Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Aktive Waldbewirtschaftung als Beitrag zum Klimaschutz
(insgesamt 13 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Datum
13.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1276328.08.2019
Aktive Waldbewirtschaftung als Beitrag zum Klimaschutz
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker,
Carina Konrad, Nicole Bauer, Renata Alt, Olaf in der Beek,
Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Christian Dürr,
Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr,
Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen,
Thomas L. Kemmerich, Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Konstantin Kuhle,
Michael Georg Link, Oliver Luksic, Alexander Müller, Dr. Stefan Ruppert,
Christian Sauter, Frank Schäffler, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny,
Bettina Stark-Watzinger, Benjamin Strasser, Katja Suding, Linda Teuteberg,
Michael Theurer, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der
Fraktion der FDP
Aktive Waldbewirtschaftung als Beitrag zum Klimaschutz
Mit dem Übereinkommen von Paris hat sich Deutschland verpflichtet, die
Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu beschränken. Um die vereinbarten
Klimaziele zu erreichen, sind alle Bereiche gefordert, ihre sektorspezifischen
Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Der Bereich LULUCF (Landnutzung,
Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft) wird mit der LULUCF-
Verordnung ab 2021 ebenfalls in den europäischen Klimaschutzrahmen
einbezogen (https://ec.europa.eu/clima/policies/forests/lulucf_de).
Dort nimmt die nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung eine
zentrale Rolle für den Klimaschutz ein. Der deutsche Wald entzieht der
Atmosphäre jährlich knapp 60 Millionen Tonnen CO2, die langfristig in
Holzprodukten gespeichert noch einmal 2 bis 3 Millionen Tonnen CO2 binden. CO2-
Einspareffekte durch den Ersatz energieintensiv hergestellter Materialien und
fossiler Brennstoffe werden zudem auf über 60 Millionen Tonnen bilanziert.
Insgesamt wird der Klimaschutzbeitrag von Wald und Holz auf bis zu 127
Millionen Tonnen CO2 Einsparungen beziffert (www.bmel.de/SharedDocs/
Downloads/Broschueren/Waldbericht2017Langfassung.pdf?__blob=
publicationFile).
Jedoch geben sowohl die Ausweitung von Gebieten, in denen eine
Waldbewirtschaftung und Holznutzung untersagt ist, eine bedingte Mehrfachnutzung von
Hölzern, als auch der einschränkte Holzeinsatz im Baubereich, Anlass zur
Sorge, ob dieser Klimaschutzbeitrag auch in den kommenden Jahren weiterhin
erbracht werden kann.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12763
19. Wahlperiode 28.08.2019
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung in
Zusammenarbeit mit den Ländern, um die Klimaschutzwirkungen der Waldwirtschaft
und des Clusters „Forst und Holz“ zu fördern?
2. Wie bewertet die Bundesregierung die Schaffung nutzungsfreier Wälder
und die Förderung von Wildnisentwicklungsprogrammen im
Zusammenhang mit den Klimazielen von Paris?
3. Wie entwickelte sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Einfuhr und
Ausfuhr von Rundholz und Rohholz in den letzten 20 Jahren (Bitte um die
Aufstellung der Einfuhr- und Ausfuhrmengen je Holzart und Jahr)?
4. Rechnet die Bundesregierung mit zukünftigen rohstofflichen Engpässen
durch aktuelle Kalamitäten?
5. Gibt es innerhalb der Bundesregierung Bestrebungen, die
Klimaschutzwirkung von Holzprodukten in anderen Wirtschaftssektoren zu bilanzieren?
Wenn ja, welche Bewertungssysteme und Maßnahmen sind dafür geplant?
6. Inwiefern leistet nach Ansicht der Bundesregierung die Kaskadennutzung
innerhalb des Holzsektors einen Beitrag zum Klimaschutz?
7. Inwieweit wird nach Ansicht der Bundesregierung eine vollständige
Kaskadennutzung innerhalb des deutschen Holzsektors umgesetzt?
8. Plant die Bundesregierung, die Kaskadennutzung innerhalb des
Holzsektors zu fördern, um damit die Klimaschutzwirkung der
Waldbewirtschaftung und der mehrfachen Holznutzung weiter zu steigern?
Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen verfolgt die Bundesregierung in
diesem Zusammenhang?
9. Wie beurteilt die Bundesregierung die Klimaschutzpotenziale von Holz im
Produktbereich Vollholz, Holzspanprodukte, Verpackung oder zur
energetischen Verwertung?
10. Welche Maßnahmen sieht die Bundesregierung zur Förderung
holzfaserbasierter und holzspanbasierter Produkte vor?
11. Inwieweit begrüßt die Bundesregierung die Verwendung bisher
ungenutzten Kalamitäten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 zur energetischen
Verwertung (www.freiepresse.de/vogtland/oberes-vogtland/
sachsenforsterwartet-neue-rekordmenge-an-schadholz-artikel10543752)?
12. Welche Regelungen plant die Bundesregierung zu ergreifen, um einen
verstärkten Holzeinsatz, beispielsweise durch das Bauen mit Holz, zu
forcieren?
13. Sieht die Bundesregierung in der derzeitigen Ausgestaltung der
Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVVTB) eine
Einschränkung für einen verstärkten Einsatz von Holz im Bauwesen?
Berlin, den 14. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
Ähnliche Kleine Anfragen
Auswirkungen hochverarbeiteter vegetarischer Lebensmittel auf die menschliche Gesundheit
AfD07.07.2022
Förderung der Herstellung von pflanzlichen, fermentierten und zellkultivierten Proteinen für die menschliche Ernährung durch die Bundesregierung
AfD11.04.2024
Trifluoressigsäure im Grund- und Trinkwasser
DIE LINKE22.05.2017
Tätigkeiten der Bundesregierung im Bereich Digitalisierung in der Landwirtschaft
AfD17.07.2020