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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Unterfinanzierung der Asteroid Impact Mission und Fortführung von Asteroid Impact and Deflection Assessment mittels HERA

(insgesamt 8 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

02.04.2019

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/837614.03.2019

Unterfinanzierung der Asteroid Impact Mission und Fortführung von Asteroid Impact and Deflection Assessment mittels HERA

der Abgeordneten Dr. Rainer Kraft, Dr. Heiko Heßenkemper, Matthias Büttner, Dr. Götz Frömming, Nicole Höchst, Frank Magnitz, Andreas Mrosek, Dr. Michael Espendiller, Dr. Marc Jongen und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Im Dezember 2016 hat der ESA-Ministerrat beschlossen, der Asteroid Impact Mission (AIM), die nötige finanzielle Ausstattung für den Fortgang des Projektes zu verweigern (www.natureworldnews.com/articles/33592/20161207/exomarsrover-gets-funding-despite-schiaparelli-mars-lander-crash.htm). Das Projekt wurde daraufhin beendet. Ursprünglich war innerhalb des gemeinsamen Projektes AIDA (Asteroid Impact and Deflection Assessment) von NASA und ESA vorgesehen, dass AIM den Einschlag, der von der NASA gestarteten DART-Sonde (DART = Double Asteroid Redirect Test) auf dem kleinen Satelliten (S/2003 (65803)) des binären Asteroidensystems (65803) Didymos aus nächster Nähe beobachten sollte. Die NASA hat daraufhin beschlossen, das AIDA-Projekt ohne den Anteil der ESA weiterzuführen (https://spacenews.com/nasa-presses-ahead-with-asteroid-mission-despite-esa-funding-decision/).

Das AIDA-Projekt beschäftigt sich mit der elementaren Frage, wie Asteroiden davon abgehalten werden können, mit der Erde zu kollidieren. Der vorgesehene DART-Einschlag soll dazu dienen, eine Bahnabweichung von S/2003 (65803) Didymos auszulösen, die in Zukunft dazu benutzt werden soll, um Asteroiden die Erde verfehlen zu lassen. Solche Einschläge haben in der Vergangenheit schon zu verheerenden Auswirkungen auf der Erde geführt. Diese Frage ist also nach Ansicht der Fragesteller von entscheidender Bedeutung für die Menschheit.

Die ESA prüft derzeit mit einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeit, mit einem Nachfolgeprojekt HERA circa vier Jahre nach dem DART-Einschlag auf Objekt S/2003 (65803) Didymos zu besuchen und ihn neben der Erprobung neuer Technik dann auch exakt zu vermessen. Die Leitung dieser Studie wurde im vergangenen Jahr der Bremer OHB-System AG übertragen. In diesem Jahr soll das HERA-Konzept dem ESA-Ministerrat vorgestellt werden, um eine endgültige Entscheidung über die Durchführung dieser Mission herbeizuführen (www.esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/Hera/Germany_s_OHB_to_bring_ESA_s_Hera_asteroid_mission_to_next_level).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Welche Bemühungen hat die Bundesregierung im Jahr 2016 unternommen, um die Finanzierungslücke des AIM-Projektes zu überwinden, und am Zeitplan von AIM festzuhalten?

2

Stimmen die in der Presse genannten Zahlen zur AIM-Unterfinanzierung von 60 Mio. Euro, von denen bereits 35 Mio. Euro von der Bundesregierung zugesagt waren (https://spacenews.com/nasa-presses-ahead-with-asteroid-mission-despite-esa-funding-decision/)?

3

Nachdem die Finanzierung von AIM gescheitert war, welche Bemühungen hat die Bundesregierung unternommen, um das AIDA-Projekt in Kollaboration mit der NASA in der ursprünglichen geplanten Konstellation (Einschlag DART mit AIM – oder anderer Mission – vor Ort zur Beobachtung) in zeitlicher Verschiebung durchzuführen?

4

Ist aus Sicht der Bundesregierung durch den Verzicht auf die AIM-Mission der Wissenschaft ein Erkenntnisverlust entstanden?

5

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung einer möglichen HERA-Mission im Rahmen der ESA-Aktivitäten im Bereich Weltraumsicherheit bei?

6

Ist aus der Sicht der Bundesregierung davon auszugehen, dass trotz der zeitlichen Verschiebung zwischen der DART-Mission und der HERA-Mission von vier Jahren noch wertvolle Erkenntnisse zu Bahnverschiebungen von Asteroiden gewonnen werden können?

7

Kann aus Sicht der Bundesregierung die HERA-Mission einen Beitrag dazu leisten, die Fähigkeiten, den Weltraum auf Gefahren durch Asteroideneinschläge zu überwachen, und die Erde vor solchen zu schützen?

8

Welche Priorität, im Vergleich zu den anderen Projekten der ESA, räumt die Bundesregierung dem Projekt HERA ein?

Berlin, den 12. Februar 2019

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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