Erhebliche Mehrkosten und zusätzliche schwere Probleme der geplanten Volkszählung 1987
des Abgeordneten Ströbele und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Zur geplanten Volkszählung 1987 fragen wir die Bundesregierung:
Fragen8
Ist der Bundesregierung die Stellungnahme des Statistischen Landesamts Berlin vom 1. August 1986 zur Durchführung der Volkszählung 1987 in West-Berlin bekannt?
Teilt die Bundesregierung die in diesem Schreiben vertretene Auffassung, daß zur Durchführung „notwendiger Arbeiten für Abgleiche, Terminkontrollen sowie die Prüfungs- und Abrechnungsaufgaben" die Erhebungsstellen in West-Berlin mit Personal-Computern auszustatten sind? Sieht die Bundesregierung eine entsprechende Notwendigkeit für die Aufstellung von Personal-Computern auch in anderen Erhebungsstellen im Bundesgebiet, insbesondere in den Erhebungsstellen in Großstädten?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Schätzung der Gesamtkosten für die Durchführung der Volkszählung durch das Statistische Landesamt Berlin mit 40 bis 68 Millionen DM allein für West-Berlin (bei einer Bevölkerung von ca. 1,8 Millionen Einwohnern)?
Rechnet die Bundesregierung mit entsprechend hohen Kosten für das Bundesgebiet?
Sind der Bundesregierung Berechnungen der kommunalen Spitzenverbände bekannt, wonach die Kosten pro Einwohner/Stadt zwischen 10 bis 20 DM anstelle der bisher von der Bundesregierung veranschlagten 4,50 DM betragen?
Sind nach Auffassung der Bundesregierung diese Berechnungen zutreffend, und wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, wer soll nach Auffassung der Bundesregierung diese zusätzlichen Kosten tragen?
Ist die Bundesregierung bereit, angesichts dieser Kostenexplosion und angesichts des Mißtrauens in der Bevölkerung, daß nach Auffassung des Statistischen Landesamts Berlin gegenüber der Volkszählung 1987 keineswegs abgebaut ist, diese Datenerhebung in Frage zu stellen und auf die Durchführung der Volkszählung 1987 zu verzichten?