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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Impact-Journalismus und zielgenaues Storytelling für gesellschaftlichen Wandel
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Datum
26.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1309510.09.2019
Impact-Journalismus und zielgenaues Storytelling für gesellschaftlichen Wandel
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Joana Cotar, Uwe Schulz, Dr. Michael Espendiller und der
Fraktion der AfD
Impact-Journalismus und zielgenaues Storytelling für gesellschaftlichen Wandel
Das Umweltbundesamt hat im Dezember 2018 zu einem Symposium in den
Räumen des Umweltbundesamtes in Berlin geladen. Thema dieses
Symposiums war das Inputpapier „Impact-Journalismus und zielgenaues Storytelling
für gesellschaftlichen Wandel“ (http://kmgne.de/wp-content/uploads/2018/11/
Inputpapier_Symposium_Impact-Journalismus.pdf), welches im Rahmen einer
Sonderstudie des Umweltbundesamtes erstellt wurde. Ziel des Symposiums
war es, robuste Perspektiven für Impact-Journalismus zu entwerfen und auf
seine Praxistauglichkeit hin abzuklopfen. Beauftragt mit der Durchführung des
Projektes „Impact-Journalismus und zielgenaues Storytelling für
gesellschaftlichen Wandel“ sowie auch mit der Durchführung des nichtöffentlichen
Symposiums war das Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger
Entwicklung gGmbH (KMGNE) (http://kmgne.de/wp-content/uploads/2015/04/PM-
Impact-Journalismus.pdf).
Unter Impact-Journalismus versteht das Inputpapier eine Erweiterung des
bisherigen Journalismus um ein zusätzliches Tätigkeitselement, das es im
journalistischen Berufsbild heute noch nicht gibt. Dieses solle bestehende Ansätze für
eine thematische Umorientierung (konstruktiver Journalismus, transformativer
Journalismus) ergänzen. Die Medien seien heute nicht adäquat verfasst,
aufgestellt und vor allem ausgerichtet, um die große Transformation zur
Nachhaltigkeit aktiv voranzutreiben oder sie kurativ mit den Transformationsakteuren
engagiert zu begleiten. Die Bestandsaufnahme zeige, dass wenn der Journalismus,
insbesondere die innerhalb des Mediensystems zentrale Akteursgruppe der
Content-Produzentinnen und -produzenten, eine wirkliche Rolle beim Projekt
„Weltrettung“ spielen wolle, dann müsse er sich und seine Arbeitsweise radikal
neu erfinden. Weiter heißt es: „Dem Impact-Journalismus geht es um die
Generierung von Wirkungen, von Veränderungen. Wenn diese ausbleiben, werden in
einer nächsten Berichtsschleife die Gründe der Blockaden thematisiert (http://
kmgne.de/wp-content/uploads/2018/11/Inputpapier_Symposium_Impact-
Journalismus.pdf).
Zum Ende Januar 2019 sollte ein Positionspapier fertiggestellt werden, welches
das Inputpapier mit der Expertise des Symposiums zusammenfügt.
Nach Ansicht der Fragesteller handelt es sich bei dem Symposium sowie den
zugehörigen Konzeptpapieren um eine unzulässige Maßnahme des
Umweltbundesamtes mit dem Ziel, die sogenannte Vierte Gewalt in Form der
öffentlichen Medien für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren, um somit einen
gezielten Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung sowie auf unabhängige
parlamentarische Entscheidungen zu nehmen.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13095
19. Wahlperiode 10.09.2019
Nach Ansicht der Fragesteller sind vor diesem Hintergrund auch Aussagen der
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Zusammenhang mit der deutschen
Klimapolitik neu zu bewerten, Beschlüsse zu fassen, die zu disruptiven
Veränderungen führen (www.bild.de/politik/inland/politik-inland/merkel-
kuendigtkurswechsel-an-kein-pillepalle-mehr-in-der-klimapolitik-62419470.bild.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Hat das Umweltbundesamt das Inputpapier „Impact-Journalismus und
zielgenaues Storytelling für gesellschaftlichen Wandel“ in Auftrag gegeben,
und wenn ja, wie hoch waren die Erstellungskosten sowie die öffentliche
Förderung?
2. Welche Erwartungen und welche Ergebnisse verbinden die
Bundesregierung und das Umweltbundesamt mit der Erstellung dieses Inputpapiers?
3. Machte das Umweltbundesamt inhaltliche Vorgaben und Förderauflagen
für die Erstellung des Inputpapiers, und wenn ja, welche?
4. Wurde im Januar 2019 ein Positionspapier fertiggestellt, welches die
Inhalte des Inputpapiers und des Symposiums zusammenfügt?
5. Wenn ja, wie hoch waren die Erstellungskosten und die öffentliche
Förderung für dieses Positionspapier, und wann wurde es durch das
Umweltbundesamt veröffentlicht?
6. Teilt die Bundesregierung die in dem Inputpapier „Impact-Journalismus
und zielgenaues Storytelling für gesellschaftlichen Wandel“ des
Umweltbundesamtes getätigten Ansichten und Aussagen bezüglich des Status quo,
der Aufgaben und der Instrumente des Journalismus?
7. Wie bewertet die Bundesregierung das Konzept des zielgenauen
Storytellings für einen gesellschaftlichen Wandel?
8. Wie bewertet die Bundesregierung die vom Umweltbundesamt praktizierte
Methode der Veröffentlichung von Klarnamen von Journalisten als
Klimawandelskeptiker bzw. Klimaskeptiker (www.umweltbundesamt.de/themen/
klima-energie/klimawandel/klimawandel-skeptiker#textpart-1)?
9. Teilt die Bundesregierung die Ansicht der Fragesteller, dass es sich bei dem
Symposium sowie den zugehörigen Konzeptpapieren des
Umweltbundesamtes um eine unzulässige Maßnahme handelt, und sieht die
Bundesregierung diesbezüglichen gesetzgeberischen Handlungsbedarf?
Wenn nein, warum nicht?
10. Teilt die Bundesregierung die Ansicht der Fragesteller, dass durch eine
behördliche Etablierung des sogenannten Impact-Journalismus ein
unangemessener Einfluss der Exekutive auf die unabhängigen und demokratisch
legitimierten Entscheidungen der Legislative genommen werden soll, und
wenn ja, wie beurteilt die Bundesregierung diese Absicht?
Wenn nein, warum nicht?
11. Wie beurteilt die Bundesregierung generell die Medienberichterstattung
über die Arbeit der Bundesregierung vor allem im Hinblick auf die
deutsche Klimapolitik?
12. Wie bewertet die Bundesregierung vor diesem Hintergrund die Absicht der
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Beschlüsse zu fassen, die nach
eigenen Äußerungen zu schwerwiegenden Veränderungen in der deutschen
Klimapolitik führen sollen (https://rp-online.de/politik/deutschland/merkel-
will-die-klimapolitik-umkrempeln_aid-39261369)?
13. Welche disruptiven Beschlüsse im Zusammenhang mit der deutschen
Klimapolitik beabsichtigt die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in
absehbarer Zeit zu treffen und umzusetzen, und bis wann?
Berlin, den 10. Juli 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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