Personalsituation bei Triebfahrzeugführern der Deutschen Bahn AG
der Abgeordneten Wolfgang Wiehle, Dr. Dirk Spaniel, Dr. Axel Gehrke und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Seit Anfang September 2018 kommt es in der Region Lübeck in Schleswig-Holstein auf Strecken, die von der DB Regio bedient werden, zu Zugausfällen. Ursache der Zugausfälle sind fehlende Triebfahrzeugführer (www.ndr.de/nachrichten/ schleswig-holstein/Zugausfaelle-in-der-Region-Luebeck,zugausfaelle112.html).
Um die Zahl der betroffenen Fahrgäste zu begrenzen, wurden bei insgesamt 18 Zugverbindungen die Züge der frühen Morgen- und späten Abendstunden gestrichen (www.abendblatt.de/region/schleswig-holstein/article215270097/Zu-wenig- Lokfuehrer-Bahn-streicht-Zugverbindungen-im-Norden.html). Außerdem gibt es Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis (www.welt.de/regionales/hamburg/article 181451390/Norddeutschland-Zu-wenig-Lokfuehrer-Bahn-streicht-Verbindungen.html).
Die Zugverbindung zwischen Lübeck und Plön ist bis Mitte Oktober dieses Jahres voll gesperrt. Stattdessen wird Schienenersatzverkehr angeboten (https:// bauinfos.deutschebahn.com/norden/Linie/RE_83-Lueneburg-Luebeck-Kiel/13).
Die als Grund angegebenen Erneuerungsarbeiten an den Gleisen finden jedoch nur zwischen Eutin und Plön statt (www.wochenspiegel-online.de/index.php/ 2018/09/26/zwischen-eutin-und-ploen-bahnstrecke-zwei-wochen-gesperrt/), so dass sich nach Auffassung der Fragesteller hier die Frage stellt, ob die Sperrung der Teilstrecke zwischen Lübeck und Eutin auf den Lokführermangel zurückzuführen ist, der schon bei den oben angegebenen Streckenstreichungen rund um Lübeck ausschlaggebend war.
Schon im Januar dieses Jahres hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer auf die Gefahr des Zugausfalls aufgrund von Personallücken hingewiesen. Der Fahrgastverband Pro Bahn sagte in diesem Zusammenhang, dass über lange Zeit zu wenig Personal bei der Deutschen Bahn eingestellt worden sei. Erschwerend kommt hinzu, so die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, dass andere Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) selbst nicht ausgebildet und das Personal von der Deutschen Bahn abgeworben haben (www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/ inland/personalmangel-deutsche-bahn-100.html).
Die Personalsituation bei den Triebfahrzeugführern kann in der gesamten Branche als angespannt bezeichnet werden (www.abendblatt.de/region/ schleswigholstein/article215270097/Zu-wenig-Lokfuehrer-Bahn-streicht-Zugverbindungen- im-Norden.html). Ein Grund für diese Situation ist die Altersstruktur der Triebfahrzeugführer, die zum altersbedingten Ausscheiden von Triebfahrzeugführern in den kommenden Jahren führen wird (www.faz.net/aktuell/ beruf-chance/beruf/wenige-lokfuehrer-sorgen-fuer-gestrichene-verbindungen- bei-der-bahn-15775957.html). Im Jahr 2018 sollen laut Personalvorstand der Deutschen Bahn AG eintausend neue Triebfahrzeugführer eingestellt werden. Zudem wandern Triebfahrzeugführer der Deutschen Bahn, auch wenn der Arbeitsplatz generell sicherer ist als bei privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen, aufgrund höherer Gehälter und attraktiverer Schichtpläne zu letzteren ab. Doch auch innerhalb des Konzerns ist eine Konkurrenzsituation zwischen den Regionalbereichen der DB Regio sowie zwischen der DB Regio und DB Fernverkehr zu beobachten (www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Zugausfaelle-in-der- Region-Luebeck,zugausfaelle112.html).
Im Schnitt dauert es 132 Tage, bis die Stelle eines Triebfahrzeugführers wieder besetzt ist (https://orange.handelsblatt.com/artikel/37938).
Die DB Regio Schleswig-Holstein intensiviert nun die Ausbildung, indem sie alle zwei Monate einen Lehrgang beginnt – die Lehrgangsteilnehmer sind allerdings erst nach zehn bis zwölf Monaten einsatzbereit (www.welt.de/regionales/ hamburg/article181451390/Norddeutschland-Zu-wenig-Lokfuehrer-Bahn-streicht- Verbindungen.html).
Die folgenden Fragen beziehen sich, wenn von DB Regio die Rede ist, auf die Sparte Schiene.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Hat die Bundesregierung Kenntnis von den Personalproblemen bei den Triebfahrzeugführern der Deutschen Bahn?
Gibt es Konzepte oder Ideen für Maßnahmen seitens der DB AG, um dem Abwerben ausgebildeter Triebfahrzeugführer durch konkurrierende EVUs zu begegnen?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung Probleme mit Mangel an Triebfahrzeugführern auch bei Regionalbahnen in Deutschland, die nicht von der DB Regio betrieben werden?
Wenn ja, bei welchen?
Welche Rolle spielt nach Kenntnis der Bundesregierung der Lokführermangel bei der bis Mitte Oktober 2018 andauernden Sperrung der Teilstrecke zwischen Lübeck und Eutin?