Abwasserbeseitigung im ländlichen Raum
des Abgeordneten Dr. Ehmke (Ettlingen) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Eine vollständige Sammlung und Reinigung häuslicher Abwässer in ländlichen Regionen der Bundesrepublik Deutschland dürfte bei Intensivierung der Bemühung nach herkömmlichen zentralistischen Konzepten der Abwasserbeseitigungs-Technologie in den nächsten Jahren auch kostenmäßig auf Finanzierungsgrenzen stoßen (Grenzkostenkurve).
Es wäre erforderlich, um auch in ländlichen Bereichen eine zumindestens mechanisch/biologische Abwasserreinigung gewährleisten zu können, hier frühzeitig alternative kostengünstige und den örtlichen Gegebenheiten angepaßte Konzepte zu entwickeln und zu realisieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
An welchen Standorten in der Bundesrepublik Deutschland werden Abwässer in Schilfkläranlagen (nicht Binsenkläranlagen) gereinigt?
Wie lange arbeiten bestehende Schilfkläranlagen bereits und wie viele sind im Bau bzw. in der Planung?
Welche Bundesländer bezuschussen den Bau von Schilfkläranlagen und in welcher Höhe?
Mit welcher Begründung lehnen andere Bundesländer den Bau und die finanzielle Unterstützung ab?
Ist der Bundesregierung bekannt, wie hoch die Rückhalte- und Abbauwerte für Stickstoff- und Phosphorverbindungen, Schwermetalle, Colibakterien, Salmonellen und andere Stoffe in herkömmlichen Anlagen und in Schilfkläranlagen sind?
Sind der Bundesregierung Klagen hinsichtlich der Geruchsbelästigung durch Kläranlagen bekannt, und auf welche Art von Kläranlagen beziehen sich solche Klagen?
Kann die Bundesregierung angeben, wie hoch die Baukosten (Investitionen) einer herkömmlichen Kläranlage und die einer Schilfkläranlage bezogen auf Einwohner und Jahr sind und welche Unterhaltskosten jeweils anfallen, ebenfalls je Einwohner und Jahr?
Wie hoch ist die Lebenserwartung einer herkömmlichen Kläranlage bzw. einer Schilfkläranlage?