Unfälle auf dreispurigen Bundesfernstraßen
der Abgeordneten Dr. Dirk Spaniel, Leif-Erik Holm, Wolfgang Wiehle, Andreas Mrosek, Frank Magnitz, Matthias Büttner und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Bisher wurden einige zweispurige Bundesfernstraßen aus Kostengründen lediglich dreispurig statt vierspurig ausgebaut (2+1-Lösung). Diese Variante hat man bevorzugt, weil nach Ansicht der Fragesteller aus ideologischen Gründen auf den konsequenten vierspurigen Ausbau verzichtet wurde. Das Resultat dieser sogenannten 2+1-Lösung ist zugespitzt gesagt „Right Side, Left Side, Suicide“ (vgl. Günter Ederer und Gottfried Ilgmann „Deutschland im Stau“, 2014). Durch den ständigen Wechsel von zwei Spuren auf eine Spur und wieder zurück entstanden massive Unfallschwerpunkte. Daher kann man wohl sagen, rechte Spur, linke Spur, Selbstmordspur, bzw. dass dieser Ausbau ein geradezu mörderisches Risiko enthält (vgl. Günter Ederer und Gottfried Ilgmann „Deutschland im Stau“, 2014).
In Deutschland werden auch zunehmend neue Planungen in der 2+1-Lösung vorangebracht. Dies findet man im Bundesverkehrswegeplan. Nach Ansicht der Fragesteller ist dies eine verantwortungslose Fehlplanung.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Wie viele und welche Bundesfernstraßenabschnitte sind seit 1980 in der Variante 2+1 ausgebaut worden (bitte als Auflistung mit Straßennummer und aufgeschlüsselt nach Bundesland beantworten)?
Wie viele und welche Bundesfernstraßenabschnitte sind im Bundesverkehrswegeplan in der Variante 2+1 in Planung (bitte als Auflistung mit Straßennummer und aufgeschlüsselt nach Bundesland beantworten)?
Wie viele Unfälle gab es nach Kenntnis der Bundesregierung auf den Strecken in Frage 1 in den letzten zehn Jahren (bitte als Tabelle mit Straßennummer und Jahr beantworten)?
Wie viele Unfälle hatten nach Kenntnis der Bundesregierung einen tödlichen Ausgang (bitte als Tabelle mit Straßennummer und Jahr beantworten)?
Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Unfallhäufigkeit der 2+1-Strecken gegenüber 2+2- oder 1+1-Strecken im Verhältnis?
Wie hoch wären nach Kenntnis der Bundesregierung die Mehrkosten in der Summe und im Durchschnitt pro Kilometer, wenn alle in Planung befindlichen 2+1-Strecken im 2+2-Standard, also vierspurig ausgebaut werden würden?