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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro- und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
(insgesamt 10 Einzelfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Datum
10.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1245916.08.2019
Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro- und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12459
19. Wahlperiode 16.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Dirk Spaniel, Matthias Büttner, Leif-Erik Holm,
Frank Magnitz, Andreas Mrosek, Wolfgang Wiehle und der Fraktion der AfD
Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen
und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro-
und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
Viel wurde in den letzten Monaten und Jahren über saubere Benzin- und
Dieselautomobile gesprochen. Besonderes Augenmerk fällt auf die Elektromobilität.
Dazu müsste nach Aussage der Fraktion DIE LINKE., Sabine Leidig
(Plenarprotokoll 19/88, Seite 10408) bei der Regierungsbefragung am 20. März 2019 der
individuelle Verkehr halbiert werden.
Die E-Mobilität bedingt einen großen Bedarf an Rohstoffen für Akkus – siehe die
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/7497. Da die Versorgung mit diesen Rohstoffen vom Weltmarkt abhängig
ist, ist dies nach Ansicht der Fragesteller kritisch zu bewerten. Ferner sind die
Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern nach Ansicht der Fragesteller nicht
auf bundesdeutschem Niveau.
Aus der oben genannten Antwort geht ferner hervor, dass die weltweiten
Produktionsmöglichkeiten für Akkus mit 1 250 GWh geschätzt werden. Bei 80 KWh pro
Fahrzeug entspricht dies knapp 16 Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Bei 2017
weltweit 86 Millionen gebauten Fahrzeugen entspricht dies ca. 18 Prozent
Marktanteil.
Damit wird die E-Mobilität nach Ansicht der Fragesteller nicht durchschlagend
zum weltweiten Klimaschutz beitragen. Nimmt man die schwedische Studie
(www.focus.de/auto/elektroauto/e-auto-batterie-viel-mehr-co2-als-gedacht_id_
7246501.html) von www.ivl.se (www.ivl.se/download/18.5922281715bdaebede
9559/1496046218976/C243+The+life+cycle+energy+consumption+and+CO2+
emissions+from+lithium+ion+batteries+.pdf) zur Basis, ist E-Mobilität noch
fragwürdiger.
Bei dem Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ (www.kraftstoffe-der-zukunft.com/)
im Rahmen der Grünen Woche 2019 beteiligten die Fragesteller sich an der
Diskussion, ob Algen und hier speziell Makroalgen, also Seetang usw., die mit
Abstand günstigste Methode der Kraftstoffgewinnung sein können. Diese
Kraftstoffe können in sehr großen Mengen günstig hergestellt werden und belasten die
Teller-Tank-Diskussion nicht (www.bauernverband.de/teller-tank, www.derspatz.
de/themen/ernaehrung/superpflanze-alge-alleskoenner-fuer-tank-und-teller).
Die „WirtschaftsWoche“ (www.wiwo.de/technologie/green/mobilitaet-
algendieselbilliger-als-sprit-aus-erdoel/13546520.html) publizierte, dass Preise von 0,40 Euro/
Liter Algendiesel möglich wären.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Mit welchen Energien werden die ca. 80 Prozent der anderen Automobile
nach Kenntnis der Bundesregierung voraussichtlich im Jahr 2030 betrieben,
wenn man davon ausgeht, dass die Produktionskapazität weltweit für Akkus
bis zum Jahr 2030 1 250 GWh beträgt (siehe Bundestagsdrucksache 19/7497),
was nach den Berechnungen der Fragesteller weltweit für ca. 18 Prozent der
Automobile reichen würde?
2. Welche Projekte für Mikro- und Makroalgenzucht fördert die
Bundesregierung momentan?
Sind bei diesen Projekten auch welche dabei mit dem Ziel, einen Ersatz für
erdölbasierende Kraftstoffe zu erforschen?
3. Mit welchem Preisniveau kalkuliert die Bundesregierung bei der Nutzung
von Kraftstoffen aus Algen?
4. Mit welchen Standorten für Algenkraftstoff-Produktionsstätten rechnet die
Bundesregierung bis zum Jahr 2030, und sind Standorte in Deutschland
dabei?
5. Wie hoch schätzt die Bundesregierung das mengenmäßige Potential von
Algenkraftstoff zur Nutzung in Deutschland und der gesamten EU bis zum Jahr
2030 ein?
6. Wie beurteilt die Bundesregierung das hohe Potential von Algenkraftstoff,
unter der Prämisse, dass die Ernte von Biodiesel aus Raps bei ca. 1 500 Litern
pro Hektar (www.wissenwiki.de/Biodiesel) liegt und nach einer US-
amerikanischen Studie von Mora associates der Ertrag bei Algen bei 20 000
Gallonen pro Acre liegt (www.fao.org/uploads/media/0707_Wagner_-_Biodiesel_
from_algae_oil.pdf), was ca. 185 000 Litern pro Hektar entspricht, im
Verhältnis zu dem Aufwand der Schaffung der E-Mobilität?
7. Mit welchem Energieaufwand in kWh zur Herstellung rechnet die
Bundesregierung pro Liter Algendiesel mit einem Heizwert von 9,8 kWh pro Liter?
8. Welche Erfahrungen hat die Bundesregierung mit der katalytisch drucklosen
Verölung, kurz KDV (www.focus.de/wissen/weltraum/odenwalds_universum/
die-co2-neutrale-dieselanlage-oelgewinnung-aus-muell-wie-ein-
deutscherentwickler-die-welt-revolutionieren-will_id_4743051.html), im allgemeinen
und insbesondere mit der Demoanlage in Ennigerloh im Kreis Warendorf
(www.diesel-west.de) sammeln können?
9. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu technischen Verfahren
vor, welche aus Algenrohstoff Kraftstoff, insbesondere Dieselkraftstoff,
herstellen?
a) Sieht die Bundesregierung diese Verfahren als Möglichkeit,
Klimaschutzziele zu erreichen, und wenn ja, wie bindet die Bundesregierung diese
Verfahren in ihre Klimaschutzplanungen ein?
b) Wie bewertet die Bundesregierung die Umwelt- und Klimafreundlichkeit
bzw. -schädlichkeit eines solchen Verfahrens derzeit und potentiell für die
Zukunft?
10. Wird die Bundesregierung die oben genannten Möglichkeiten, um in einem
überschaubaren Zeitraum große Mengen CO2 in einen gebundenen Kreislauf
und sehr sauberen Alternativ-Dieselkraftstoff in den Verkehr zu bringen,
fördern, und macht die Förderung von E-Mobilität für mittlere und lange
Strecken aus Sicht der Bundesregierung in diesem Fall dann noch Sinn?
Berlin, den 10. Mai 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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