Stand der Umsetzung der Umsetzungsstrategie der Bundesregierung „Digitalisierung gestalten“ – Unterstützung bei der Umsetzung von Industrie 4.0
der Abgeordneten Uwe Schulz, Joana Cotar, Dr. Michael Espendiller und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Im August 014 veröffentlichte die Bundesregierung das Strategiepapier „Digitale Agenda 2014–2017“ (www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Digita le-Welt/digitale-agenda.pdf?__blob=publicationFile&v=3), das federführend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur verantwortet wurde. Die Veröffentlichung einer Digitalstrategie für Deutschland erfolgte damit vier Jahre später als die Verabschiedung der „Digital Agenda for Europe“ der EU-Kommission im Jahr 2010 (https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:20 10:0245:FIN:DE:PDF) und, nach Auffassung der Fragesteller, mindestens zehn Jahre zu spät für eine richtungsweisende Digitalpolitik zum Wohl unserer Gesellschaft, der öffentlichen Verwaltung und des Wirtschaftsstandortes Deutschland.
In Fachmedien wurde an der Digitalen Agenda 2014–2017 kritisiert, sie sei lediglich eine Bestandsaufnahme der Problemlagen und Möglichkeiten und enthalte nur wenige konkrete Lösungsvorschläge (www.golem.de/news/digitale- agenda-ein-papier-das-alle-enttaeuscht-1408-108715.html). Die Umsetzung der Digitalen Agenda 2014–2017 nach dem ersten Jahr war „ernüchternd“ (www.zeit.de/digital/internet/2015-08/digitale-agenda- bundesregierungbreitband-wlan). Die Gesamtbilanz wurde von öffentlich-rechtlichen Medien als „durchwachsen“ bewertet (www.zdf.de/nachrichten/heute/braun-kuendigt- neue-digitale-agenda-an-100.html).
Im Jahr 2009 hatte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bereits versprochen, dass 75 Prozent der deutschen Haushalte bis 2014 Internetanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 50 Mbit pro Sekunde bekommen – ein Versprechen von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, das nicht gehalten wurde (www.sueddeut sche.de/politik/netzpolitik-von-union-und-spd-stunde-der-nerds-1.1802641).
Im Jahr 2014 versprach Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung nun sogar, dass alle deutschen Haushalte bis 2018 Internetanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 50 Mbit pro Sekunde bekommen – ein weiteres Versprechen von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, das nicht gehalten wurde (www.pcwelt.de/news/Bundesregierung-bricht-Versprechen-bei- Breitbandausbau-10612139.html).
Im Juni 2013 hatte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel noch bekundet, das Internet sei „für uns alle Neuland“ (www.tagesspiegel.de/politik/die-kanzlerin- und-das-internet-merkels-neuland-wird-zur-lachnummer-im-netz/ 8375974.html).
Im Rahmen der im November 2018 verabschiedeten Digitalstrategie der Bundesregierung wurde ein Maßnahmenpaket entwickelt und in einer Umsetzungsstrategie zusammengefasst (www.bundesregierung.de/resource/blob/ 975226/1552758/40d8b01b0dfdcf854e1d58afb85021a7/pdf-umsetzungsstrate gie-digitalisierung-data.pdf?download=1). Darin werden einzelne Vorhaben und die jeweils verantwortlichen Ressorts benannt, jedoch sind nur teilweise konkrete Zeitpläne für Beginn und Zielerreichung angegeben. Die zur Verfügung stehenden Ressourcen zur Zielerreichung werden ebenso wenig genannt wie eine Priorisierung von Vorhaben.
Zu der Maßnahme „Unterstützung bei der Umsetzung von Industrie 4.0“ wurden in der Umsetzungsstrategie der Bundesregierung „Digitalisierung gestalten“ ( w w w . b u n d e s r e g i e r u n g . d e / r e s o u r c e / b l o b / 975226/1552758/40d8b01b0dfdcf854e1d58afb85021a7/pdf-umsetzungsstrate gie-digitalisierung-data.pdf?download=1) folgende Umsetzungsschritte angekündigt (ebd., S. 64):
- Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen, Praxisleitfäden und Lösungen für Unternehmen und Politik in den Bereichen Standards, IT- Sicherheit, rechtliche Rahmenbedingungen, Arbeit, Aus- und Weiterbildung sowie digitale Geschäftsmodelle für Industrie 4.0
- Darstellung von Industrie-4.0-Praxisbeispielen, -Testzentren und - Informationsangeboten in einer Onlinelandkarte
- Aufbereitung von Unterstützungsangeboten insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in einem Industrie-4.0-Kompass, um die digitale Transformation der Industrie in der Breite zu unterstützen
- Etablierung eines „Transfernetzwerkes Industrie 4.0“ der relevanten nationalen, regionalen und branchenspezifischen Initiativen zur Erarbeitung und Abstimmung von Maßnahmen für eine zielgerichtete Unterstützung von Unternehmen, insbesondere KMU, bei der Implementierung von Industrie 4.0 in Deutschland
- Unterstützung von relevanten Pilotprojekten zwecks Tests und Validierung der erarbeiteten Handlungsempfehlungen und Lösungen (unter anderem bei Standardisierung, IT-Sicherheit und rechtlichen Rahmenbedingungen)
- Umsetzung internationaler Kooperationsvereinbarungen (unter anderem mit China, Japan, USA, Frankreich, Italien, EU), um gemeinsam globale Lösungen und Rahmenbedingungen zur Umsetzung von Industrie 4.0 zu entwickeln. Im Fokus stehen hier die Themen Standardisierung, IT-Sicherheit und Best Practices. Neben bilateralem Austausch hierzu auch multilateraler Dialog im Rahmen von G7/G20
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Wurden bereits konkrete Handlungsempfehlungen, Praxisleitfäden und Lösungen für Unternehmen und Politik in den Bereichen Standards, IT- Sicherheit, rechtliche Rahmenbedingungen, Arbeit, Aus- und Weiterbildung sowie digitale Geschäftsmodelle für die Industrie 4.0 entwickelt?
Ist bereits eine Onlinelandkarte zur Darstellung von Industrie-4.0- Praxisbeispielen, -Testzentren und -Informationsangeboten vorhanden?
Erfolgte bereits eine Aufbereitung von Unterstützungsangeboten in einem Industrie-4.0-Kompass?
Wurde bereits ein „Transfernetzwerk Industrie 4.0“ der relevanten nationalen, regionalen und branchenspezifischen Initiativen etabliert?
Wurden durch das Transfernetzwerk Industrie 4.0 bereits Maßnahmen für eine zielgerichtete Unterstützung von Unternehmen, insbesondere KMU, bei der Implementierung von Industrie 4.0 in Deutschland erarbeitet und etabliert?
Wurden bereits relevante Pilotprojekte zwecks Tests und Validierung der erarbeiteten Handlungsempfehlungen und Lösungen, unter anderem bei Standardisierung, IT-Sicherheit und rechtlichen Rahmenbedingungen, unterstützt?
Fand bereits eine Umsetzung internationaler Kooperationsvereinbarungen statt (unter anderem mit China, Japan, USA, Frankreich, Italien, EU), um gemeinsam globale Lösungen und Rahmenbedingungen zur Umsetzung von Industrie 4.0 zu entwickeln?