Auslandsbeziehungen deutscher Fachhochschulen
der Abgeordneten Daweke, Graf von Waldburg-Zeil, Nelle, Susset, Rossmanith, Lenzer, Biehle, Hornung, Müller (Wesseling), Schemken, Sauer (Salzgitter), Schartz (Trier), Dr. Kunz (Weiden), Pfeffermann, Schwarz und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Neuhausen, Dr.-Ing. Laermann, Kohn, Dr. Rumpf, Schäfer (Mainz), Baum, Frau Seiler-Albring und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Fachhochschulen haben als wichtiger Teil des Hochschulwesens der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren zunehmend an Ansehen und Bedeutung gewonnen. Dies bestätigt die Auffassung, daß die Fachhochschulen mit ihrem besonderen praxisorientierten Studienangebot als grundsätzlich gleichwertiger Teil des tertiären Bildungssystems anzusehen sind.
Auch im internationalen Bereich haben die Fachhochschulen und die Fachhochschulabschlüsse zunehmend Beachtung gefunden.
Die im Sommer 1985 verabschiedete EG-Richtlinie über das Niederlassungsrecht und den freien Dienstleistungsverkehr für Architekten sichert den an den deutschen Fachhochschulen ausgebildeten Architekten (Dipl.-Ing.) in der Europäischen Gemeinschaft bei entsprechender Praxis die gleichen Rechte bei der Ausübung ihres Berufes als freier Architekt, wie sie Absolventen einer Universitätsausbildung auch ermöglicht wird.
Diese begrüßenswerte Entwicklung gilt es, weiter zu fördern. Internationale Kontakte z. B. durch Hochschulpartnerschaften oder Dozentenaustausch sind für die Fachhochschulen wie für die übrigen Hochschulen von elementarer Bedeutung. Daher sollten entsprechende Bemühungen der Fachhochschulen, diese zu verbessern, nachhaltig unterstützt werden.
Wir fragen deshalb die Bundesregierung:
Fragen9
Wie beurteilt die Bundesregierung die Entwicklung der internationalen Kontakte deutscher Fachhochschulen im Vergleich zu denen anderer Hochschularten?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß die Fachhochschulen ihrer Bedeutung im Inland entsprechend auch in bezug auf ihre Auslandskontakte entsprechend gefördert werden sollten, und sieht die Bundesregierung hier Defizite oder einen Nachholbedarf?
In welchem Umfang werden die Fachhochschulen in den Programmen des DAAD und anderer Mittlerorganisationen berücksichtigt, und gibt es Bemühungen, die Berücksichtigung der Fachhochschulen in den Programmen auszuweiten?
Wie groß war im Jahr 1984 die Zahl der Bewerber für das Programm des DAAD für Absolventen der Fachhochschulen zur Fortbildung an einer den deutschen Fachhochschulen vergleichbaren Bildungseinrichtung im europäischen Ausland, und wie viele Stipendien konnten vergeben werden? Wie groß war die Zahl der Stipendien für Fachhochschulabsolventen, die zur wissenschaftlichen Fortbildung und zu Forschungsaufenthalten im europäischen Ausland sowie in außereuropäischen Ländern vergeben wurden?
Wie groß war die Zahl der Bewerber aus Fachhochschulen und im Vergleich dazu die Zahl der verliehenen Stipendien im Jahr 1984 bei anderen Mittlerorganisationen?
Inwieweit sind Fachhochschulstudenten in die Förderung der Sprachkursstipendien des DAAD einbezogen?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß unter bestimmten Voraussetzungen auch für Fachhochschulabsolventen Auslandsaufenthalte zum Zwecke der Promotion an einer ausländischen Hochschule durch Stipendien gefördert werden sollten?
Inwieweit werden Hochschullehrer von Fachhochschulen beim Hochschullehreraustausch des DAAD und der DFG berücksichtigt?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß die Fachhochschulen grundsätzlich auch in den Selbstverwaltungsgremien des DAAD angemessen vertreten sein sollten, und wie ist der letzte Sachstand zu dieser Diskussion?