BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Psychotrope Stoffe in Arzneimitteln (G-SIG: 10001457)

Umsetzung des 1971 ratifizierten Übereinkommens über psychotrope Stoffe (Vienna convention) in der bundesdeutschen Gesundheitspolitik, Suchtpotential bei Arzneimitteln, Untersuchungen über verbrauchte Mengen, Warnhinweise bei Arzneimitteln auf psychotrope Stoffe

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit

Datum

10.07.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/166126.06.84

Psychotrope Stoffe in Arzneimitteln

der Abgeordneten Frau Dr. Hickel und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Psychotrope Stoffe in Arzneimitteln

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Wann und in welchen Schritten gedenkt die Bundesregierung, das 1971 ratifizierte Übereinkommen über psychotrope Stoffe (vienna convention) in der bundesdeutschen Gesundheitspolitik umzusetzen?

2

Wann wird die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) — unter Anwendung der WHO Technical Report Series No 656 von 1981 — durch Erfassung der verbrauchten Mengen von Arzneimitteln und Ermittlung des Verbraucher- und Verordnerkreises das Suchtpotential von Arzneimitteln einzuschätzen versuchen, wozu sie nach § 62 AMG verpflichtet ist?

3

Welche Untersuchungen dieser Art hat die Bundesregierung bis heute bereits durchführen lassen, und welches sind die Ergebnisse?

4

Wie begründet die Bundesregierung ihre Stimmenthaltung bei der Abstimmung in der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen im Februar dieses Jahres darüber, 33 Benzodiazepine als „psychotropic drugs" zu klassifizieren?

5

Wie ist es zu erklären, daß zwar sämtliche „psychotropic drugs" des Übereinkommens von 1971 als international anerkannte Suchtstoffe in den Listen des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgeführt sind, daß aber Zubereitungen mit diesen Stoffen (Arzneimittel) in der Bundesrepublik Deutschland ohne entsprechende Aufklärung über das Abhängigkeitspotential weiterhin der normalen Verschreibungspflicht unterliegen?

6

Wann gedenkt die Bundesregierung, ihre Verpflichtung nach Artikel 10 des Übereinkommens von 1971 über psychotrope Stoffe durch eine Kennzeichnung der Arzneimittel mit Warnhinweisen nachzukommen?

Bonn, den 26. Juni 1984

Dr. Hickel Schoppe, Dr. Vollmer und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen