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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Wiederbelebung der Siemensbahn in Berlin
(insgesamt 16 Einzelfragen)
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Datum
31.07.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1162216.07.2019
Wiederbelebung der Siemensbahn in Berlin
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/11622
19. Wahlperiode 16.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Helin Evrim Sommer, Sabine Leidig, Dr. Gesine Lötzsch,
Lorenz Gösta Beutin, Heidrun Bluhm-Förster, Jörg Cezanne, Kerstin Kassner,
Dr. Gregor Gysi, Caren Lay, Ralph Lenkert, Michael Leutert, Stefan Liebich,
Amira Mohamed Ali, Petra Pau, Victor Perli, Ingrid Remmers, Andreas Wagner,
Hubertus Zdebel und der Fraktion DIE LINKE.
Wiederbelebung der Siemensbahn in Berlin
Die Siemens AG plant, auf dem historischen Siemens-Gelände in Berlin Spandau
in den kommenden Jahren bis zu 600 Mio. Euro in eine neue Arbeits- und
Lebenswelt zu investieren. Es soll ein „Innovations-Campus“ mit hochqualifizierten
attraktiven Arbeitsplätzen entstehen. Das bisherige Industrieareal soll sich in
einen modernen und von vielfältiger Nutzung geprägten urbanen Stadtteil der
Zukunft wandeln.
Zur verkehrlichen Erschließung des Areals haben das Land Berlin und die
Siemens AG in dem Memorandum of Understanding folgende Maßnahme
vereinbart: „Die Aktivierung und Revitalisierung der S-Bahn-Trasse östlich und
nördlich des Areals (sog. denkmalgeschützte Siemensbahn) inklusive Brückenneubau
über der Spree (Rohrdamm-Brücke und Rudolf-Wissell-Brücke) nach aktuellem
Leistungs- und Qualitätsstandards und als Teil des Berliner ÖPNV-Angebots
sowie Anbindung an den Hauptbahnhof zur optimalen Verknüpfung mit dem
Fernverkehr der Deutschen Bahn und schnelle Anbindung an den Flughafen BER“
(Memorandum of Understanding, Seite 10). Die Deutsche Bahn AG steht einer
Wiederbelebung der Siemensbahn aufgeschlossen gegenüber. Der
Bahnbevollmächtigte für Berlin beabsichtigt, dieses Vorhaben prioritär zu behandeln und
zügig umzusetzen (vgl. www.morgenpost.de/bezirke/spandau/article216339801/
Die-Siemensbahn-wird-zum-Vorzeigeprojekt.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie steht die Bundesregierung zu den Plänen einer Wiederbelebung der
Siemensbahn in Berlin?
2. Welche konkreten Pläne hat nach Kenntnis der Bundesregierung die
DB Netz AG zur Wiederbelebung der Siemensbahn in Berlin, und in
welchem Zeitraum sollen diese realisiert werden?
3. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung die weitere Zeitplanung für die
einzelnen Planungsschritte zur Wiederinbetriebnahme der Siemensbahn?
4. Wie bewertet nach Kenntnis der Bundesregierung die DB Netz AG den
Zustand der Gleisanlage bzw. die Schäden der ehemaligen Siemensbahn?
5. Wie bewertet nach Kenntnis der Bundesregierung die DB Netz AG den
Zustand der zur Trasse gehörenden Brücken z. B. über den Jungfernheideweg?
6. Inwieweit liegen nach Kenntnis der Bundesregierung der Deutschen
Bahn AG konkrete Aussagen darüber vor, wie die Strecke wieder in Betrieb
gehen kann und welche Kosten sowie juristischen Probleme damit
verbunden sind (vgl. www.morgenpost.de/bezirke/spandau/article216339801/Die-
Siemensbahn-wird-zum-Vorzeigeprojekt.html)?
7. Wer soll nach Auffassung der Bundesregierung die Kosten für eine
Wiederinbetriebnahme der Siemensbahn tragen?
Wird sich der Bund an der Finanzierung beteiligen?
8. Wie bewertet nach Kenntnis der Bundesregierung die Deutsche Bahn AG die
Rentabilität einer Reaktivierung dieser Strecke, und wie stellt sich das in der
errechneten Wirtschaftlichkeit dar?
9. Gilt nach Kenntnis der Bundesregierung für diese Trasse und ihr Umfeld
Denkmalschutz im Sinne eines Industriedenkmals?
10. Welchen Anforderungen des Denkmalschutzes der Trasse der Siemensbahn
muss nach Kenntnis der Bundesregierung die DB Netz AG bei einer
Reaktivierung Rechnung tragen, und welche Kosten sind damit verbunden (bitte
die Maßnahmen und die Kosten tabellarisch auflisten)?
11. Soll nach Kenntnis der Bundesregierung geprüft werden, ob eine
Anbindung nach Westend (Richtung Südring) sinnvoller sein kann als die
historische Anbindung an den Nordring im Bahnhof Jungfernheide (vgl. www.
tagesspiegel.de/berlin/berlin-spandau-reaktivierung-der-siemensbahn-ist-
mitvielen-problemen-verbunden/23257374.html)?
12. Welche anderen Varianten hat nach Kenntnis der Bundesregierung die
Deutsche Bahn AG untersucht, wie ein Anschluss der Siemensbahn an das
Bestandsnetz erfolgen könnte, und mit welchem Ergebnis?
13. Mit welchen Betriebskosten rechnet nach Kenntnis der Bundesregierung die
Deutsche Bahn AG jährlich?
Wie und durch wen soll die Finanzierung des Betriebs der Siemensbahn
sichergestellt werden?
14. Wie soll nach Kenntnis der Bundesregierung die Siemensbahn bei einer
Reaktivierung in das Berliner S-Bahn-Netz eingebunden werden?
Soll eine neue Linie eingerichtet werden, und mit welchem Verlauf, oder
welche bestehende Linie soll die wiederhergestellten Bahnhöfe bedienen?
15. Wie soll nach Kenntnis der Bundesregierung die Siemensbahn in den
sonstigen öffentlichen Personennahverkehr eingebunden werden?
16. Befürwortet der Bund die Weiterführung der Siemensbahn über den Bahnhof
Gartenfeld hinaus bis nach Hakenfelde?
Mit welchen Kosten wäre nach Kenntnis der Bundesregierung diese
Weiterführung verbunden?
Berlin, den 28. Juni 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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