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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Ursachen für den Zugang in Erwerbsminderungsrente
(insgesamt 17 Einzelfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Datum
06.09.2019
Aktualisiert
22.02.2023
BT19/1221807.08.2019
Ursachen für den Zugang in Erwerbsminderungsrente
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12218
19. Wahlperiode 07.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten René Springer, Jörg Schneider, Martin Sichert, Jürgen Pohl
und der Fraktion der AfD
Ursachen für den Zugang in Erwerbsminderungsrente
Infolge eines gesundheitsbedingten Ausscheidens aus dem Erwerbsleben wird
durch die Deutsche Rentenversicherung eine Rente wegen Erwerbsminderung
gezahlt. Der Zugang zur Erwerbsminderungsrente gemäß § 43 des Sechsten Buches
Sozialgesetzbuch – SGB VI – ist nur unter engen versicherungsrechtlichen und
gesundheitlichen Voraussetzungen möglich, wobei die gesundheitlichen
Voraussetzungen im Rahmen einer umfassenden medizinischen Begutachtung durch den
Rentenversicherungsträger evaluiert werden (vgl. https://bit.ly/2Ga1oee).
Entscheidende Kriterien bei der Prüfung des Anspruches auf
Erwerbsminderungsrente sind der individuelle Gesundheitszustand des Versicherten sowie dessen
Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit. Zeitreihen der Deutschen Rentenversicherung
belegen, dass der Anteil psychischer Erkrankungen (psychiatrischer Diagnosen)
als Ursache für den Neuzugang in Erwerbsminderungsrente zunehmend an
Bedeutung gewinnt (Vgl. http://doku.iab.de/forschungsbericht/2013/fb1213.pdf,
S. 36 ff.).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich die Zahl der Erwerbsminderungsrentner von 2010 bis heute
entwickelt (bitte differenziert nach Bund, nach neuen und alten Bundesländern,
nach Ländern sowie nach soziodemographischen Merkmalen – Geschlecht,
Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit
aus einem Top-8-Asylherkunftsland – für die Jahre von 2010 bis 2018
ausweisen)?
2. Wie viele Bezieher von Erwerbsminderungsrenten wiesen nach Kenntnis der
Bundesregierung zum Zeitpunkt der Antragstellung eine psychische
Erkrankung (psychiatrische Diagnose) auf (bitte die absoluten und relativen Zahlen
differenziert nach Bund, nach neuen und alten Bundesländern, nach Ländern
sowie nach soziodemographischen Merkmalen – Geschlecht,
Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem
Top-8-Asylherkunftsland – für die Jahre von 2010 bis 2018 ausweisen)?
3. Wie viele der neu bewilligten Erwerbsminderungsrenten gingen im Jahr
2018 auf eine psychische Erkrankung (psychiatrische Diagnose) zurück
(bitte die absoluten und relativen Zahlen differenziert nach Bund, nach neuen
und alten Bundesländern, nach Ländern sowie nach soziodemographischen
Merkmalen – Erwerbstatus bei Antragstellung, Geschlecht,
Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem
Top-8-Asylherkunftsland – ausweisen)?
4. Wie viele der im Jahr 2018 aufgrund einer psychischen Erkrankung
(psychiatrischen Diagnose) berenteten Personen waren vor Eintritt in die
Erwerbsminderungsrente
a) erwerbstätig,
b) arbeitssuchend oder
c) arbeitslos
(bitte die absoluten und relativen Zahlen differenziert nach Bund, nach neuen
und alten Bundesländern, nach Ländern sowie nach soziodemographischen
Merkmalen – Erwerbsstatus, Geschlecht, Staatsangehörigkeit deutsch,
Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem Top-8-
Asylherkunftsland – ausweisen)?
5. Welche Erkrankungen bzw. medizinischen Diagnosen bildeten in den letzten
zehn Jahren am häufigsten die Grundlage einer positiven Bewilligung von
Erwerbsminderungsrente (bitte in absoluten und relativen Zahlen die zehn
am häufigsten beschiedenen Einzeldiagnosen auflisten)?
6. Wie bewertet die Bundesregierung die im Rahmen von Frage 1 bis Frage 5
ermittelten Daten, und welche konkreten politischen Schlussfolgerungen
zieht sie hieraus?
7. Wie vielen Beziehern von Leistungen nach dem Zweiten Buch
Sozialgesetzbuch (SGB II) wurde in den letzten zehn Jahren eine
Erwerbsminderungsrente aufgrund einer psychischen Erkrankung (psychiatrischen Diagnose)
bewilligt (bitte die absoluten und relativen Zahlen differenziert nach Bund,
nach neuen und alten Bundesländern, nach Ländern sowie nach
soziodemographischen Merkmalen – Geschlecht, Staatsangehörigkeit deutsch,
Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem Top-8-
Asylherkunftsland – für die Jahre von 2010 bis 2018 ausweisen)?
8. Wie vielen Beziehern von SGB-II-Leistungen wurde in den letzten zehn
Jahren eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung aufgrund einer
psychischen Erkrankung (psychiatrischen Diagnose) bewilligt (bitte die absoluten
und relativen Zahlen differenziert nach Bund, nach neuen und alten
Bundesländern, nach Ländern sowie nach soziodemographischen Merkmalen –
Geschlecht, Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer,
Staatsangehörigkeit aus einem Top-8-Asylherkunftsland – für die Jahre von 2010 bis
2018 ausweisen)?
9. Wie vielen Beziehern von SGB-II-Leistungen wurde in den letzten zehn
Jahren eine Rente wegen voller Erwerbsminderung aufgrund einer psychischen
Erkrankung (psychiatrischen Diagnose) bewilligt (bitte die absoluten und
relativen Zahlen differenziert nach Bund, nach neuen und alten Bundesländern,
nach Ländern sowie nach soziodemographischen Merkmalen – Geschlecht,
Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit
aus einem Top-8-Asylherkunftsland – für die Jahre von 2010 bis 2019
ausweisen)?
10. Wie viele Bezieher von SGB-II-Leistungen bezogen in den letzten zehn
Jahren zeitgleich eine Erwerbsminderung aufgrund einer psychischen
Erkrankung (psychiatrischen Diagnose) (bitte die absoluten und relativen Zahlen
differenziert nach Bund, nach neuen und alten Bundesländern, nach Ländern
sowie nach soziodemographischen Merkmalen – Geschlecht,
Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem
Top-8-Asylherkunftsland – für die Jahre von 2010 bis 2018 ausweisen)?
11. Wie hat sich der Anteil jener Personen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung
auf Erwerbsminderungsrente aufgrund einer psychischen Erkrankung
(psychiatrischen Diagnose) SGB-II-Leistungen bezogen haben an der
Gesamtheit aller Erwerbsminderungsrenten in den letzten zehn Jahren entwickelt
(bitte die absoluten und relativen Zahlen differenziert nach Bund, nach neuen
und alten Bundesländern, nach Ländern sowie nach soziodemographischen
Merkmalen – Geschlecht, Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-
Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem Top-8-Asylherkunftsland – für die
Jahre von 2010 bis 2018 ausweisen)?
12. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Bezieher von
SGB-II-Leistungen, die an mindestens einer psychischen Erkrankung
(psychiatrischen Diagnose) leiden, in den letzten zehn Jahren entwickelt (sofern
möglich, bitte die absoluten und relativen Werte differenziert nach Bund,
nach neuen und alten Bundesländern, nach Ländern sowie nach
soziodemographischen Merkmalen – Geschlecht, Staatsangehörigkeit deutsch,
Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem Top-8-
Asylherkunftsland – ausweisen für die Jahre von 2010 bis 2018)?
13. Wie viele Bezieher von SGB-II-Leistungen nehmen aktuell an einer
arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur Stabilisierung des Gesundheitszustandes
bzw. zur Steigerung der individuellen Leistungsfähigkeit teil (bitte die
absoluten und relativen Zahlen inklusive der durchschnittlichen Teilnahmedauer
differenziert nach Bund, nach neuen und alten Bundesländern, nach Ländern
sowie nach soziodemographischen Merkmalen – Geschlecht,
Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem
Top-8-Asylherkunftsland – ausweisen für die Jahre von 2010 bis 2018
auflisten)?
14. Welche volkswirtschaftlichen Verluste sind nach Schätzungen der
Bundesregierung durch die nicht genutzten Erwerbspotentiale von Menschen mit
psychischen Erkrankungen (psychiatrischen Diagnose) bzw. Beziehern von
Erwerbsminderungsrenten aufgrund einer psychischen Erkrankung
(psychiatrischen Diagnose) verbunden (sofern möglich, bitte ex post für die Jahre
von 2010 bis 2018 sowie ex ante für die Jahre bis 2030 quantifizieren)?
15. Existieren nach Kenntnis der Bundesregierung Untersuchungen bzw.
Studien, die die volkswirtschaftlichen Verluste durch die nicht genutzten
Erwerbspotentiale von Menschen mit psychischen Erkrankungen
(psychiatrischen Diagnosen) berechnen?
Wenn ja, welche Studien sind das, und wie bewertet die Bundesregierung die
Ergebnisse der Studien?
Wenn nein, warum nicht?
16. Wie viele der Bezieher von SGB-II-Leistungen, die im Jahr 2018 bei der
Techniker Krankenkasse (TK) versichert waren, wiesen nach Kenntnis der
Bundesregierung mindestens eine psychische Erkrankung (psychiatrische
Diagnose) auf (bitte die absoluten und relativen Zahlen sowie differenziert
nach soziodemographischen Merkmalen – Erwerbsstatus: arbeitslos,
arbeitssuchend, Staatsangehörigkeit: Deutsche, Ausländer und Geschlecht –
auflisten)?
17. Sollten die in Frage 16 erfragten Daten nicht erhoben werden,
a) warum werden diese nicht erhoben,
b) wie hoch schätzt die Bundesregierung den Aufwand einer solchen
Erhebung ein, und
c) welche personenbezogenen Daten werden bei der TK erhoben, und was
ist die rechtliche Grundlage dafür?
Berlin, den 15. Juli 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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