Luftverkehr
der Abgeordneten Daubertshäuser, Kretkowski, Antretter, Ibrügger, Pauli, Curdt, Duve, Dr. Riemer, Merker, Rösch und der Fraktionen der SPD und FDP
Vorbemerkung
Der Luftverkehr ist Turbulenzen ausgesetzt. Energieverteuerungen, große Kapazitäten und teilweise Preisdumping bringen die Fluggesellschaften zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Energieverbrauch sowie Umweltbelastungen durch Lärm und Abgase führen zu wachsender Kritik in der Öffentlichkeit. Der Ausbau und Neubau von Flughäfen ist kaum noch durchsetzbar.
Wir fragen deshalb die Bundesregierung:
Fragen8
Wie beurteilt die Bundesregierung die Zukunftschancen des nationalen und des internationalen Luftverkehrs?
Welche Wachstumsraten im Luftverkehr erwartet die Bundesregierung in Zukunft, und welche Folgerungen ergeben sich daraus für die Infrastruktur des Luftverkehrs?
Die Luftverkehrsgesellschaften beklagen zunehmend die Gebührenentwicklung der Flughäfen: infolge des scharfen internationalen Wettbewerbs und des damit verbundenen Drucks auf die Tarife sind die Flughafengebühren zum Faktor größter Besorgnis geworden.
Teilt die Bundesregierung diese Auffassung, und welche Maßnahmen will sie gegebenenfalls ergreifen, um dieser Entwicklung gegenzusteuern?
Welche Maßnahmen sind nach Auffassung der Bundesregierung nötig, um die Flughäfen einem veränderten Bedarf anzupassen?
a) Ergeben sich diese Bedarfsanpassungen auf Grund von Langfristprognosen oder auf Grund von mittelfristig eintretenden Prognosen und klar überschaubaren Entwicklungen?
b) Welche bundesdeutschen Flughäfen sind in der Weise konzipiert, daß sie bei späteren Veränderungen im Luftverkehr (Änderung der Flugzeuggrößen, neue Abfertigungskonzepte) angepaßt werden können?
Welche Überlegungen hat die Bundesregierung angestellt, die nationalen und europäischen Luftstraßen in der Weise zu führen, daß Flugzeuge ihre Zielflughäfen möglichst ohne zeit- und energieaufwendige Umwege erreichen können, und zu welchen Ergebnissen ist sie dabei gekommen?
Die Fluggesellschaften weisen darauf hin, daß in vielen Ländern die Zollabfertigung für Luftfracht Stunden oder Tage erfordert.
Kann die Bundesregierung diese Angaben bestätigen, und wie will sie gegebenenfalls für Abhilfe sorgen?
Ist die Bundesregierung der Meinung, daß das „Hub and Spoke"-System als Grundstruktur des Luftverkehrsnetzes aus welchen Gründen kritisch überdacht werden muß, und welche Maßnahmen will die Bundesregierung gegebenenfalls ergreifen, um den Luftverkehrsgesellschaften mehr Direktverbindungen mit kleinerem Gerät zu ermöglichen?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, und welche beabsichtigt sie zu ergreifen, um Fluglärm an der Quelle zu senken und den Anteil leiser Flugzeuge auf deutschen Flughäfen zu vergrößern?