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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Beeinträchtigung des Bahnverkehrs durch Ausfall der Klimaanlagen in Zügen des DB-Fernverkehrs

(insgesamt 8 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Datum

28.08.2019

Aktualisiert

26.07.2022

BT19/1216106.08.2019

Beeinträchtigung des Bahnverkehrs durch Ausfall der Klimaanlagen in Zügen des DB-Fernverkehrs

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12161 19. Wahlperiode 06.08.2019 Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Götz Frömming, Dr. Dirk Spaniel, Wolfgang Wiehle, Leif-Erik Holm, Matthias Büttner, Frank Magnitz, Andreas Mrosek und der Fraktion der AfD Beeinträchtigung des Bahnverkehrs durch Ausfall der Klimaanlagen in Zügen des DB-Fernverkehrs Schlecht funktionierende Klimaanlagen in den Zügen des DB-Fernverkehrs (ICE und IC) sind nach Ansicht der Fragesteller nach wie vor ein großes Problem, wie zahlreiche nachfolgend verlinkte Berichte aufzeigen. Am Wochenende des 29./30. Juni 2019 musste die DB Fernverkehr AG „wegen der Hitze“ Züge stoppen (www.tagesspiegel.de/berlin/trotz-besserer-klimaanlagen-zugausfaelle-bei- derbahn-am-hitzewochenende/24513208.html). Im vergangenen Jahr kam es ebenfalls immer wieder zu Ausfällen der Klimaanlage in den ICEs: So mussten zum Beispiel Anfang August 2018 zwei komplette Wagen des ICE 1004 von Berlin nach München gesperrt werden. Dabei wurden Reisende, die in den betroffenen Waggons einen Sitzplatz gebucht hatten, dazu aufgefordert, den Zug zu verlassen, andernfalls werde die Fahrt nicht fortgesetzt. Als Entschädigung erhielten die Fahrgäste 20 Euro dafür (www.morgenpost.de/ berlin/article215040837/Klimaanlage-in-ICE-kaputt-Fahrgaeste-muessen-aussteigen. html). Aber auch schon in den vorangegangenen Jahren kam es bei großer Hitze zu Schwierigkeiten mit den Klimaanlagen. Negativer Höhepunkt war eine Pannenserie im Sommer 2010. Dabei stiegen durch einen technischen Defekt die Temperaturen in einem ICE auf dem Weg von Berlin nach Köln und Düsseldorf auf mehr als 50 Grad Celsius an, so dass einige Fahrgäste kollabierten – neun Jugendliche mussten daraufhin in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Seinerzeit sahen sich Zugpersonal sowie die Deutsche Bahn AG der Kritik ausgesetzt, nicht angemessen auf diese Ausfälle reagiert zu haben (www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ reisen-ohne-klimaanlage-im-schwitzkasten-der-bahn-11007703.html). Als Ursache für die Ausfälle wurde in der Vergangenheit die mangelnde technische Reife der Klimaanlagen genannt (www.faz.net/aktuell/gesellschaft/klima anlagen-stoeranfaellige-komponente-der-ice-zuege-11007824.html). So würden Hersteller, bedingt durch die verhältnismäßig geringen Stückzahlen gefertigter Hochgeschwindigkeitszüge, an entsprechenden Langzeitversuchen sparen, da diese sich nicht rentieren würden – mit der Konsequenz, dass sich störanfälligere Klimaanlagen in den Waggons befänden. Auch die „ambitionierteren Entwicklungszeiten“ brächten es mit sich, dass die Hersteller der ICEs unausgereifte Modelle an Kunden ausliefern würden (www.faz.net/aktuell/gesellschaft/klima anlagen-stoeranfaellige-komponente-der-ice-zuege-11007824.html). Da davon auszugehen ist, dass die Temperaturen auch bei uns in den Warmwetterperioden immer öfter auf Extremwerte ansteigen werden, stellen nicht funktionierende Klimaanlagen in den ICEs nach Ansicht der Fragesteller eine Gefahr für Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen der Fahrgäste dar. Sie beeinträchtigen den Bahnverkehr, können Schäden nach sich ziehen und, mit Blick auf Entschädigungszahlungen für Fahrgäste, auch überflüssige Kosten verursachen (siehe weiter vorn verlinkte Berichte). Wir fragen die Bundesregierung: 1. Wie oft kam es nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem Jahr 2010 zu Ausfällen der Klimaanlagen in Fernverkehrszügen der Deutsche Bahn AG (bitte nach Jahren aufschlüsseln)? 2. Wie oft und auf welchen Strecken führten diese Ausfälle nach Kenntnis der Bundesregierung dazu, dass Züge nicht weiterfahren konnten (bitte nach Jahren aufschlüsseln)? 3. Wie häufig waren nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem Jahr 2010 Züge der Baureihen BR 401 (ICE 1), BR 402/805-7 (ICE 2), BR 403/406/407 (ICE 3), BR 411/415 (ICE T), BR 412/812 (ICE 4) und des IC 2 betroffen? 4. In wie vielen Fällen kam es nach Kenntnis der Bundesregierung dabei zu Entschädigungszahlungen? 5. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Summen der Entschädigungsleistungen pro Jahr (2010 bis 2018)? 6. Lagen bzw. liegen der Bundesregierung Erkenntnisse über die Ursachen der Störanfälligkeit der Klimaanlagen vor? a) Falls ja, hat die Bundesregierung diese Erkenntnisse beim bundeseigenen Unternehmen Deutsche Bahn AG zur Sprache gebracht? b) Falls nein, warum nicht? 7. Hat die Bundesregierung ferner auf das bundeseigene Unternehmen Deutsche Bahn AG eingewirkt, die Ausfälle der Klimaanlagen zu stoppen? a) Falls ja, in welcher Form ist das geschehen? b) Falls nein, warum nicht? 8. Sieht sich die Bundesregierung angesichts der jüngsten Vorkommnisse dazu veranlasst, auf das bundeseigene Unternehmen Deutsche Bahn AG einzuwirken, die Ausfälle von Klimaanlagen in den Zügen des DB Fernverkehrs zu stoppen? Berlin, den 18. Juli 2019 Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de ISSN 0722-8333]

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