[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martin Hess, Dr. Bernd Baumann, Dr. Gottfried Curio,
Jochen Haug, Lars Herrmann, Beatrix von Storch, Dr. Christian Wirth und der
Fraktion der AfD
Grenzkontrollen nach dem Attentat auf den Straßburger Weihnachtsmarkt
Nach einem Medienbericht hat die Bundespolizei in Rheinland-Pfalz und im
Saarland nach dem Attentat auf den Straßburger Weihnachtsmarkt innerhalb
von 50 Stunden bei Grenzkontrollen mehr als 50 Straftaten festgestellt.
Ursprünglich dienten die Grenzkontrollen dazu, den flüchtigen Attentäter zu
finden. Knapp 600 Bundespolizisten fahndeten schwerpunktmäßig an der Grenze
zu Frankreich, auf den Bahnstrecken sowie an den Flughäfen Hahn, Rheinland-
Pfalz und Saarbrücken. Nach dem Bericht wurden in nur 50 Stunden 57
Fahndungstreffer verzeichnet, darunter sieben Haftbefehle und 53 Straftaten
(
www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/grenzkontrollen-nach-strassburg-53-strafta
ten-in-50-stunden/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Auf welcher rechtlichen Grundlage fand die Kontrolle des Grenzverkehrs
statt?
2. In welchem Zeitraum, und wo genau fand die Kontrolle des Grenzverkehrs
nach und aus Frankreich statt?
3. Wie viele Grenzübergänge gibt es nach Deutschland (bitte nach
kontrollierten und nichtkontrollierten Übergängen aufschlüsseln)?
4. Wie hoch ist diesbezüglich die Soll-Stärke an Beamten für einen
Grenzüberwachungsbetrieb?
5. Welche Polizeikräfte wurden nach Kenntnis der Bundesregierung für die
Kontrolle des Grenzverkehrs in dem in der Vorbemerkung der Fragesteller
genannten Kontext eingesetzt (bitte Einheiten und die für diesen Zweck
eingesetzte Personalstärke je Einheit nennen)?
6. Wie viele Kfz wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in dem in der
Vorbemerkung der Fragesteller genannten Kontext in Summe eingesetzt?
7. Fand in diesem Kontext auch eine Kontrolle des Grenzverkehrs auf der
Schiene statt?
Wenn ja, mit welchem Kräfteeinsatz?
8. Wie viele Ermittlungen wegen möglicher Ordnungswidrigkeiten wurden
eingeleitet (bitte Zahl und jeweils möglichen Verstoß nennen)?
9. Wie viele Ermittlungen wegen möglicher Straftaten wurden eingeleitet
(bitte Zahl und jeweils mögliches Delikt nennen)?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13628
19. Wahlperiode 26.09.2019
10. Wie viele Haftbefehle konnten vollstreckt werden (bitte jeweils Grund des
Haftbefehls nennen)?
11. Ergaben die Kontrollen Hinweise, dass kontrollierte Personen im
Phänomenbereich politischer und religiöser Extremismus aktiv sind (bitte
konkrete Fälle nennen)?
12. Ergaben die Kontrollen Hinweise, dass kontrollierte Personen Kontakte in
die extremistische Szene unterhalten (bitte konkrete Fälle nennen)?
13. Wie viele Personen mit Rückständen aus Unterhaltsverpflichtungen
konnten aufgegriffen werden (bitte nach Art der Unterhaltspflichten
aufschlüsseln)?
14. Wurden Betäubungsmittel sichergestellt, und wenn ja, bitte Art und
Mengen aufführen?
15. Wurde Informationselektronik (Mobilfunktelefone, Tablets, Laptops)
sichergestellt (bitte Anzahl und Grund nennen)?
16. Wie viele ausländische Personen wurden registriert, die sich zu diesem
Zeitpunkt illegal in Deutschland aufgehalten haben?
17. Wie viele bereits registrierte Asylbewerber wurden festgestellt?
18. Wie viele Personen wurden festgestellt, die einen Asylantrag in einem
anderen Land der EU gestellt haben?
19. Fand eine Zusammenarbeit mit den Polizeikräften der Republik Frankreich
statt, und wenn ja, bitte Einheiten und die für diesen Zweck eingesetzte
Personalstärke je Einheit nennen?
20. Mit welcher Systematik bzw. Frequenz wurde kontrolliert
(Stichprobenkontrolle, Kontrolle aller Fahrzeuge und Grenzgänger in einem
festgelegten Zeitraum)?
21. Wie wird das Ergebnis der Grenzkontrollen bewertet, und spricht es dafür,
Grenzkontrollen dieser Größenordnung zukünftig unabhängig von einer
Personenfahndung im Rahmen eines Terrorfalls durchzuführen?
Berlin, den 30. August 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
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ISSN 0722-8333]