Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Indigenenrechte und Regenwaldschutz in Brasilien
(insgesamt 23 Einzelfragen)
Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ressort
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Datum
22.10.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1338720.09.2019
Indigenenrechte und Regenwaldschutz in Brasilien
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Uwe Kekeritz, Kai Gehring, Ottmar von Holtz,
Claudia Roth (Augsburg), Omid Nouripour, Lisa Badum, Annalena Baerbock,
Margarete Bause, Dr. Franziska Brantner, Agnieszka Brugger, Katja Keul,
Dr. Tobias Lindner, Cem Özdemir, Manuel Sarrazin, Dr. Frithjof Schmidt,
Jürgen Trittin, Steffi Lemke, Matthias Gastel, Stefan Gelbhaar,
Dr. Bettina Hoffmann, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Oliver Krischer,
Christian Kühn (Tübingen), Dr. Ingrid Nestle, Ulle Schauws,
Maria Klein-Schmeink, Margit Stumpp, Daniela Wagner und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Indigenenrechte und Regenwaldschutz in Brasilien
Am 23. Juli 2019 wurde der Anführer der indigenen Gruppe der Wajãpí, Herr
Emyra Wajãpí, in Amapá im nördlichen Amazonas von illegal in das
geschützte Gebiet der Wajãpí eindringenden Goldgräberinnen und Goldgräbern getötet
(www.dw.com/de/mord-verbreitet-angst-unter-indigenen-in-brasilien/
a-49815544). Darüber hinaus gibt es Berichte über gezielte Übergriffe auf
Frauen und Mädchen in verschiedenen Wajãpídörfern in den vergangenen
Wochen (www.nbcnews.com/news/latino/we-are-great-danger-amazon-indigeno
us-waiapi-chief-killed-illegal-n1035806).
Der Angriff auf das Land der Wajãpí ist nur ein Beispiel von vielen. Das
Eindringen in indigene Gebiete hat laut Amazon Watch seit dem Amtsantritt von
Präsident Bolsonaros um 150 Prozent zugenommen (https://amazonwatch.org/
assets/files/2019-complicity-in-destruction-2.pdf, S. 8). Der neue Präsident
Brasiliens übertrug wenige Stunden nach seinem Amtseid die Verantwortung
für den Schutz, die Festlegung und Demarkierung des Landes von Indigenen
vom Justiz- auf das Landwirtschaftsministerium, in dem nach Presseberichten
die Agrarlobby das Sagen hat (www.deutschlandfunk.de/lateinamerika-experte-
agrarlobby-ist-bolsonaros.694.de.html?dram:article_id=457123). Er droht
regelmäßig mit der Öffnung geschützter indigener Territorien für den
kommerziellen Bergbau, Holzeinschlag und das Agribusiness, obwohl dies durch die
brasilianische Verfassung und die Ratifizierung der ILO 169 Konvention
verboten ist und verglich indigene Gruppen, die in geschützten Gebieten leben, mit
Zootieren (www.nytimes.com/2019/01/02/world/americas/brazil-bolsonaro-
president-indigenous-lands.html). Präsident Bolsonaros Rhetorik und Politik
befeuern nach Ansicht der Fragesteller zusätzlich die Spannungen und stellen
die Weichen für weitere Angriffe auf indigenes Land und seine Bewohnerinnen
und Bewohner. Dabei sind indigene Völker aus Sicht der Fragesteller die
besten Umweltschützerinnen und -schützer. Auch die letzten Berichte des
Biodiversitätsrates der Vereinten Nationen hoben die Rolle von Indigenen beim
Artenschutz explizit hervor (z. B. www.ipbes.net/system/tdf/2018_ameri
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13387
19. Wahlperiode 20.09.2019
cas_full_report_book_v5_pages_0.pdf?file=1&type=node&id=29404, www.ip
bes.net/assessment-reports). Mitglieder indigener Bevölkerungsgruppen
engagieren sich zudem häufig als Land- und Umweltaktivistinnen und -aktivisten,
die besonders stark unter Gewalt und Verfolgung leiden.
Michelle Bachelet, Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten
Nationen erkannte den Mord an Emyra Wajãpí als „ein beunruhigendes Symptom für
das wachsende Problem der Invasion in indigene Gebiete – insbesondere in
Wälder – durch Bergbau, Holzfäller sowie Bäuerinnen und Bauern in
Brasilien“ (https://news.un.org/en/story/2019/07/1043401).
Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller versprach, dass der Schutz der
Indigenenrechte bei den bilateralen Beziehungen mit Brasilien eine Priorität
sein werde (https://amerika21.de/2019/07/228702/brasilienreise-mueller). Die
Bundesregierung betonte in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion
DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache. 19/7801, S. 4, dass sie
„Entwicklungen im Indigenenschutz aufmerksam“ verfolge und „im Rahmen ihrer
Menschenrechtsarbeit – allein und in Zusammenarbeit mit der EU – in engem
Kontakt mit der Regierung und Zivilgesellschaft“ stehe. Vor dem Hintergrund der
Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, des kürzlich vereinbarten
Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten,
sowie dem Ratifikationsprozess zur ILO-Konvention 169 braucht es nach
Ansicht der Fragesteller eine internationale Solidarisierung mit der indigenen
Bevölkerung und konkrete Konsequenzen für die deutsche Außen-, Handels-,
Finanz-, Menschenrechts- und Entwicklungspolitik.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Inwiefern hat die Bundesregierung Kenntnisse über den Angriff auf das
Volk der Wajãpí am 23. Juli 2019, über mögliche Konsequenzen für die
Angreiferinnen und Angreifer, mögliche Kompensationen für die
Indigenengemeinde sowie konkrete Schritte der brasilianischen Regierung, um
derartige Angriffe in Zukunft zu verhindern, und welche Konsequenzen
zieht die Bundesregierung daraus für die Zusammenarbeit mit der
brasilianischen Regierung und/oder Zivilgesellschaft?
2. Hat die Bundesregierung Kenntnisse über weitere Angriffe auf
Indigenengebiete in Brasilien seit dem Amtsantritts Präsident Bolsonaros, und wie
schätzt die Bundesregierung die Lage der Indigenen unter der Bolsonaro-
Regierung ein?
3. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung hinsichtlich der Berichte
über zunehmende Gewalt gegen Indigene vor dem Hintergrund ihrer
eigenen wiederholten Aussage, man werde die Bolsonaro-Regierung „an ihren
Taten messen“ (www.sueddeutsche.de/politik/brasilien-bolsonaro-praesi
dent-1.4189542)?
4. Inwiefern hat die Bundesregierung Kenntnisse über die Einschränkung der
Arbeit von Nichtregierungsorganisationen und
Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidigern, die sich für den Schutz indigener
Gruppen, Menschenrechte oder Umweltschutz einsetzen?
Welche Konsequenzen zieht sie daraus?
5. Mit welchen Indigenenvertreterinnen und Indigenenvertretern und
zivilgesellschaftlichen Organisationen haben sich Bundesentwicklungsminister
Dr. Gerd Müller und Bundesaußenminister Heiko Maas auf ihren
jeweiligen Reisen nach Brasilien getroffen?
a) In welcher Form wurden Indigenenrechte angesprochen?
b) Welche Einschätzung oder Befürchtungen wurden von den
brasilianischen Gesprächspartnerinnen und -partnern in Bezug auf
Indigenenrechte, Waldschutz und die Situation von Umwelt- und
Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten unter der aktuellen Regierung geäußert, und
welche Forderungen oder Bitten wurden an die Bundesregierung
gestellt?
6. Welche Neuzusagen für Regenwaldschutz sowie den Schutz indigener
Gebiete haben die Bundesregierung sowie nach Kenntnis der
Bundesregierung die Europäische Kommission seit Amtsantritt Präsident Bolsonaros
gemacht, und welche Vorhaben in diesen Bereichen wurden seitdem neu
begonnen (bitte nach Projekten, Projektziel, Finanzvolumen und
Zielgruppe bzw. Zielregion aufschlüsseln)?
a) Hat der Angriff auf die Wajãpí Auswirkungen auf Projekte, die mit
deutschen Mitteln finanziert wurden?
Wenn ja, welche Auswirkungen auf welches Projekt?
b) Inwiefern sieht die Bundesregierung deutsche Projekte durch den
zunehmenden Holzeinschlag, Bergbau und das Agrobusiness gefährdet?
c) Hat die Bundesregierung gegenüber der brasilianischen Regierung
Sorgen bezüglich möglicher Gefährdungen für Projekte, die von Seiten
Deutschlands und/oder der Europäischen Union finanziert wurden und
werden, zum Ausdruck gebracht?
7. Inwiefern plant die Bundesregierung, das GIZ-Projekt „Schutz und
nachhaltiges Management in Indigenengebieten Amazoniens“ jenseits der
aktuellen Laufzeit bis 2020 weiterzuführen oder ein entsprechendes
Folgeprojekt anzustreben?
a) Kann die GIZ nach Kenntnis der Bundesregierung das Projekt weiterhin
ungestört umsetzen?
Wenn nein, aus welchen Gründen?
b) Inwiefern will sich die Bundesregierung weiterhin für den Schutz der
kulturellen Identität der Indigenen einsetzen, beispielsweise für die
Förderung und den Erhalt der indigenen Sprachen, und wie sieht sie die
Rahmenbedingungen dafür durch die aktuelle Regierung Brasiliens
verändert?
8. Inwiefern wurde, nach Kenntnis der Bundesregierung, bisher die
Zusammenarbeit der GIZ mit der Brasilianischen Indigenenbehörde FUNAI durch
die Politik des neuen Präsidenten Bolsonaro beeinträchtigt?
9. Welche weiteren konkreten Initiativen der Bundesregierung sind zum
Schutz der indigenen Bevölkerungsgruppen Brasiliens und ihrer Territorien
geplant (bitte voraussichtliches Startdatum, Projektziel, Finanzvolumen
und Zielgruppe bzw. Zielregion auflisten)?
10. An welchen Infrastrukturprojekten (z. B. Straßen, Schienen, Kraftwerke
u. Ä.) im Amazonasgebiet sind nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell
öffentliche oder private Mittel aus der Bundesrepublik Deutschland
beteiligt oder ist eine Beteiligung geplant (bitte nach Projekt, Art der
Beteiligung und Finanzierungsvolumen aufschlüsseln)?
a) Kann ausgeschlossen werden, dass diese Infrastrukturprojekte indigene
Territorien durchlaufen, tangieren oder die Umwelt und
Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen beeinträchtigen?
b) Falls nicht, ist nach Kenntnis der Bundesregierung der in der Erklärung
der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker vorgesehene
FPIC (free prior and informed consent) bzw. öffentliche Konsultationen
der betroffenen indigenen Gruppen gewährleistet, und welche konkreten
Maßnahmen wurden im Vorfeld durchgeführt (insbesondere Umwelt-
und Sozialverträglichkeitsprüfungen), bzw. welche
Kompensationsmaßnahmen sind jeweils geplant?
11. Hat die Bundesregierung Kenntnis über in einer Studie von Amazon Watch
(vgl. https://amazonwatch.org/assets/files/2019-complicity-in-destructi
on-2.pdf) genannte finanzielle Beteiligungen von deutschen Finanziers wie
z. B. Commerzbank, DZ Bank, Allianz, Deutscher Bank, KfW sowie
Volkswagen und Daimler Financial Services an Aktivitäten und
Kreditvergaben, die laut der Studie direkt oder indirekt zur Regenwaldzerstörung in
Brasilien beitragen sollen, zum Beispiel Fonds und Kredite an große
Agrarunternehmen, die Soja und Fleisch produzieren, und welche Maßnahmen
ergreift sie ggf. dahingehend?
12. Inwiefern, mit welchen konkreten Maßnahmen, und in welchem
Zeitrahmen setzt sich die Bundesregierung in der EU für ein verbindliches
Zertifizierungsabkommen der EU mit Brasilien ein, das sicherstellen soll, dass
Produkte, wie Palmöl oder Soja, die durch Rodung des Regenwaldes
gewonnen wurden, nicht in die EU importiert werden dürfen (www.tages
schau.de/ausland/mueller-brasilien-reise-101.html)?
a) In welchem Rahmen und mit welchen Mitgliedstaatenwurde die
Erarbeitung eines solchen Abkommens auf europäischer Ebene beraten?
b) Auf welche Zertifizierungen, bzw. Zertifizierungssysteme will die
Bundesregierung dieses Abkommen stützen?
c) Inwiefern werden hier neben Kriterien des Umwelt- und Klimaschutzes
auch menschenrechtliche und soziale Kriterien, sowie der Schutz vor
genveränderten Produkten ausschlaggebend sein?
d) Für welche weiteren Handelsgüter plant die Bundesregierung ein
solches Zertifizierungsabkommen?
e) Durch welche Institution sollen die Zertifikate erteilt und regelmäßig
überprüft werden?
f) Welche weiteren Wald- und andere Landschaftsflächen außer dem
Regenwald würde das Zertifizierungsabkommen umfassen?
g) Inwiefern kann ausgeschlossen werden, dass es lediglich zu einer
Verschiebung der Entwaldung kommt, so wie es z. B. in den vergangenen
Jahren durch das Sojamoratorium zu beobachten war, aufgrund dessen
ein Großteil der neu für den Soja-Anbau genutzten Flächen inzwischen
im Cerrado geschieht, und die dort ansässige Rinderwirtschaft nach
Amazonien verlagert, wo sie für mittlerweile 65 Prozent der (auch
illegalen) Rodungen verantwortlich ist ( w w w . g e g e n s t r o e
mung.org/web/wp-content/uploads/2019/01/TAPAJOS_online.pdf#pa
ge=19)?
13. Thematisierte die Bundesregierung die Entlassung des Präsidenten des
brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (INPE), Ricardo Galvão,
durch Präsident Bolsonaro, nachdem das INPE über massive
Regenwaldabholzung berichtet hatte?
Wenn ja, wie, und in welchem Rahmen (www.zeit.de/politik/ausland/
2019-08/jair-bolsonaro-brasilien-abholzung-regenwald-streit-entlassung)?
14. Was beinhaltet die von der brasilianischen Regierung und
Bundesaußenminister Heiko Maas auf seiner Brasilienreise unterzeichnete
Abschlusserklärung bezüglich des beabsichtigen Regenwaldschutzes (www.faz.net/aktu
e l l /po l i t ik /aus land /b ras i l i en -he iko-maas - t r i f f t - j a i r -bo l sona
ro-16165226.html)?
15. Inwiefern legt die Einigung mit der brasilianischen Regierung auf eine
Weiterführung des Waldschutzes einen Fokus, auf welche Art der
Wiederaufforstung, inwiefern auf den Stopp der Regenwaldzerstörung?
16. Welche konkreten Maßnahmen plant das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des
Themenstrangs „entwaldungsfreie Lieferketten“ in Brasilien, und inwiefern
sind hierzu Kooperationen mit Akteurinnen und Akteuren des Agribusiness
geplant?
Inwiefern sieht die Bundesregierung hier Zielkonflikte, vor dem
Hintergrund, dass das Agribusiness in Brasilien zu einem großen Teil für die
Regenwaldzerstörung und die Übergriffe auf indigene Gemeinschaften
verantwortlich ist (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller), und wie beabsichtigt
sie, diesen Zielkonflikten zu begegnen?
17. Welche Konsequenzen plant die Bundesregierung, sollte die brasilianische
Regierung bis 2030 keinen absoluten Stopp der Brandrodung in Brasiliens
Regenwäldern durchsetzen, wie es Bundesminister Dr. Gerd Müller als
aktuelle Vereinbarung verlauten ließ (www.tagesschau.de/ausland/mueller-
brasilien-reise-101.html)?
Welche Zwischenschritte erwartet die Bundesregierung auf dem Weg bis
2030?
18. Was ist die abgestimmte Haltung der Bundesregierung zur Bereitstellung
von Fördermitteln zum Regenwaldschutz, vor dem Hintergrund, dass das
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
(BMU) Gelder strich, das BMZ sich gegen eine Streichung aussprach (vgl.
w w w . a b e n d b l a t t . d e / p o l i t i k / a u s l a n d / a r t i c l e 2 2 6 7 5
2181/Bolsonaro-Brauchen-Deutschlands-Geld-fuer-Amazonas-nicht.html
& BMZ-Ticker: „Entwicklungsminister Müller hält an Amazonas-
Regenwaldschutz fest“), während das Auswärtige Amt und das
Bundeskanzleramt sich nicht zu der Thematik äußern?
a) Welche Projekte werden mit Mitteln der Internationalen Klimainitiative
des BMU zurzeit in Brasilien gefördert, und welche geplanten Projekte
sind von der angekündigten Streichung (s. o.) voraussichtlich betroffen
(bitte jeweils nach Projektziel, Projektträger und Finanzvolumen
aufschlüsseln)?
b) Mit dem Wissen um die Bedeutung des Amazonas für das Weltklima,
wie gedenkt die Bundesregierung, hier auf die brasilianische Regierung
jenseits der Streichung von Mitteln zum Waldschutz einzuwirken?
19. Wie schätzt die Bundesregierung vor dem Hintergrund, dass sie den
Nichtaustritt Brasiliens aus dem Pariser Klimaabkommen ausdrücklich würdigte
(Antwort des Staatsministers Michael Roth auf die Frage des
Abgeordneten Uwe Kekeritz am 15. Mai 2019, Plenarprotokoll 19/100), Brasiliens
Umsetzung des Abkommens ein?
Wo sieht sie Erfolge, wo Versäumnisse?
20. Was ist der Verhandlungsstand zur Ratifizierung der ILO-Konvention 169,
die laut Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD noch in dieser
Legislaturperiode geplant ist?
Wann soll sie voraussichtlich unterzeichnet werden?
Falls nicht unterzeichnet werden soll, warum nicht?
21. Sieht die Bundesregierung die Rechte von Indigenen im Rahmen des
Mercosur-Freihandelsabkommen ausreichend geschützt?
a) Für welche konkreten Maßnahmen setzt sich die Bundesregierung auf
EU-Ebene ein, um sicherzustellen, dass das Mercosur-
Freihandelsabkommen keine negativen Auswirkungen auf den Schutz von
indigenem Territorium und den Regenwald durch die Ausweitung des
Bergbaus und landwirtschaftlicher Flächen bedeutet?
b) Plant die Bundesregierung bzw. plant die Europäische Union nach
Kenntnis der Bundesregierung aus der zunehmenden Gewalt gegen
Indigene aus dem Angriff auf die Wajãpí sowie aus den gestiegenen
Abholzungszahlen im Amazonasgebiet, Konsequenzen für den Abschluss
des Abkommens zu ziehen?
22. Inwieweit kann nach Auffassung der Bundesregierung ausgeschlossen
werden, dass es beim Abbau oder der Produktion von nach Deutschland
eingeführten Produkten wie Holz, Gold und anderen Rohstoffen aus Brasilien
zur Verletzung sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards
kommt?
23. Inwiefern hat die Bundesregierung den Schutz der indigenen Bevölkerung
im Rahmen der EU angesprochen und mit welchem Ergebnis, bzw. plant
die Bundesregierung sich mit den europäischen Partnern zu diesem Thema
auszutauschen und politisch aktiv zu werden?
Berlin, den 20. August 2019
Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
Ähnliche Kleine Anfragen
Umstrukturierung des Bundesprogramms "Demokratie Leben!"
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN15.04.2026
Rechtliche und soziale Schutzlücken für internationale Studierende an privaten Hochschulen in Deutschland
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN23.04.2026
Erhalt und Ausbau von Straßenbäumen
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN29.04.2026
Fragen zur Maskenbeschaffung an die Bundesregierung
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN20.01.2026