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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Geschlechtergerechtigkeit im deutschen Profi-Fußball
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Datum
29.11.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1508713.11.2019
Geschlechtergerechtigkeit im deutschen Profi-Fußball
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Doris Achelwilm, Dr. André Hahn, Cornelia Möhring, Dr. Petra
Sitte, Simone Barrientos, Dr. Birke Bull-Bischoff, Anke Domscheit-Berg, Ulla
Jelpke, Niema Movassat, Sören Pellmann, Dr. Kirsten Tackmann, Katrin Werner,
Sabine Zimmermann (Zwickau) und der Fraktion DIE LINKE.
Geschlechtergerechtigkeit im deutschen Profi-Fußball
Regelmäßig machen die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und weitere
Mitglieder der Bundesregierung dem Deutschen Fußballbund (DFB) ihre
Aufwartung, ob im Stadion, in der Umkleidekabine oder aktuell am 26.
September 2019 bei der symbolischen Grundsteinlegung im Rahmen eines Festaktes
für den Bau des neuen DFB und seiner DFB-Akademie.
Aus Anlass der Fußballweltmeisterschaft der Frauen im Juni 2019 hat sich nach
Ansicht der Fragesteller die Aufmerksamkeit für die Problematik ungleicher
Geschlechterverhältnisse im Profi-Fußball deutlich verstärkt. Das Interesse an
den Bedingungen des Frauenfußballs nimmt nach Ansicht der Fragesteller
medial zu. Verbands-, Gehalts- und Prämienstrukturen sowie die Repräsentation
von Frauen in der weitgehend männlich geprägten Fußball-Landschaft werden,
nicht zuletzt durch Fußballerinnen, die Vorurteils- und
Benachteiligungsstrukturen öffentlich thematisieren, zunehmend diskutiert. Auch in Deutschland gab
es nach Ansicht der Fragesteller während dieser WM einen medialen Fokus auf
Equal Pay und Geschlechtergerechtigkeit im (Profi-)Fußball (vgl. u. a.
www.augsburger-allgemeine.de/sport/Gehaltsunterschiede-im-Sport-Was-
Frauen-und-Maenner-verdienen-id54607416.html, www.weser-kurier.de/
sport_artikel,-mit-porzellan-fing-es-an-ueber-praemien-fuer-frauen-
undmaenner-_arid,1837987.html, www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-wm-
derfrauen-equal-pay-rufe-gegen-fifa-praesident-gianni-infantino-a-1276219.html,
https://taz.de/Gender-Aktivistin-ueber-Frauenfussball/!5601968, www.sportbuz
zer.de/artikel/frauenfussball-in-einer-liga-voller-probleme-bleibt-
wolfsburgdie-ausnahme-vfl).
Die Ungleichheit der geschlechtlich getrennten Funktionszusammenhänge
„Fußball“ und „Frauenfußball“ ist in Deutschland über einen langen Zeitraum
gewachsen: Durch das 1955 eingeführte und bis 1970 geltende Verbot des
Deutschen Fußballbunds (DFB) für Frauen, im Vereinsfußball aktiv zu sein, hat
sich diese Sportart zunächst nur in der von Männern ausgeübten Variante
professionalisiert. Die Männer-Bundesliga wurde 1963 ins Leben gerufen, das
Pendant für die Frauen nahm erst 1990 den Spielbetrieb auf. Während im
Männer-Fußball seit 1963 ein verbandlich in der monatlichen
Mindestvergütung (1.200 DM) und den Ablösesummen (50.000 DM) begrenzter
„Vertragsspieler“-Status möglich war, der 1972 in einen nicht mehr begrenzten
Lizenzspieler-Status überführt wurde, wurde in der Frauen-Bundesliga in der
Saison 2001/02 ein verpflichtender Vertragsamateurinnen-Status mit einer
Deutscher Bundestag Drucksache 19/15087
19. Wahlperiode 13.11.2019
monatlichen Mindestvergütung (300 DM/150 Euro) eingeführt. Bis dahin gab
es in der Regel eine einfache Vereinsmitgliedschaft als Status und nur für einen
kleinen Teil der Spielerinnen eine über eine eventuelle Fahrtkostenerstattung
hinausgehende Aufwandsentschädigung.
Wie frappierend und vorurteilsbehaftet die Ungleichbehandlung zwischen den
Männern und Frauen des (Profi-)Fußballs ist, versinnbildlichte nach Ansicht
der Fragesteller noch im Jahr 1989 das Kaffeeservice, das die Spielerinnen der
deutschen Frauen-‚Mannschaft‘ als Siegprämie für den Gewinn der
Europameisterschaft erhielten. 30 Jahre später hat sich im gesellschaftlichen Umgang
mit Frauenfußball einiges geändert, allerdings liegen zwischen der
Wahrnehmung und Verwertung der geschlechterseparierten Fußball-‚Systeme‘ nach wie
vor Welten: Zwar fand im Zuge der letzten WM in Frankreich eine breitere
Thematisierung u. a. von Belangen wie ‚Equal Pay‘und eine ernsthaftere
Darstellung von Fußballerinnen statt (u. a. www.spiegel.de/sport/fussball/
fussballwm-der-frauen-equal-pay-rufe-gegen-fifa-praesident-gianni-infantino-
a-1276219.html, www.sueddeutsche.de/sport/dfb-frauenfussball-gender-
paygap-1.4479723 und taz.de/Pro-und-Contra-Equal-Pay/!5601360/). Außerhalb
größerer Ereignisse wie Weltmeisterschaften beschränkt sich die
Berücksichtigung des Fußballsports, der von Frauen ausgeübt wird, in der Regel jedoch auf
einen Ergebnisdienst, kurze Spielberichte in der Lokalpresse und wenige
bundesweite Live-Ausstrahlungen von Spielen.
Während über finanzielle Fragen im männlichen Profifußball häufig medial
berichtet wird – von Ablösesummen, Gehältern, Prämien bis
Vermarktungserlösen –, ist die öffentliche Nachvollziehbarkeit der wirtschaftlichen Entwicklung
im Frauenfußball vergleichsweise dürftig. Durch die Debatten dazu während
der Frauen-Fußball-WM ist bekannt, dass weibliche Bundesliga-Profis derzeit
mit durchschnittlich 39.000 Euro pro Jahr „auf das Gehalt von
Grundschullehrerinnen“ kommen, „während [männliche] Bundesliga-Profis jährlich im
Schnitt 1,4 Mio. Euro verdienen“ (www.swr.de/swraktuell/Frauen-Fussball-
WM-in-Frankreich-75,frauen-wm-102.html).
In der vergangenen Saison 2018/2019 wurden die Spiele der ersten Frauen-
Fußball-Liga im Durchschnitt von nur 850 Gästen besucht. Dieses
vergleichsweise geringe Zuschauerinteresse an Spielen der Ersten Frauen-Fußball-Liga,
das sich in einer medial marginalen Berichterstattung widerspiegelt (oder
umgekehrt), wird oft zur profitlogischen Begründung der zweigeteilten
Gehaltslogiken herangezogen. Sie erklären nach Ansicht der Fragesteller hingegen nicht,
wie die bescheidene Zuschauerresonanz auf den Rängen oder vor den
Bildschirmen zur hohen Attraktivität des Frauenfußballs als Breitensport passt.
Rund eine Million Mädchen und Frauen sind im DFB organisiert. (vgl. www.ta
gesspiegel.de/sport/sinkende-zuschauerzahlen-frauenfussball-keine-breite-
inder-spitze/24115188.html).
Die struktur- und historisch bedingten Benachteiligungen von Frauen im
Fußballsport wurden nach Ansicht der Fragesteller über die Jahrzehnte bis heute
kaum abgebaut. In den Verantwortungsbereichen des DFB e. V. und seiner
Ausgliederungen gelten nach Einschätzung der Verfassenden fortlaufend
Strukturen, die die Frauensparten nicht angemessen fördern und ausstatten.
Beiträge zu gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen im Fußballsport
liefern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Almut Sülzle oder Georg
Spitaler, die beschreiben, dass Fußball ein „wichtiger Ort gesellschaftlich
wirksamer Konstruktionen von Männlichkeiten“ (https://archiv.kos-fanprojekte.de/
index.php?id=111) bzw. „ein Ort mit eigenen Regeln, auch was das
Geschlechterverhältnis betrifft“, sei. Spitaler beschreibt, dass „auch die Vereinsetagen und
Boardrooms jener Konzerne, die heute in vielen Ländern den medialisierten
Fußballbetrieb lenken, ein Hort tatkräftiger Männlichkeit (bleiben)“ (www.gen
der.hu-berlin.de/de/publikationen/gender-bulletins/bulletin-texte/texte-33/
texte33pkt5.pdf),
Diese Situation zeigt sich auch anhand der Gremienzusammensetzungen des
DFB e. V. und der Mitgliedsverbände NFV, NOFV, WDFV, FRV-SW und SFV:
In den Präsidien ist jeweils maximal eine Frau vertreten, der Frauenanteil
bewegt sich zwischen 0 und 9 Prozent.
Der geschlechtsspezifische Lohnabstand im Profifußball ist enorm: Nach
Erhebungen des Global Sports Salary Review beziehen männliche Fußballer in der
finanzstärksten Liga im Durchschnitt 99-mal mehr Einkommen als die
vergleichbarsten Fußballerinnen (h t tps : / /g lobalspor tssa lar ies .com/GSSS
%202017.pdf). Bei der Fußballweltmeisterschaft der Frauen 2019 liegen die
Prämien der FIFA bei insgesamt rund 26,3 Mio. Euro, bei Weltmeisterschaften
der Männer bei rund 344 Mio. Euro. (www.tz.de/sport/fussball/fifa-
verdoppeltpraemien-fuer-frauen-wm-ab-wm-in-frankreich-2019-zr-10381759.html,
www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-wm-2018-so-hoch-sind-die-praemien-
fuer-die-wm-teilnehmer-a-1212147.html)
Gegen derartige Unverhältnismäßigkeiten regt sich Protest: In den USA klagten
Spielerinnen wegen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot. Das dänische
Frauenfußball-Team trat im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden 2017 in
den Streik und erstritt dadurch später einen deutlich besseren Vertrag. Gegen
die aktuellen WM-Prämien prüft der australische Verband eine Klage.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Vermarktungseinkünfte,
z. B. durch die Lizenzierung von Übertragungs- oder Namensrechten,
Sponsoring, Eintrittskarten, Merchandise-Lizenzen und -verkauf u. ä.,
aufgeteilt nach Männern und Frauen, wenn möglich, aufgeteilt nach
vermarktender Institution (DFB, DFL, jeweiliger Verein bzw. ausgegliederte AG,
GmbH, Unternehmensform) für
a) die 1. Bundesligen;
b) die Nationalteams (wenn möglich, nach Altersklassen unterschieden)?
2. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Gehaltsentwicklungen
von Spielerinnen und Spielern, Chef-Trainerinnen und Chef-Trainern und
Sport-Direktorinnen und Sport-Direktoren (o. vgl.) in den 1. und 2.
Bundesligen seit 1990, aufgeteilt nach Frauen und Männern?
3. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Entwicklung der
Aufwandsentschädigungen, Tagegelder oder Prämien in den Nationalteams der
Erwachsenen seit 1990, aufgeteilt nach Frauen und Männern, für
a) Teilnahme an einem Trainingslehrgang, z. B. pro Tag;
b) Berufung in den Kader zu einem einzelnen Spiel;
c) Berufung in den Kader zu einer UEFA-Europameisterschaft, FIFA-
Weltmeisterschaft, ConFed- bzw. SheBelieves-Cup u. ä.;
d) Qualifikations- oder Siegprämien, Prämien für Meisterschaften oder
Platzierungen dort?
4. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Entwicklung von
Aufwandsentschädigungen oder Vergütungen in den Landesverbänden und
beim DFB e. V., insbesondere für Präsidiums-, Vorstands- und
Aufsichtsrats- bzw. Beirats-Mitglieder oder ehrenamtlich beratende Einzelpersonen
wie „WM- bzw. EM-Botschafterinnen und -Botschafter“, „WM- bzw. EM-
Koordinatorinnen und -Koordinatoren“?
5. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Aufwendungen des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks seit 1990 – bitte nach Männern und
Frauen und wenn möglich nach Saisons getrennt – in die Übertragungsrechte
a) der 1. und 2. Bundesligen;
b) der DFB-Pokal-Wettbewerbe;
c) der europäischen Vereins-Wettbewerbe;
d) der Freundschaftsspiele der DFB-Teams, unterteilt in Erwachsenen- und
Jugendteams (nach den jeweiligen Altersklassen);
e) Qualifikationsspiele und Europameisterschaftsturniere (UEFA) der
DFB-Teams, unterteilt in Erwachsenen- und Jugendteams (nach den
jeweiligen Altersklassen);
f) Qualifikationsspiele und Weltmeisterschaftsturniere (FIFA) der DFB-
Teams, unterteilt in Erwachsenen- und Jugendteams (nach den
jeweiligen Altersklassen);
g) Qualifikationsspiele und Olympische Turniere (IOC) der DFB-Teams,
unterteilt in die jeweiligen Altersklassen;
h) weiterer internationaler Turniere: ConFed-Cup, SheBelieves-Cup u. ä.
(nach den jeweiligen Altersklassen)?
6. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die TV- und Radio-
Sendeminuten im ÖRR, aufgeschlüsselt nach Frauen und Männern, aufgeteilt
nach Sendern und den verschiedenen Ligen und Pokalwettbewerben?
7. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Werbeeinnahmen des
ÖRR bei TV- und Radio-Übertragungen und -Berichterstattungen,
aufgeteilt in Frauen und Männer sowie Bundesliga, DFB-Pokal, europäische
Vereinswettbewerbe, Nationalteams (aufgeteilt in die jeweiligen
Altersklassen und Spiel- bzw. Wettbewerbstypen)?
8. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Entwicklung der
Vereins-, Team- und Spielerinnen- und Spieler-Zahlen im Fußball
seit 1990, aufgeteilt nach Männern, Frauen, und wenn möglich nach den
jeweiligen Jugend-Altersklassen und Saisons?
9. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Anzahl der ab 2004
vom DFB e. V. eingerichteten Förderstützpunkte im Jugendbereich?
a) Wie viele Stützpunkte sind oder waren in Betrieb?
b) Wie viele weibliche und männliche Jugendliche werden dort ausgebildet
– wenn möglich nach Kalenderjahren oder Saisons sowie Altersklassen
aufgeteilt?
c) Wie viele Trainerinnen und Trainer sind dort tätig, wenn möglich
aufgeteilt nach Geschlecht der trainierenden Person, in die
Trainingsverantwortung für weibliche und männliche Jugendliche sowie in
Kalenderjahren oder Saisons?
d) Welche Vergütungen erhalten nach Kenntnis der Bundesregierung die
Trainerinnen und Trainer, sowohl aufgeteilt in trainierende Frauen und
Männer als auch aufgeteilt in die Trainingsverantwortung für weibliche
und männliche Jugendliche sowie nach Saisons oder Kalenderjahren?
10. Wie bewertet die Bundesregierung das quantitative Verhältnis von Umsatz
durch kommerzielle Vermarktung und Anzahl der davon hauptsächlich
partizipierenden Personen jeweils im Frauen- und im Männerbereich, der
jeweiligen eingetragenen Vereine auf Vereins- und Verbandsebene – auch
wenn sie den Geschäftsbetrieb für die kommerzialisierten Männer- und/
oder Frauen in GmbHs, AGs o. Ä. ausgelagert haben?
11. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Entwicklungen der
Zuschauerinnen- und Zuschauerzahlen im Stadion bzw. am Fußballplatz in
der 1. und 2. Bundesliga, aufgeteilt nach Frauen und Männern?
12. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Abmeldung bzw. Nicht-
Lizenzierung von Teams aus den 1. und 2. Bundesligen wegen mangelnder
Finanzierbarkeit der Ligateilnahme/Liquidität, aufgeteilt nach Männern
und Frauen?
13. Welche Team- oder Vereinsauflösungen und welche Wechsel einer
gesamten Frauen- bzw. Männerfußballabteilung in einen anderen oder neu
gegründeten Verein sind der Bundesregierung bekannt?
14. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung über die Anzahl der Lehrgänge
oder Trainingseinheiten für Fußballerinnen und Fußballer bzw.
Nationalteams (nach Geschlecht differenziert), die seit 1990 in den staatlich
geförderten Olympiastützpunkten (OSP), Bundesstützpunkten (BSP) oder
vergleichbaren, aus Bundes- oder Landesmitteln mit-finanzierten
Stützpunkteinrichtungen trainiert wurden?
15. Wie viele Fußballerinnen sowie Fußballer waren nach Kenntnis der
Bundesregierung im Jahr 2018 an den Eliteschulen des Sports bzw. den
40 Eliteschulen des Fußballs bzw. den 55 Leistungszentren?
16. Welche Fußball-Projekte in Deutschland (ohne Projekte des Auswertigen
Amtes (AA) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)) hat die Bundesregierung (aufgeteilt nach
Geschlecht) seit 1990 gefördert (bitte aufgeschlüsselt nach Jahren und
jeweiligen Bundesbehörden die Projekte, Zuwendungsempfänger und
Fördersummen nennen)?
17. Welche Förderungen erhielten der DFB, andere Sportorganisationen bzw.
die Nationalteams (aufgeteilt nach Geschlecht) direkt oder indirekt (zum
Beispiel über die Deutsche Sporthilfe) durch den Bund seit 1990 für:
a) Trainings-, Lehrgangs- oder Sichtungsmaßnahmen;
b) Teilnahme an internationalen Meisterschaften und Olympischen oder
Paralympics, Special Olympics bzw. Deaflympic;,
c) Vergütung von Trainerinnen und Trainern,
d) Durchführung von bedeutenden nationalen und internationalen
Großveranstaltungen in Deutschland,
e) Pflege internationaler Sportbeziehungen,
f) zentrale Einrichtungen des Bundessportfachverbandes (bitte für a bis f
aufgeschlüsselt nach Jahren und jeweiligen Bundesbehörden die
Projekte, Zuwendungsempfänger und Fördersummen) nennen?
18. Wie viele Fußball-Spitzensportlerinnen und -Spitzensportler sowie
Fußball-Schiedsrichterinnen und -Schiedsrichter sind (aufgeteilt nach
Geschlecht) nach Kenntnis der Bundesregierung seit 1990 in der
Spitzensportförderung von Bundeswehr, Bundespolizei und Zoll (eventuell über
Individualförderverträge) über welche Zeiträume gefördert bzw. über
Freistellungen, Sonderurlaub u. ä. unterstützt worden?
19. Wie viele hauptberufliche Fußball-Bundestrainerinnen und -Bundestrainer
bzw. Bundestrainerinnen und Bundestrainer auf Honorarbasis (aufgeteilt
auch nach Geschlecht der trainierten Teams) wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung seit 1990 beschäftigt, und wie hoch beliefen sich hierbei
jeweils die Fördersummen – wenn möglich nach Jahren oder Saisons
aufgeschlüsselt?
20. Welche Fördersummen aus Steuermitteln, den Toto-Lotto-Stiftungen und
ggf. weiteren bundesweit tätigen Stiftungen erhielten seit 1990 nach
Kenntnis der Bundesregierung, wenn möglich aufgeteilt nach Jahren oder
Saisons, Fußballvereine, Landes- und Bundesverbände für Maßnahmen, die
vornehmlich Bundesliga- oder Nationalteams oder deren
Nachwuchsförderung zugutekamen, unterschieden nach Geschlecht?
21. Inwieweit hält die Bundesregierung die eklatant schlechteren
Verbandsprämien bei internationalen Fußballturnieren der Frauen für gerechtfertigt und
angemessen?
22. Mit welchen Maßnahmen setzt sich die Bundesregierung für gerechtere
Prämien bei Nationalteams des DFB und im Ligabetrieb der
Frauenfußballerinnen ein?
23. Inwieweit werden nach Kenntnis der Bundesregierung die strukturellen
Unterschiede zwischen dem Frauen- und Männerfußball in Deutschland
mit der Schaffung der DFB-Akademie abgebaut?
24. Wie bewertet die Bundesregierung den hohen Gender Pay Gap im
Profifußball, und welche Initiativen unternimmt bzw. plant die Bundesregierung
dazu?
Berlin, den 30. Oktober 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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