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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Entwicklung des Vorsorge- und Rehabilitationstourismus in Deutschland
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Datum
14.10.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1364827.09.2019
Entwicklung des Vorsorge- und Rehabilitationstourismus in Deutschland
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sebastian Münzenmaier, Christoph Neumann,
Verena Hartmann, Dr. Axel Gehrke und der Fraktion der AfD
Entwicklung des Vorsorge- und Rehabilitationstourismus in Deutschland
In der touristischen Landschaft Deutschlands kommt nach Ansicht der
Fragesteller dem Gesundheitstourismus eine wichtige Bedeutung zu. Der Vorsorge-
und Rehabilitationstourismus bildet ein Segment des Gesundheitstourismus und
umfasst vor allem die Nachfrage und Angebote der Heilbäder und Kurorte
(Groß, Gesundheitstourismus, 1. Aufl. 2017, S. 19). Die deutsche Bäderkultur
hat eine jahrhundertelange Tradition. Mit der Etablierung der
Heilmittelbehandlung in den Kurorten als Regelleistung der Sozialversicherung erlebten die
Kurorte und Heilbäder eine Blütezeit, bis das Gesundheitsreformgesetz von
1989 und das Gesundheitsstrukturgesetz von 1993 die Rahmenbedingungen für
gesetzliche Zuschüsse zur Finanzierung von ambulanten und stationären Kuren
grundlegend änderten, was zu drastischen Nachfrageeinbrüchen führte (Quack/
Wölfe, in: Heise/Axt-Gadermann, Sport und Gesundheitstourismus 2030,
1. Aufl. 2017, S. 156).
Infolge des demografischen Wandels der deutschen Gesellschaft und des
gewachsenen Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung hat jedoch ungeachtet
der zuvor beschriebenen Faktoren der Vorsorge- und Rehabilitationstourismus
wieder Fahrt aufgenommen. Nach und nach gewannen privat finanzierte
Formen des Kur- und Erholungstourismus zunehmend an Bedeutung. (Groß,
Gesundheitstourismus, 1. Aufl. 2017, S. 40).
Nach Angaben des Deutschen Heilbäderverbandes ist die Zahl der
Gästeankünfte in deutschen Heilbädern und Kurorten von 1999 bis 2015 um rund
7,4 Mio. gestiegen. Das entspricht einem Wachstum von 44 Prozent. Die
Übernachtungszahlen konnten im selben Zeitraum um rund 8,2 Millionen und damit
um 7,8 Prozent erhöht werden. Allerdings ist die Aufenthaltsdauer von
durchschnittlich 6,3 Nächten im Jahr 1999 auf 4,69 Nächte im Jahr 2015 gesunken
(www.deutscher-heilbaederverband.de/fileadmin/user_upload/themen/PDF-
Dateien/zahlen-daten-fakten/baederstatistik-1999-2015.pdf).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich die absolute Zahl der Gästeankünfte in deutschen Heilbädern
und Kurorten nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren von 2016
bis 2018 entwickelt?
2. Wie hat sich die absolute Zahl der Übernachtungen in deutschen
Heilbädern und Kurorten nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren von
2016 bis 2018 entwickelt?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13648
19. Wahlperiode 27.09.2019
3. Wie hat sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in deutschen
Heilbädern und Kurorten nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren von
2016 bis 2018 entwickelt?
4. Worauf führt die Bundesregierung die Entwicklung der Zahl der
Gästeankünfte in deutschen Heilbädern und Kurorten in den Jahren 2016 bis
2018 zurück?
5. Worauf führt die Bundesregierung die Entwicklung der Zahl der
Übernachtungen in deutschen Heilbädern und Kurorten in den Jahren 2016 bis 2018
zurück?
6. Wie viele Beschäftigungsverhältnisse hängen nach Kenntnis der
Bundesregierung in den deutschen Heilbädern und Kurorten direkt oder indirekt
mit dem Vorsorge- und Rehabilitationstourismus zusammen?
7. Wie hat sich der Gesamtumsatz aller deutschen Heilbäder und Kurorte in
den Jahren 2016 bis 2018 nach Kenntnis der Bundesregierung entwickelt?
8. Welche Heilbäder und Kurorte gehören nach Kenntnis der
Bundesregierung zu den 30 beliebtesten Reisezielen in Deutschland (bitte nach der
Reihenfolge der Beliebtheit namentlich aufzählen)?
9. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die Nachfrage nach
den von deutschen Heilbädern und Kurorten erbrachten
Gesundheitsleistungen weiter zu erhöhen oder zumindest zu stabilisieren?
10. Ist eine Evaluation der Maßnahmen zur Nachfragesteigerung der in
deutschen Heilbädern und Kurorten erbrachten Gesundheitsleistungen geplant?
Wenn ja, welche deutschen Hochschulen oder Universitäten verfügen nach
Kenntnis der Bundesregierung über entsprechende Lehrstühle, die so eine
wissenschaftliche Evaluation sicherstellen können (bitte Hochschule bzw.
Universität und Lehrstühle konkret bezeichnen)?
11. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die durchschnittliche
Aufenthaltsdauer in deutschen Heilbädern und Kurorten zu steigern?
12. Ist nach Kenntnis der Bundesregierung eine Evaluation der Maßnahmen
zur Steigerung der Aufenthaltsdauer in deutschen Heilbädern und Kurorten
geplant?
Wenn ja, welche deutschen Hochschulen oder Universitäten verfügen nach
Kenntnis der Bundesregierung über entsprechende Lehrstühle, die so eine
wissenschaftliche Evaluation sicherstellen können (bitte Hochschule bzw.
Universität und Lehrstühle konkret bezeichnen)?
13. Wird die Bundesregierung den Vorsorge- und Rehabilitationstourismus
durch eine Gesetzesinitiative stärken, die zum Ziel hat, ambulante
Vorsorgemaßnahmen nach § 23 Absatz 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch
(SGB V) und stationäre Leistungen in Vorsorgeeinrichtungen nach § 23
Absatz 4 SGB V wieder in den Pflichtleistungskatalog der gesetzlichen
Krankenversicherung aufzunehmen?
Berlin, den 2. September 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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