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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Bau des Kraftwerkes Reuter-West und einer Kohlevergasungsanlage in Berlin (West) mit Hilfe des Bundes (G-SIG: 10001338)

Bau, Kosten und Subventionierung des Kraftwerks Reuter-West in Berlin, Auswirkungen auf bereits bestehende Strom-Überkapazitäten in Berlin; Planung, Kosten und Subventionierung einer Kohlevergasungsanlage u.a. zur Emissionsverringerung des Ölkraftwerks Lichterfelde, Kostenvergleich mit einer Rauchgasentschwefelungsanlage

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft

Datum

07.06.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/146621.05.84

Bau des Kraftwerkes Reuter-West und einer Kohlevergasungsanlage in Berlin (West) mit Hilfe des Bundes

des Abgeordneten Stratmann und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Kleine Anfrage des Abgeordneten Stratmann und der Fraktion DIE GRÜNEN Bau des Kraftwerkes Reuter-West und einer Kohlevergasungsanlage in Berlin (West) mit Hilfe des Bundes

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

Ist der Bundesregierung bekannt, daß in Berlin (West) mit Hilfe von Subventionen des Bundes der Bau des Kraftwerks Reuter-West geplant ist und sich durch die Inbetriebnahme dieses Kraftwerks die Kraftwerksüberkapazität von Berlin (West) von derzeit rund 40 % auf mindestens 65 % erhöhen würde?

2

Woher rühren die außerordentlich hohen Investitionskosten für Reuter-West von 3 000 DM pro Kilowatt installierter Kraftwerksleistung, die weit über vergleichbaren Investitionskosten anderer Kraftwerke dieses Typs liegen?

3

Trifft es zu, daß nach Inbetriebnahme des Kraftwerks Reuter-West aufgrund der dann vorhandenen riesigen Überkapazität weitere Strompreissteigerungen unvermeidlich sind? Wenn ja, weshalb subventioniert der Bund dann dieses Kraftwerk?

4

Gedenkt die Bundesregierung gegebenenfalls die Subventionen für dieses Kraftwerk zu stoppen, und wie hoch sind die geplanten Subventionen des Bundes für den Bau dieses Kraftwerks?

5

Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, daß ein Konsortium aus BEWAG, GASAG und Klöckner den Bau einer Kohlevergasungsanlage plant, deren Gas in einem 150 MWel Block des 450 MW-Schwerölkraftwerks Lichterfelde eingesetzt werden soll?

6

Aus welchen Gründen erfolgt eine Subventionierung dieses Projekts durch den Bund?

7

Ist es zutreffend, daß diese Kohlevergasungsanlage unter anderem auch deshalb gebaut werden so ll, damit das Kraftwerk die Emissionsgrenzwerte der Großfeuerungsanlagen Verordnung einhalten kann?

8

Wäre der Einbau einer Rauchgasentschwefelungsanlage nicht wesentlich kostengünstiger, um dieses Ziel zu erreichen?

9

Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, daß der Bund 1972 den Bau des Ölkraftwerks Lichterfelde erheblich subventioniert hat und jetzt wieder erhebliche Subventionen gewährt, um zu einer Verringerung des Ölverbrauchs dieses Kraftwerks zu kommen?

10

Ist der Bundesregierung bekannt, daß die Investitionskosten dieser Kohlevergasungsanlage in Höhe von rund 360 Mio. DM ausreichen würden, um ein Kohlekraftwerk mit 150 MWel vollkommen neu zu errichten, und weshalb unterstützt die Bundesregierung trotzdem den Bau dieser Kohlevergasungsanlage?

Bonn, den 21. Mai 1984

Stratmann Schoppe, Dr. Vollmer und Fraktion

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