Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Rechtsgrundlage und Finanzierungssicherheit für die Weltraumforschung
(insgesamt 13 Einzelfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Datum
26.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1281729.08.2019
Rechtsgrundlage und Finanzierungssicherheit für die Weltraumforschung
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Joana Cotar, Uwe Schulz, Dr. Michael Espendiller und der
Fraktion der AfD
Rechtsgrundlage und Finanzierungssicherheit für die Weltraumforschung
Laut dem Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI),
Dieter Kempf, ist der Weltraum für das Industrieland Deutschland eine große
Chance. Der Raumfahrtsektor gilt als schnell wachsender und strategischer
Milliarden-Markt. In einem Interview wird der BDI-Präsident wie folgt zitiert:
„Raumfahrtanwendungen sind für die deutsche Industrie von zentraler
Bedeutung.“ Diese, so der Artikel weiter, „seien die Voraussetzung für
Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren, Digitalisierung und Industrie 4.0.“ und
werden „damit zu einer kritischen Infrastruktur für das Industrieland Deutschland“
(www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutschland-raumfahrt-
mondindustrie-1.4454505).
Um das Land fit für den Zukunftsmarkt Weltraum zu machen, veröffentlichte
der BDI im Mai 2019 acht Handlungsempfehlungen. Diese beinhalten u. a. die
Schaffung eines investitionsfreundlichen Rechtsrahmens durch ein
Weltraumgesetz und die Erhöhung des nationalen Budgets für Raumfahrtausgaben
(Nationales Programm für Weltraum und Innovationen) von 285 Mio. Euro. Im
Vergleich dazu verfügte beispielsweise Frankreich im selben Zeitraum über ein
Budget von 726 Mio. Euro (https://bdi.eu/publikation/news/zukunftsmarkt-
weltraum/).
Laut dem Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas
Jarzombek, könnte ein Entwurf eines Weltraumgesetzes noch 2019 veröffentlicht
werden. Es soll vor allem die Frage der Haftung bei Aktivitäten im Weltraum
beinhalten und auch eigentumsrechtliche Fragen umfassen, aber auch die
private Nutzung von Ressourcen im All thematisieren (https://de.reuters.com/article/
deutschland-raumfahrt-jarzombek-idDEKCN1P816T).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. In welcher konkreten Phase befindet sich der angekündigte Gesetzentwurf
für ein Weltraumgesetz, und wann ist mit einem diesbezüglichen
Gesetzentwurf zu rechen?
2. Welche konkreten Inhalte werden nach Kenntnis der Bundesregierung in
einem neuen Weltraumgesetz verankert sein, und welche konkreten Ziele
für die deutsche Industrie und Wirtschaft sollten mit diesem
Weltraumgesetz verfolgt werden?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12817
19. Wahlperiode 29.08.2019
3. Steht der konkrete Umfang der Regelungen bereits abschließend fest?
a) Falls nein, warum nicht?
b) Falls nein, wie bewertet die Bundesregierung die diesbezüglich in den
Vorbemerkungen erwähnte Äußerung des Luft- und
Raumfahrtkoordinators?
4. Seit welchem Zeitpunkt befasst sich die Bundesregierung mit einem
Entwurf eines Weltraumgesetzes, und welche Behörden und/oder
Nichtregierungsorganisationen haben mitgearbeitet oder werden an einem
diesbezüglichen Entwurf mitarbeiten?
5. In welcher Hinsicht wird sich der angekündigte Gesetzentwurf für ein
Weltraumgesetz auf die Konkretisierung von völkerrechtlichen
Genehmigungs-, Überwachungs- und Haftungsverpflichtungen beziehen,
und welche legistische Ausgestaltung werden diesen völkerrechtlichen
Regelungen im Gesetzentwurf zugrunde liegen (Antwort zu den Fragen 27
und 28 auf Bundestagsdrucksache 19/3745)?
6. In welcher Hinsicht bezieht sich der Gesetzentwurf auf den
Ressourcenabbau im Weltraum?
a) Sollen Privatpersonen und Unternehmen laut Gesetzentwurf Rohstoffe
aus dem All nutzen dürfen, und wofür?
b) Wenn ja, wie kann die Bundesregierung dies vor dem Rechtshintergrund
des UN-Weltraumvertrages aus dem Jahr 1967 vereinen, wonach
Himmelskörper nicht unter die Hoheit eines Nationalstaats fallen
(www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/internatrecht/
einzelfragen/weltraumrecht)?
7. In welcher Form wird sich der Gesetzentwurf auf die Frage nach
ausreichender Investitions- und Rechtssicherheit für nichtstaatliche
Raumfahrtaktivitäten beziehen?
8. In welcher Weise wird sich der Gesetzentwurf auf das Thema im All
gesammelter Daten beziehen, und wie wird diesbezüglich das Thema
Datenschutz berücksichtigt werden (https://de.reuters.com/article/deutschland-
raumfahrt-jarzombek-idDEKCN1P51EN)?
9. Ist aktuell eine Budgetmittelerhöhung für das Nationale Programm für
Weltraum und Innovationen geplant?
10. Hält die Bundesregierung eine mittelfristige Budgetmittelerhöhung für
erforderlich, und wenn ja, welche Budgetmittelerhöhung hält die
Bundesregierung in welchem zeitlichen Rahmen für erforderlich?
11. Wie bewertet die Bundesregierung die Empfehlung des BDI bezüglich
einer Budgetmittelerhöhung um rund 150 Prozent auf das Niveau
Frankreichs?
12. Wurde die Anfang 2016 angekündigte Evaluierung des Nationalen
Programms für Weltraum und Innovation (www.bmwi.de/Redaktion/DE/
Downloads/G/gemeinsame-erklaerung-branchendialog-luft-
raumfahrt.pdf?__blob=publicationFile&v=4) bereits durchgeführt?
a) Wenn ja, zu welchen Ergebnissen ist diese gekommen, und ist diese
Evaluierung öffentlich einsichtig?
b) Wenn nein, warum nicht?
13. Kann die Bundesregierung ausschließen, ihre aktuelle Einschätzung über
eine Budgetmittelerhöhung für das Nationale Programm für Weltraum und
Innovationen nach dieser Evaluierung zu überdenken?
Berlin, den 15. August 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
Ähnliche Kleine Anfragen
Aktuelle Preisentwicklung beim Zuckermarkt in Deutschland
AfD13.04.2026
Heizkostenkrisen, Zahlungsengpässe und mögliche Gefährdung der Wärmeversorgung in Wohnanlagen in Deutschland
AfD09.04.2026
Projektförderung, insbesondere Unterstützung der Opposition im Ausland, durch das Auswärtige Amt
AfD10.04.2026
Auslastung und Krisenresilienz der Bundeswehrkrankenhäuser
AfD15.04.2026