BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Digitale Strategie für deutsche Museen - museum4punkt0

(insgesamt 6 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Beauftr. der Bundesregierung für Kultur und Medien

Datum

14.11.2019

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1447824.10.2019

Digitale Strategie für deutsche Museen – museum4punkt0

der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Olaf in der Beek, Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Torsten Herbst, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Alexander Graf Lambsdorff, Michael Georg Link, Roman Müller-Böhm, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Michael Theurer, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Im Pilot- und Kooperationsprojekt museum4punkt0 arbeiten sechs Kultureinrichtungen zusammen. Die Häuser suchen nach Wegen, in den Austausch mit ihren Besucherinnen und Besuchern zu treten, individualisierte Angebote für diese zu entwickeln und zusätzliche Zielgruppen anzusprechen (siehe Kommentierung der Staatsministerien für Kultur und Medien (BKM) zum Haushalt 2020, S. 176, Titel 685 34). In sechs Teilprojekten mit Sammlungen der Kunst-, Kultur- und Migrationsgeschichte, der Naturkunde, des Brauchtums und des immateriellen Kulturerbes sowie der Technologiegeschichte werden Einsatzszenarien für moderne Technologien, wie Virtual Reality, Augmented Reality und 3D-Modellierung erprobt (www.museum4punkt0.de). Es ist vorgesehen, die Ergebnisse allen Kultureinrichtungen Deutschlands zur flexiblen Nachnutzung zur Verfügung zu stellen. Dafür sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Preußischer Kulturbesitz – die die zentrale wissenschaftliche Projektsteuerung innehaben – sowie die Teams in den sechs Teilprojekten.

Das Verbundprojekt museum4punkt0 wird nach zwei Jahren Laufzeit positiv bewertet (siehe Kommentierung der BKM zum Haushalt 2020, S. 176, Titel 685 34), hat eine Laufzeit vom 3. April 2017 bis 2. April 2020 und wird von der BKM mit insgesamt 15 Mio. Euro gefördert.

Ziel des Projektverbundes ist es, Know-how zu bündeln, zu vernetzen sowie Erkenntnisse in Form von Dokumentationen und Best-Practice-Leitfäden mit anderen Kultureinrichtungen zu teilen. Quellcodes der entwickelten Prototypen werden Museen in Deutschland zur Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt (s. www.museum4punkt0.de).

Nach Ansicht der Fragesteller sollte das erfolgreiche Projekt fortgesetzt werden.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Welche Pläne hat die Bundesregierung nach Ablauf der Laufzeit am 2. April 2020 hinsichtlich des Projektes museum4punkt0?

Wird das Projekt fortgesetzt?

Wenn nein, warum nicht (siehe Kommentierung der BKM zum Haushalt 2020, S. 176, Titel 685 34)?

Wenn ja, ist es vorgesehen, das Deutsche Auswanderhaus Bremerhaven wieder zu fördern?

Wenn ja, ist es vorgesehen, die Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz wieder zu fördern?

Wenn ja, ist es vorgesehen, die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss wieder zu fördern?

Wenn ja, ist es vorgesehen, das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz wieder zu fördern?

Wenn ja, ist es vorgesehen, das Deutsche Museum München wieder zu fördern?

Wenn ja, ist es vorgesehen, das Museum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht wieder zu fördern?

2

Falls keines der bisher geförderten Teilprojekte fortgeführt wird, unter welchen Gesichtspunkten und mit welchen Verfahren werden die zukünftigen Projekte ausgewählt?

3

Falls Frage 1a mit ja beantwortet wird, wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz weiterhin die zentrale Projektsteuerung innehaben?

4

Wie beabsichtigt die Bundesregierung, Nachhaltigkeit und Langfristigkeit zu wahren?

5

Wie wird sichergestellt, dass die sechs Einrichtungen das Know-how nach Ablauf des Projektzeitraumes April 2020 weitergeben?

6

Wer übernimmt nach Kenntnis der Bundesregierung das Hosting und die redaktionelle Betreuung der zentralen Verbundplattform, wenn das Projekt im April 2020 endet?

Falls dies weiterhin bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz angesiedelt ist, sind dafür die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen?

Falls dies nicht bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz angesiedelt sein wird, wem wird die Aufgabe stattdessen übertragen?

Sofern kein Hosting und keine inhaltliche Betreuung der zentralen Verbundplattform über den Projektzeitraum hinaus geschaffen werden soll, warum nicht, und was passiert ab diesem Zeitpunkt mit der bis dahin aufgebauten zentralen Verbundplattform?

Berlin, den 17. Oktober 2019

Christian Lindner und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen