MINT-Förderung von Mädchen und jungen Frauen
der Abgeordneten Dr. Marc Jongen, Dr. Götz Frömming, Nicole Höchst, Dr. Michael Espendiller, Martin Reichardt und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Die Bundesregierung hat sich in den letzten Jahren zunehmend auf die Bildung von Mädchen und jungen Frauen fokussiert. So förderte sie unter anderem die Projekte „MINTcoach“ (https://mintcoach.net/index.php?id=aktuelles), „BeSt F:IT“ (www.uni-hildesheim.de/best-fit/), „MINTdabei“ (www.mintdabei.de/), „DigitalMe“ (www.digital-me.info/) oder „SMILE“ (www.smile-smart-it.de/index.php/projekt/). Gemeinsam haben diese Projekte, dass sie ausschließlich Mädchen und junge Frauen dabei unterstützen, ein MINT-Studium (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) aufzunehmen oder nach dem Studium deren Berufseinstieg zu erleichtern. Das entscheidende Kriterium ist hierbei das Geschlecht; Jungen und junge Männer werden von diesen Förderangeboten ausgeschlossen. Entscheidend sollte aus Sicht der Fragesteller aber nicht das Geschlecht, sondern die individuelle Qualifikation für ein MINT-Studium sein.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Welche Projekte fördert die Bundesregierung, die exklusiv Mädchen und junge Frauen für MINT-Berufe oder -Studiengänge motivieren wollen?
Welche Projekte fördert die Bundesregierung, um exklusiv Jungen und junge Männer für MINT-Berufe oder -Studiengänge zu motivieren?
Wie hoch ist die Gesamtfördersumme der Projekte, die exklusiv Mädchen und junge Frauen zur Aufnahme eines MINT-Berufs oder MINT-Studiums motivieren sollen?
Wie hoch ist die Gesamtfördersumme der Projekte, die exklusiv Jungen und junge Männer zur Aufnahme eines MINT-Berufs oder MINT-Studiums motivieren wollen?
Gibt es seitens der Bundesregierung empirische Erhebungen darüber, wie wirksam die exklusive MINT-Förderung für Mädchen und junge Frauen ist?
a) Falls ja, zu welchen Ergebnissen sind diese Erhebungen im Hinblick auf eine exklusive Förderung von Mädchen oder jungen Frauen gekommen?
b) Falls nein, warum nicht?
Hat die Bundesregierung selbst empirische Erhebungen in Auftrag gegeben, um die Wirksamkeit einer Förderung für Mädchen und junge Frauen wissenschaftlich abzusichern?
a) Falls ja, welche Erhebungen genau sind das?
b) Falls nein, warum nicht?
Aufgrund welcher Überlegungen hält die Bundesregierung eine geschlechtsbezogene Förderung für zielführend im Hinblick auf die Erhöhung der Zahl der Studierenden in den MINT-Fächern?
Hat die Bundesregierung zur Untermauerung ihrer Überlegungen wissenschaftliche Studien herangezogen?
a) Falls ja, welche Studien sind das?
b) Falls nein, warum nicht?
Wie beurteilt die Bundesregierung in diesem Zusammenhang die aktuellen Erhebungen der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech, MINT-Nachwuchsbarometer 2017), nach denen der Anteil der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in MINT-Fächern unverändert geblieben bzw. in der Elektrotechnik und im Maschinenbau sogar rückläufig ist?
Hat die Bundesregierung in diesem Zusammenhang Argumente geprüft, die gegen eine geschlechtsbezogene Förderung in den MINT-Fächern sprechen?
a) Falls ja, welcher Art waren diese Argumente?
b) Falls nein, warum nicht?
Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung bisher aus den Handlungsempfehlungen der Projekte gezogen, die darauf abzielen, den Anteil von Frauen in den MINT-Fächern zu erhöhen?
a) Falls ja, welcher Art sind diese Schlussfolgerungen?
b) Falls nein, warum hat die Bundesregierung bisher keine Schlussfolgerungen gezogen?