[Deutscher Bundestag Drucksache 19/11687
19. Wahlperiode 16.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martina Renner, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut,
Christine Buchholz, Ulla Jelpke, Cornelia Möhring, Amira Mohamed Ali,
Niema Movassat, Petra Pau, Kersten Steinke, Friedrich Straetmanns,
Dr. Kirsten Tackmann und der Fraktion DIE LINKE.
Speicherung von Informationen zu S. E. und seinem Umfeld
Am 16. Juni 2019 wurde in Kassel der Neonazi S. E. unter dem Verdacht
festgenommen, am 2. Juni 2019 den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke
erschossen zu haben (
www.sueddeutsche.de/politik/luebcke-mord-stephan-
everfassungsschutz-nazi-1.4500482,
www.welt.de/politik/deutschland/article
195510057/Mordfall-Walter-Luebcke-Was-wir-ueber-den-tatverdaechtigen-
Neonazi-Stephan-E-wissen.html). Medien wiesen schnell auf Verbindungen des
Beschuldigten in die organisierte extrem rechte Szene hin (vgl.:
https://exif-
recherche.org/?p=6218,
www.n-tv.de/politik/Hatte-Stephan-E-Kontakt-zum-NSU-
article21098618.html,
www.fr.de/politik/fall-luebcke-welche-verbindungen-hatte-
mutmassliche-moerder-stephan-12567211.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche einzelnen Informationen (Personendaten, Personenhinweise,
Informationen über Reisebewegungen, Fluggastdaten, Ermittlungsverfahren,
Strafverfahren, Lichtbilder, Quellenmeldungen usw.) wurden nach Kenntnis
der Bundesregierung wann, von welchen Behörden und in welche
„inländischen“ Datenbanken, die den deutschen Polizeien und Sicherheitsbehörden
zur Verfügung stehen, betreffend S. E. eingepflegt?
2. Welche deutschen Polizeien und Sicherheitsbehörden hatten nach Kenntnis
der Bundesregierung unter welchen Voraussetzungen zu welchem Zeitpunkt
Zugriff auf die in Frage 1 genannten Informationen?
3. Welche einzelnen Informationen (Personendaten, Personenhinweise,
Informationen über Reisebewegungen, Fluggastdaten, Ermittlungsverfahren,
Strafverfahren, Lichtbilder, Quellenmeldungen usw.) wurden nach Kenntnis
der Bundesregierung wann, von welchen (auch ausländischen oder
supranationalen) Behörden oder Stellen in welche europäischen Datenbanken (u. a.
Europol-Informationssystem, Analyseprojekte von Europol etc.), die den
deutschen Polizeien und Sicherheitsbehörden zur Verfügung stehen,
betreffend S. E. eingepflegt?
4. Welche deutschen Polizeien und Sicherheitsbehörden hatten nach Kenntnis
der Bundesregierung unter welchen Voraussetzungen zu welchem Zeitpunkt
Zugriff auf die in Frage 3 genannten Informationen?
Berlin, den 2. Juli 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
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