Ersatz von Torf durch Rindenhumus
des Abgeordneten Dr. Ehmke (Ettlingen) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Durch die übermäßige Verwendung von Torf für gärtnerische, kleingärtnerische und landschaftsgestaltende Maßnahmen bestand in der Vergangenheit die Gefahr einer Zerstörung der letzten Torfmoore. Umweltbewußte Bürger gingen daher in jüngster Vergangenheit dazu über, im Handel erhältlichen Rindenhumus anstelle von Torf zu verwenden, in der lobenswerten Absicht die letzten Moore zu schonen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Begrüßt die Bundesregierung diese Marktverschiebung? Liegen ihr Zahlen über die Abnahme von Torfabbau bzw. den Verkauf und die Zunahme des Absatzes von Rindenhumus vor?
Liegen der Bundesregierung Erfahrungen über die Güte der verwendeten Materialien für die angestrebten Ziele vor?
Was kann die Bundesregierung unternehmen, um zu verhindern, daß durch Lindaneinsatz belasteter Rindenhumus an den Verbraucher gelangt?
Sind ihr Untersuchungen bekannt über den Gehalt von Holzimprägnierstoffen, vor allem den Pentachlorphenolgehalt in Rindenhumus? Welche Daten von Rindenhumus aus Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben liegen der Bundesregierung vor? Sind ihr Untersuchungen bekannt über den Lindangehalt von Rindenhumus? Wenn ja, welche?
Hält es die Bundesregierung unter dem Aspekt der Schonung wertvoller Naturressourcen — wie z. B. der Torfmoore — nicht für ökologisch sinnvoll, einer Qualitätsminderung von Rindenhumus durch die Verwendung von PCP, Lindan u. ä. in Forstwirtschaft und Holzverarbeitung entgegenzuwirken?