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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Forderung des US-Präsidenten nach Übernahme der Finanzierung der US-Truppen durch die Gastnationen - auch in Deutschland

(insgesamt 9 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

29.04.2019

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/931611.04.2019

Forderung des US-Präsidenten nach Übernahme der Finanzierung der US-Truppen durch die Gastnationen – auch in Deutschland

der Abgeordneten Dr. Alexander S. Neu, Heike Hänsel, Andrej Hunko, Christine Buchholz, Zaklin Nastic, Thomas Nord, Tobias Pflüger, Eva-Maria Schreiber, Helin Evrim Sommer, Alexander Ulrich, Kathrin Vogler und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Der US-Präsident Donald Trump hat jüngst verkündet, nach dem Willen der USA sollten die Kosten für die im Ausland stationierten US-Truppen künftig von den Stationierungsländern in Gänze plus 50 Prozent („Costs plus 50“) übernommen werden (www.focus.de/politik/ausland/usa/trump-droht-wuerde-fuenf-milliardendollar-kosten-deutschland-soll-fuer-us-soldaten-zahlen_id_10432867.html).

Die deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler beteiligen sich derzeit mit rund 1 Mrd. US-Dollar pro Jahr an den Kosten der Stationierung. Das sind etwa 28 Prozent der US-Stationierungskosten (www.dw.com/de/trump-deutschlandsoll-mehr-f%C3%BCr-us-soldaten-zahlen/a-47858245).

Südkorea und Polen stellen in diesem Kontext die ersten Testfälle dar (www.heise.de/tp/features/Trump-Regierung-will-Kosten-und-50-Prozent-fuer-US-Truppen-im-Ausland-fordern-4330267.html?view=print).

Stellungnahmen der Bundesregierung hat es dazu bislang nicht gegeben.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Wann haben die US-Regierung oder nachgeordnete US-Stellen die Bundesregierung oder nachgeordnete bundesdeutsche Stellen zwecks einer entsprechenden Kostenübernahme für die in Deutschland stationierten US-Militärs formell oder informell kontaktiert?

2

Seit wann befinden sich die Bundesregierung oder nachgeordnete Stellen mit der US-Seite formell oder informell im Gespräch über eine zusätzliche Kostenübernahme (über die bisherige 28-prozentige Beteiligung hinaus)?

3

Welche Position vertritt die Bundesregierung gegenüber der Forderung der US-Regierung, ungeachtet dessen, ob die US-Regierung oder nachgeordnete US-Stellen mit der Bundesregierung oder nachgeordneten bundesdeutschen Stellen diesbezüglich in Kontakt stehen?

4

Welche Argumente sprächen für eine höhere, gänzliche oder gar gänzliche plus 50 Prozent („Cost plus 50“) Kostenübernahme, welche sprächen aus Sicht der Bundesregierung dagegen?

5

Sieht die Bundesregierung in der Forderung der Trump-Administration eine Bedrohung der Kohäsion der NATO? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

6

Wie hoch wären bei einer vollständigen Übernahme der Stationierungskosten plus 50 Prozent für das Jahr 2020 die Kosten für die deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler?

7

Warum zahlen die deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler überhaupt für die Stationierung der US-Streitkräfte in Deutschland, zumal der geostrategische Vorteil der Stationierung in Deutschland für die USA enorm, für Deutschland gering oder gar nicht vorhanden ist?

8

Planen die USA eine personelle Aufstockung ihrer Truppe in den nächsten Jahren in Deutschland? Wenn ja, wie umfangreich soll die Aufstockung sein?

9

Würde die Bundesregierung im Falle einer vollständigen Kostenübernahme konsequent die Einhaltung des Völkerrechts durch die auf deutschem Territorium operierenden US-Truppen überprüfen?

Berlin, den 2. April 2019

Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion

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