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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Fördermaßnahme "Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung - VIP+"

Stärkung des Innovationsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb durch die Fördermaßnahmen, Erfolgsfaktoren zur Verwertung von Forschungsergebnissen, Transfereinrichtungen, Einbeziehung der Geistes-, Sozial-, und Kulturwissenschaften in die Fördermaßnahme, bewilligte Förderanträge, Verteilung auf die Disziplinen der MINT-Wissenschaften, Erhebungen zur Verwertung der Forschungsergebnisse in Wirtschaft, Medizin und Gesellschaft, Erfolg der Förderprojekte<br /> (insgesamt 16 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Datum

17.12.2018

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/611128.11.2018

Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Foschung – VIP+“

der Abgeordneten Dr. Michael Espendiller, Nicole Höchst, Dr. Götz Frömming, Dr. Marc Jongen und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

In einer Zeit des globalen Wettbewerbs der Wirtschaftsregionen dieser Welt kommen Forschung und Entwicklung (FuE) sowie der Förderung von Innovationen in Deutschland nach Ansicht der Fragesteller eine Schlüsselrolle zu. Das deutsche Innovationssystem ist durch vielfältige Interaktionen seiner Akteure an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in forschenden Unternehmen geprägt.

Die öffentlich finanzierte Forschungsförderung durch Bund und Länder ist seit der Jahrtausendwende zwar kontinuierlich gewachsen, bleibt aber nach wie vor hinter den Erwartungen zurück. Nach Erhebungen des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft setzen Bund und Länder lediglich 0,91 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für FuE ein. Die Wirtschaft hingegen bringt 2 Prozent auf. Allein ihre internen FuE-Aufwendungen betrugen im Jahr 2016 62,8 Mrd. Euro. Ihre externen FuE-Aufwendungen liegen bei 16,3 Mrd. Euro (www. stifterverband.org/download/file/fid/5784).

Die Ergebnisse aus FuE der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden nach Ansicht der Fragesteller nach wie vor zu wenig als Quelle für neue Ideen für Verfahren, Produkte und Dienstleistungen genutzt. Deutschland muss jedoch alle verfügbaren Kräfte mobilisieren, um die noch gute Wettbewerbsposition des Innovationsstandortes zu erhalten und weiter auszubauen.

Die Bundesregierung verfolgt mit der Hightechstrategie „Innovationen für Deutschland“ das Ziel, Deutschlands Innovationskraft durch kreative und innovative Antworten auf die drängenden Herausforderungen unserer Zeit weiter zu stärken. War ihre Strategie in zurückliegenden Legislaturperioden vordergründig auf die Förderung von FuE ausgerichtet, so richtet sich ihr Augenmerk heute verstärkt auf das Innovationsgeschehen in unserem Land.

Mit der Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP“ wurde auf eine Lücke im Innovationsprozess reagiert. Den Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wurde so die Möglichkeit eröffnet, die technische Machbarkeit und das wirtschaftliche Potential von Ergebnissen ihrer akademischen Forschung für die Verwertbarkeit in der Wirtschaft und Gesellschaft hin zu überprüfen.

Die Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ führt derzeit dieses Programm als Wissens- und Technologietransfer im Rahmen der Hightechstrategie fort.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen16

1

Haben die Fördermaßnahmen „Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP“ und „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ dazu beigetragen, einen signifikanten Beitrag zur Identifikation von Forschungsergebnissen mit dem Potenzial für Innovationen zu leisten und damit die Stellung Deutschlands im weltweiten Innovationswettbewerb zu stärken?

2

Welche Erfolgsfaktoren können nach Kenntnis der Bundesregierung für eine erfolgreiche Verwertung von Forschungsergebnissen aus der Validierungsphase heraus identifiziert werden?

3

Welchen Platz nehmen heute Transfereinrichtungen der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Rahmen der Validierungsförderung ein?

4

Wie beurteilt die Bundesregierung die Tätigkeit der Mentoren als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und Gesellschaft?

5

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung aus der Einbeziehung der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften in die Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ gewonnen?

6

Worin unterscheiden sich die Ergebnisse aus der Validierungsförderung dieser Bereiche von den naturwissenschaftlich-technischen-technologischen?

7

Wie viele Förderanträge wurden in der ersten Phase von VIP gestellt und wie viele nach dem Begutachtungsverfahren bewilligt (bitte getrennt nach Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, nach der Zuordnung zu den Bereichen Grundlagenforschung und angewandte Forschung darstellen)?

8

Wie verteilt sich die Förderung durch VIP auf die verschiedenen Forschungsdisziplinen in den Naturwissenschaften, der Medizin, den Technik- bzw. Ingenieurwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften?

9

Wie viele Förderanträge wurden in der zweiten Phase von VIP+ gestellt und wie viele nach dem Begutachtungsverfahren bewilligt (bitte getrennt nach Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, nach der Zuordnung zu den Bereichen Grundlagenforschung und angewandte Forschung darstellen)?

10

Wie verteilt sich die Förderung durch VIP+ auf die verschiedenen Forschungsdisziplinen in den Naturwissenschaften, der Medizin, den Technik- bzw. Ingenieurwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften?

11

Hat das das BMBF bzw. der Projektträger VDI/VDE nach Abschluss einzelner Fördermaßnahmen Erhebungen zu den weiteren Verwertungen der Forschungsergebnisse in Wirtschaft, Medizin, Gesellschaft bzw. über Existenzgründungen oder Partnerschaften mit strategischen Investoren geführt, und wenn ja, welche?

12

Liegen der Bundesregierung gesicherte Erkenntnisse darüber vor, wie viele Projekte von Wissenschaftlern an Hochschulen und in Arbeitsgruppen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen im Laufe der ersten Programmphase „Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP“ im Sinne der Förderung (tragfähiges Alleinstellungsmerkmal der angestrebten Innovation) erfolgreich abgeschlossen wurden, und wenn ja, welche (bitte nach Projekten, Fördersumme und Jahr des Abschlusses auflisten)?

13

Liegen der Bundesregierung gesicherte Erkenntnisse darüber vor, wie viele Projekte von Wissenschaftlern an Hochschulen und in Arbeitsgruppen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen im Laufe des zweiten Programms „Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ im Sinne der Förderung erfolgreich abgeschlossen wurden (bitte nach Projekten, Fördersummen und Jahr des Abschlusses auflisten)?

14

Welche der abgeschlossenen Projekte aus der Validierungsförderung haben aus der Sicht der Bundesregierung das Potenzial für eine wirtschaftliche Verwertung bzw. für echte Innovationen (Sprunginnovationen)?

15

Haben die Programme zur Validierungsförderung einen Beitrag zur Verknüpfung von Forschungsergebnissen verschiedener Forschungsgebiete und wissenschaftlicher Disziplinen geleistet, und wenn ja, wie viele interdisziplinäre Anträge wurden gestellt?

16

Beabsichtigt die Bundesregierung die Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ auch in Zukunft als Instrument des Wissens- und Technologietransfers im Rahmen der Hightechstrategie fortzuführen?

Berlin, den 16. November 2018

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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