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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Mißbräuchliche Verschreibungspraxis von Arzneimitteln (G-SIG: 10001257)

Aussagen des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Dr. Farthmann (NRW), des Toxikologen Prof. Remmer sowie des "Arznei-Telegramms", Analysen des Instituts für medizinische Statistik (IMS), Entwicklung eines Programms "Gespräch statt Pillen"

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit

Datum

08.05.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/134219.04.84

Mißbräuchliche Verschreibungspraxis von Arzneimitteln

der Abgeordneten Frau Schoppe und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Kleine Anfrage

der Abgeordneten Frau Schoppe und der Fraktion DIE GRÜNEN

Mißbräuchliche Verschreibungspraxis von Arzneimitteln

Wir fragen die Bundesregierung:

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Kennt die Bundesregierung die jüngsten Aussagen des nordrhein-westfälischen Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Dr. Farthmann, zu der mißbräuchlichen Arzneimittelverschreibungspraxis der Ärzte?

2

Sind der Bundesregierung die Unterlagen und Detailanalysen des Instituts für medizinische Statistik (IMS) hierzu bekannt?

3

Wie beurteilt die Bundesregierung die offensichtliche Mißbrauchssituation auf dem deutschen Arzneimittelmarkt, und was gedenkt sie zu tun, um eine weitere Gefährdung der Bevölkerung zu verhindern?

4

Teilt die Bundesregierung die Einschätzung des Tübinger Toxikologen Professor Remmer, daß jährlich um 15 000 Menschen durch die Nebenwirkungen von Arzneimitteln zu Tode kommen, und wie gedenkt die Bundesregierung diesem „künstlich erzeugten" Sterben, das mehr Opfer fordert als der Straßenverkehr, künftig vorzubeugen?

5

Teilt die Bundesregierung die Auffassung des unabhängigen Arzneimittelinformationsdienstes („Arznei-Telegramm"), daß um 40 v. H. der Ausgaben, die die gesetzlichen Krankenversicherungen für Arzneimittel leisten, den Versicherten keinen erkennbaren Vorteil bringen?

6

Wie hoch ist — nach Einschätzung der Bundesregierung — dieses 40prozentige vergeudete Volumen?

7

Wäre die Bundesregierung gegebenenfalls bereit, ein Programm „Gespräch statt Pillen" zu entwickeln und umzusetzen?

Bonn, den 19. April 1984

Schoppe Dr. Vollmer und Fraktion

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