß Detergentien um Prüfung des Sachverhaltes gebeten.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Zu welchen Ergebnissen ist der Hauptausschuß Detergentien bezüglich folgender Punkte gekommen:
a) Akute Toxizität für Pflanzen, Tiere und Menschen,
b) chronische Toxizität für Pflanzen, Tiere und Menschen,
c) daraus resultierend ökologische Konsequenzen für das Biosystem Fluß,
d) Bioakkumulation und Persistenz von APEO und seinen Metaboliten?
Nach welchen Methoden wurden die Daten von a) bis d) ermittelt?
Besteht nach Ansicht der Bundesregierung eine Gefahr für die Trinkwassergewinnung durch Uferfiltration an Flüssen mit kommunalen Kläranlagen, und gibt es Untersuchungsergebnisse über die Entfernung dieser Substanzen inklusive Metaboliten bei der Trinkwasseraufbereitung?
In welchen Wasch- und Reinigungsmitteln des bundesdeutschen Marktes werden APEO als waschaktive Substanzen eingesetzt?
Was gedenkt die Bundesregierung zu unternehmen, falls sich nach Frage 1 oder 2 eine Gefährdung ökologischer oder gesundheitlicher Art durch APEO und/oder Metaboliten vermuten läßt?