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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Förderung von Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit
(insgesamt 11 Einzelfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Datum
20.08.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1195126.07.2019
Förderung von Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/11951
19. Wahlperiode 26.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Markus Frohnmaier, Stefan Keuter und der Fraktion der AfD
Förderung von Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) unterstützt nach eigenen Angaben die „re:publica“, die Mitte Dezember
2018 in der ghanaischen Hauptstadt Accra stattfand. Die Veranstaltung in Accra
werde „gemeinsam mit lokalen Partnern wie dem ghanaischen Ministerium für
Umwelt, Wissenschaft, Technik und Innovation und dem Inkubator und Co-
Working-Space Impact Hub Accra organisiert“, so das BMZ auf seiner Netzseite. Das
BMZ kooperiere „mit den Organisatoren der aus Berlin bekannten re:publica-
Konferenzen seit vier Jahren“. Bei der re:publica in Accra entwickelten
„Vorreiter, Visionäre und Tüftler aus Afrika lokale digitale Lösungen und schaffen neue
Beschäftigung“. Das BMZ fördere solche digitalen Innovationen „Made in
Africa“ – auch „um den Austausch zum digitalen Wandel zwischen Afrika und
Deutschland zu vertiefen“. Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung Dr. Gerd Müller: „Mit der Digitalisierung kann Afrika riesige
Entwicklungssprünge machen. Auf der re:publica in Accra entwickeln wir
gemeinsam mit den jungen Afrikanern die Lösungen für Morgen“ (www.bmz.de/de/
presse/aktuelleMeldungen/2018/dezember/181213_pm_060_Erstmals-re-
publicain-Afrika-Bundesentwicklungsministerium-foerdert-Digitalisierung/index.html).
Gleichzeitig berichtet die Online-Ausgabe der „FAZ“, Deutschland habe in
Bezug auf die Digitalisierung bereits „den Anschluss verloren“. Die
Bundesregierung komme „mit der Digitalisierung der Verwaltung nicht richtig voran“.
Am „Breitbandausbau fehlt es sowieso“, so die „FAZ“ (www.faz.net/aktuell/
wirtschaft/diginomics/digitalisierung-deutschland-hat-den-anschluss-bereits-
verloren-15825018.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Was versteht die Bundesregierung genau unter dem Begriff der
„Digitalisierung“ im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit?
2. Welche Projekte in Bezug auf Digitalisierung unterstützt die
Bundesregierung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit seit 2005 (bitte nach
Laufzeit, Fördersummen, Ländern und Partnerorganisationen
aufschlüsseln)?
3. Welche Projekte in Bezug auf Digitalisierung, die sich speziell dem
Breitband- und Glasfaserausbau in Entwicklungs- und Schwellenländern widmen,
unterstützt die Bundesregierung im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit seit 2005 (bitte nach Laufzeit, Fördersummen, Ländern und
Partnerorganisationen aufschlüsseln)?
4. Wie hoch sind die finanziellen Aufwendungen der Bundesregierung zur
Förderung der re:publica in Accra?
5. Welche positiven Auswirkungen in Bezug auf die eigenen wirtschaftlichen,
technologischen und sicherheitspolitischen Interessen erhofft sich die
Bundesregierung durch die Förderung der Digitalisierung in Entwicklungs- und
Schwellenländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit konkret?
6. Was ist nach Auffassung der Bundesregierung unter einer „Vertiefung des
Austauschs zum digitalen Wandel zwischen Afrika und Deutschland“ zu
verstehen, und welches Ziel hat eine solche Vertiefung des Austauschs?
7. Welches sind nach Auffassung der Bundesregierung die drei wichtigsten
Probleme und Herausforderungen bei der Digitalisierung auf dem
afrikanischen Kontinent?
8. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der in der
Vorbemerkung zitierten Aussage in der „FAZ“, Deutschland habe bei der
Digitalisierung „den Anschluss verloren“ und komme mit der „Digitalisierung der
Verwaltung nicht richtig voran“?
9. Stimmt die Bundesregierung dieser Beurteilung zu?
a) Wenn ja, inwieweit ist Deutschland nach Auffassung der
Bundesregierung in der Lage, anderen Staaten bei der Digitalisierung zu helfen?
b) Wenn nein, aus welchen Gründen weist die Bundesregierung diese
Beurteilung zurück?
10. Welches sind nach Meinung der Bundesregierung die drei wichtigsten
Probleme und Herausforderungen bei der Digitalisierung in Deutschland?
11. Welche Prioritätensetzung verfolgt die Bundesregierung auf dem Felde der
Digitalisierung?
a) Warum hält die Bundesregierung es für sinnvoll, Digitalisierung im
Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, obwohl aus Sicht der
Fragesteller noch erhebliche Verbesserungspotentiale bei der
Digitalisierung in Deutschland bestehen?
b) Warum hält es die Bundesregierung für sinnvoll, Digitalisierung im
Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, obwohl aus Sicht der
Fragesteller in Entwicklungsländern deutlich gravierendere Defizite in
fundamentalen Bereichen wie der Lebensmittelversorgung, der
elementaren Infrastruktur und der Bildung bestehen?
Berlin, den 19. Juli 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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