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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Neue Wege in der Forstpflanzenzüchtung

(insgesamt 12 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Datum

30.12.2019

Aktualisiert

13.06.2023

Deutscher BundestagDrucksache 19/1571106.12.2019

Neue Wege in der Forstpflanzenzüchtung

der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Nicole Bauer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Michael Georg Link, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Hagen Reinhold, Bernd Reuther, Christian Sauter, Judith Skudelny, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Neue Züchtungsmethoden, wie sie bereits in der Nutzpflanzenzüchtung Verwendung finden, bieten auch für die Forstpflanzenzüchtung große Potentiale. Zu den Funktionen einzelner Gene in Bäumen ist nach Ansicht der Fragesteller bisher wenig bekannt. Gleichzeitig ist das Erbgut von Bäumen um ein Vielfaches größer als das von Tieren. Durch die zielgerichtete Identifizierung und Bearbeitung der Genetik wichtiger Baumarten können klimaplastische Zuchtziele besser erreicht werden (www.swr.de/swr2/wissen/wald-fit-machen-gegenklimawandel,article-swr-14998.html).

Die Klimaanpassung unserer Wälder erfordert nach Ansicht der Fragesteller ein schnelles Handeln. Die herkömmliche Auslese von Zuchtmaterial für die Forstpflanzenzüchtung bietet nur langwierige Zuchtfortschritte. Notwendig ist nach Ansicht der Fragesteller die Anerkennung neuer Züchtungstechnologien durch die Bundesregierung auch im Rahmen des klimaplastischen Waldumbaus in Deutschland.

Der § 3 des Forstvermehrungsgutgesetzes (FoVG) lautet: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Bundesministerium) wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates forstliches Vermehrungsgut weiterer Baumarten und künstlicher Hybriden den Vorschriften dieses Gesetzes vollständig oder teilweise zu unterwerfen, soweit dies zur Durchführung von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Union erforderlich ist.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen12

1

Welche Lösungen sieht die Bundesregierung in der Anwendung neuer Züchtungsmethoden im Bereich der Forstpflanzenzüchtung und hinsichtlich der Klimaanpassung unserer heimischen Wälder (bitte die verschiedenen Entwicklungspfade neuer Züchtungsmethoden in diesem Zusammenhang anhand ökologischer, ökonomischer und technischer Kriterien darstellen)?

2

Welche neuen Züchtungsmethoden sind derzeit relevant für die Forstpflanzenzüchtung in Deutschland?

3

Welche neuen Züchtungsmethoden werden zukünftig relevant für die Forstpflanzenzüchtung in Deutschland sein?

4

In welcher Art und Weise beteiligt sich die Bundesregierung an der Erforschung neuer Züchtungsmethoden im Bereich der Forstpflanzenzüchtung?

Welche laufenden Forschungs- und Versuchsprojekte werden von der Bundesregierung unterstützt, um neue Züchtungsmethoden für die Forstpflanzenzüchtung zu erforschen (bitte die Laufzeit und die zugewiesenen Mittel je Forschungs- und Versuchsvorhaben darstellen)?

Welche Projekte wurden in diesem Zusammenhang in den letzten 30 Jahren von der Bundesregierung initiiert (bitte jährlich die Laufzeit und die zugewiesenen Projektmittel je Forschungsvorhaben darstellen)?

Welche Projekte wurden in diesem Zusammenhang in den letzten 30 Jahren von der Bundesregierung gefördert (bitte die Laufzeit und die zugewiesenen Projektmittel je Projekttitel darstellen)?

5

Welche Erkenntnisgewinne im Bereich der Forstpflanzenzüchtung im Hinblick auf sich verändernde Klimabedingungen hat die Bundesregierung aus den letzten 30 Jahren bekommen (bitte die wesentlichen Erkenntniszuwächse der letzten 30 Jahre in Reihenfolge in diesem Zusammenhang darstellen)?

6

Wie engagiert sich die Bundesregierung in europäischen und internationalen Projekten zur Erforschung neuer Züchtungsmethoden in der Forstpflanzenzüchtung?

7

Welche Genome bedeutender Baumarten sind nach Kenntnis der Bundesregierung bisher entschlüsselt?

8

Über welche wissenschaftlichen Kenntnisse zur Anwendung der Genschere CRISPR/Cas9 bei Bäumen verfügt die Bundesregierung bis dato?

9

Welche genetischen Eigenschaften können nach Ansicht der Bundesregierung mit der Genschere CRISPR/Cas9 an Bäumen bearbeitet werden?

10

Inwieweit befürwortet die Bundesregierung den Einsatz der Genschere CRISPR/Cas9 an Bäumen vor dem Hintergrund der Klimastabilität unserer Wälder?

11

Inwieweit befürwortet die Bundesregierung den Erhalt bedeutender Baumarten durch genetisch induzierte Toleranzen, die durch neue Züchtungsmethoden hervorgerufen werden können?

12

Welche Kenntnisse besitzt die Bundesregierung über die Identifizierung bestimmter „Kandidatengene“ in Bäumen, die durch die molekularbiologische Pflanzenforschung effektiver identifiziert werden können und eine gezieltere Kreuzung und gleichzeitig eine schnellere Erreichung des Zuchtziels erlauben?

Berlin, den 6. November 2019

Christian Lindner und Fraktion

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