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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Rüstungsausgaben in der Bundesrepublik Deutschland von 1945 bis heute
(insgesamt 22 Einzelfragen)
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium der Verteidigung
Datum
28.08.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1200005.08.2019
Rüstungsausgaben in der Bundesrepublik Deutschland von 1945 bis heute
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12000
19. Wahlperiode 05.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Tobias Pflüger, Christine Buchholz, Andrej Hunko,
Dr. Alexander S. Neu, Helin Evrim Sommer, Kathrin Vogler und
der Fraktion DIE LINKE.
Rüstungsausgaben in der Bundesrepublik Deutschland von 1945 bis heute
Laut dem Ende Juni 2019 vom Kabinett beschlossenen Entwurf für den
Bundeshaushalt 2020 steigen die Verteidigungsausgaben auf 44,9 Mrd. Euro, das sind
1,7 Mrd. Euro mehr als im Haushalt 2019. Damit wuchs der
Verteidigungshaushalt um 3,9 Prozent, der Gesamthaushalt dagegen nur um 1 Prozent.
Die Bundesregierung setzt damit die Absichtserklärung der NATO auf ihrem
Gipfel in Wales 2014 um, wonach die Verteidigungsausgaben ihrer Mitglieder
bis zum Jahr 2024 mindestens 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen
sollen. Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 3,39 Billionen Euro im Jahr 2018 wären
das in Deutschland 67,8 Mrd. Euro gewesen.
Interessanterweise fehlen nach Ansicht der Fragesteller in Deutschland genaue
Angaben darüber, wie sich der Verteidigungshaushalt seit seiner Aufstellung
entwickelt hat. Ein Beispiel für noch zu spezifizierende Angaben stellt die
„Fachserie 14 Reihe 3.1 - Rechnungsergebnisse des Öffentlichen Gesamthaushaltes
2011“ des Statistischen Bundesamtes dar, das für die Jahre 2009, 2010 und 2011
Ausgaben für Verteidigung aus ERP-Sondervermögen (ERP = European
Recovery Program) in Höhe von 107, 273 und 87 Mio. Euro verzeichnet. Die NATO-
Angaben (www.nato.int/nato_static_fl2014/assets/pdf/pdf_2019_06/201906
25_PR2019-069-EN.pdf) zu den Rüstungsausgaben ihrer Mitglieder sind nach
Ansicht der Fragesteller deutlich informativer, zumal sie auch Ausgaben
berücksichtigen, die nicht im deutschen Verteidigungshaushalt, dem Einzelplan 14,
enthalten sind, aber nach Auffassung der NATO dem Militär zuzurechnen sind.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich der Verteidigungshaushalt, der gegenwärtige Einzelplan 14, der
Bundesrepublik Deutschland seit seiner Aufstellung bis heute entwickelt
(Höhe des Verteidigungshaushalts, Ist-Ausgaben und Haushaltssoll pro
Haushaltsjahr)?
2. Wie hoch waren die jeweiligen Zuwächse bzw. die jeweilige Abnahme
gegenüber dem Vorjahr (in Prozent)?
3. Welche Zahl der für das Bündnis relevanten Ausgaben wurde jeweils der
NATO übermittelt, bzw. welche Zahl hat die NATO für ihre Berechnungen
verwendet?
4. Wie groß war das Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Jahres, und wie groß
war dementsprechend der Anteil, der für den Verteidigungshaushalt
aufgewendet wurde, und wie hoch waren dabei die Veränderungen gegenüber dem
Vorjahr (in Prozent)?
5. Wie hoch war im jeweiligen Jahr die Inflationsrate, und wie groß war der
jeweilige Verteidigungshaushalt inflationsbereinigt?
6. Wie hoch war im jeweiligen Jahr das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, und
wie hoch die Verteidigungsausgaben pro Kopf?
7. Wie hoch waren im jeweiligen Jahr die Ausgaben für Beschaffungsprojekte
sowie die investiven Ausgaben insgesamt, und wie hoch war der Anteil der
investiven Ausgaben am Verteidigungshaushalt?
8. Wie viele Soldaten hatte die Bundeswehr im jeweiligen Jahr?
9. Wie hoch war die Zahl der beim Bundesministerium der Verteidigung
insgesamt Beschäftigten im jeweiligen Jahr?
10. Welchen Anteil hatten (absolut und in Prozent) folgende
Ausgabenkategorien am jeweiligen Verteidigungshaushalt: Ausrüstung, Personal,
Infrastruktur, Anderes?
11. Um welche Art Sondervermögen handelt es sich dabei, und wofür wurde das
Geld ausgegeben?
12. Gibt es diese Ausgaben für Verteidigung aus ERP-Sondervermögen auch
nach 2012 (bitte Jahr und Summe auflisten), und wenn ja, woher stammt das
Geld, und wofür wurde es ausgegeben?
13. Welche deutschen Ausgaben jenseits des Einzelplans 14 berücksichtigen die
Bundesregierung oder die NATO für die NATO-Zählung der
Militärausgaben ihrer Mitglieder (bitte mit Haushaltstitel, Summe, Verwendung
auflisten)?
14. Werden die künftigen Kosten für den EU-Verteidigungsfonds auch als
Rüstungsausgaben im Sinne der NATO-Kriterien deklariert und
dementsprechend der NATO gemeldet oder von ihr gezählt?
15. Aus welchen Einzelplänen des deutschen Haushalts werden diese
finanziellen Mittel entnommen?
16. Wie hoch ist der deutsche Anteil am EU-Verteidigungsfonds?
17. Werden die künftigen Kosten für Projekte im Rahmen der Ständigen
Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) auch als Rüstungsausgaben im Sinne der
NATO-Kriterien deklariert und dementsprechend der NATO gemeldet oder
von ihr gezählt?
18. Aus welchen Einzelplänen des deutschen Haushalts werden diese
finanziellen Mittel entnommen?
19. Wie hoch ist der deutsche Anteil an der Ständigen Strukturierten
Zusammenarbeit (PESCO)?
20. Werden die künftigen Kosten für die Europäische Friedensfazilität (EFF)
auch als Rüstungsausgaben im Sinne der NATO-Kriterien deklariert und
dementsprechend der NATO gemeldet oder von ihr gezählt?
21. Aus welchen Einzelplänen des deutschen Haushalts werden diese
finanziellen Mittel entnommen?
22. Wie hoch ist der deutsche Anteil an der EFF?
Berlin, den 18. Juli 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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