Luftverkehr und Waldschäden
der Abgeordneten Frau Dr. Hartenstein, Antretter, Bachmaier, Dr. Hauff, Dr. Kübler, Lennartz, Müntefering, Stiegler, Duve, Wolfram (Recklinghausen), Meininghaus, Frau Dr. Skarpelis-Sperk, Reuter, Frau Dr. Martiny-Glotz und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Frau Dr. Hartenstein, Antretter, Bachmaier, Dr. Hauff, Dr. Kübler, Lennartz, Müntefering, Stiegler, Duve, Wolfram (Recklinghausen), Meininghaus, Frau Dr. Skarpelis-Sperk, Reuter, Frau Dr. Martiny-Glotz und der Fraktion der SPD
Luftverkehr und Waldschäden
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen13
Welche Erkenntnisse besitzt die Bundesregierung über Menge und Auswirkungen der Schadstoffe (CO, HC, NOx, SO2, Ruß und andere), die aus den 2,7 Mio. Tonnen Kraftstoff stammen, welche der zivile und militärische Luftverkehr jährlich über der Bundesrepublik Deutschland verbraucht?
Welche Erkenntnisse besitzt die Bundesregierung über a) die großräumige Verbreitung dieser Schadstoffe, b) ihre Verfrachtung in höhere Luftschichten, ihre Verweildauer in großen Höhen sowie ihre möglichen Reaktionen und ihre Umwandlung zu anderen Schadstoffen unter dem Einfluß des Sonnenlichts?
Welche Erkenntnisse gibt es über regionale und lokale Konzentrationen von Schadstoffemissionen aus dem Luftverkehr — in der Umgebung von Flughäfen, deren An- und Abflugschneisen und der Luftwarteräume, — im Bereich der Luftstraßen des zivilen Luftverkehrs, — im Bereich militärischer Tieffluggebiete?
Welche Erkenntnisse gibt es hinsichtlich der Kumulation von Schadstoffkonzentrationen und ihrer Auswirkungen in bestimmten Regionen, z. B. Rhein-Main-Gebiet oder Südschwarzwald, wo sich Schadstoffkonzentrationen aus verschiedenen Emissionsquellen (Großraum Basel, Industriegebiete in der Nordwestschweiz, auf der deutschen Seite und im Elsaß) und Schadstoffkonzentrationen aus dem Luftverkehr (Flughafen Basel/Mulhouse und Militärflughäfen in Bremgarten und bei Colmar) summieren.
Auf welche Forschungsarbeiten stützt sich die Bundesregierung, und welche Stellen wurden von ihr mit entsprechenden Forschungsaufgaben betraut?
Ist der Bundesregierung bekannt, ob es entsprechende Forschungsarbeiten auf regionaler Ebene oder im Ausland gibt? Wenn ja, wie sind deren Ergebnisse?
Welche Untersuchungen gibt es über einen möglichen Zusammenhang von Luftverkehr und Waldschäden? Gibt es spezielle Erhebungen über Waldschäden unter den wichtigsten zivilen Luftstraßen, unter Tiefflugschneisen, in militärischen Übungsgebieten?
Welche Erkenntnisse meteorologischer oder klimatologischer Art gibt es hinsichtlich der Kondensfahnen von Düsenflugzeugen im Bereich stark frequentierter Luftstraßen, die zu verstärkter Dunst- und Wolkenbildung und damit zu geringerer Sonneneinstrahlung führen können?
Welche technischen Verfahren sind bekannt und werden bereits angewandt, die den Schadstoffausstoß ziviler und militärischer Strahltriebwerke vermindern?
Ist die Bundesregierung bereit, alle nach dem Stand der Technik möglichen Schadstoffreduzierungen verbindlich vorzuschreiben, und welche Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene sind zu diesem Zwecke vorgesehen oder bereits eingeleitet?
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung zur Verminderung der Umweltbelastung aus dem Luftverkehr, die darauf abzielen, das Luftverkehrsaufkommen zu vermindern oder zumindest nicht weiter ansteigen zu lassen?
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung zur Verminderung der Schadstoffkonzentration durch Einschränkung der militärischen Tiefflüge über besonders stark vom Waldsterben betroffenen Regionen?
Wird die Bundesregierung mögliche neue Erkenntnisse über den Zusammenhang von Waldsterben und Flugzeugabgasen auch auf die Planung neuer Flughäfen, beispielsweise München II, anwenden?