Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Hopfenanbau
der Abgeordneten Nicole Bauer, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Karlheinz Busen, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Marcel Klinge, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Michael Georg Link, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Hagen Reinhold, Bernd Reuther, Dr. Wieland Schinnenburg, Judith Skudelny, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Durch die anhaltend milden Temperaturen und häufigen Niederschläge leiden die deutschen Hopfenkulturen dieses Jahr vermehrt unter diversen Pilzkrankheiten. Daher erfolgte auch bereits ein Aufruf der Warndienste in mehreren Hopfenanbaugebieten, wie beispielsweise der Hallertau, Pflanzenschutzmittel gegen die Schädlinge einzusetzen, um die Ernte zu retten. Die Bekämpfungsschwellen für den Pilz Peronospora (Pseudoperonospora humuli) waren teilweise um das Dreifache überschritten. Peronospora befällt unter anderem die Dolden, was sie für eine weitere Verwendung nahezu wertlos macht. Infektiöse Strukturen der Pilze überdauern teilweise jahrelang und erschweren eine erfolgreiche Bekämpfung in der Dauerkultur Hopfen (www.canna-de.com/mikroorganismen_im_anbaumedium).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Welche Pflanzenschutzmittel sind nach Kenntnisstand der Bundesregierung zur Bekämpfung von (Pilz-)Krankheiten im Hopfen in Deutschland zugelassen, und wann endet die Zulassung?
Welche Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von (Pilz-)Krankheiten im Hopfen sind nach Kenntnis der Bundesregierung in mindestens einem EU-Mitgliedstaat, nicht jedoch beziehungsweise nicht in Deutschland zugelassen?
Erachtet die Bundesregierung es als Wettbewerbsnachteil für deutsche Hopfenanbauer, dass diese eine stark limitierte Auswahl an moderat wirksamen Pflanzenschutzmitteln einsetzen dürfen, während im europäischen Ausland wesentlich potentere Mittel genutzt werden können (www.syngenta.com/what-we-do/crops-and-products/brands)?
Wird sich die Bundesregierung im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft für eine Überarbeitung des EU-Zulassungsrechts für Pflanzenschutzmittel mit dem Ziel einer Harmonisierung der national unterschiedlichen Zulassungspraktiken einsetzen? Wenn nein, warum nicht?
Plant die Bundesregierung, den Prozess für die Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln zu vereinfachen, sodass eine rechtzeitige und wirksame Bekämpfung der Schadorganismen – beispielsweise Blattlausbefall in Hopfenbeständen – künftig möglich ist? Falls ja, welche konkreten Änderungen an der Zulassungspraxis sind vorgesehen?
Für welche Wirkstoffzulassungen ist Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung in welcher Art und Weise zuständig?
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, die Verticillium-Welke im Bereich des Hopfenanbaus zu bekämpfen?
Welche Forschungsprojekte fördert die Bundesregierung, auch in Zusammenarbeit mit den Ländern, um den Pflanzenschutz im Hopfenanbau weiter zu optimieren sowie umwelt- und bodenschonender zu gestalten (bitte mit Titel, Laufzeit und Fördersumme angeben)?
Welche Prognosen kann die Bundesregierung zu der diesjährigen Hopfenernte im Vergleich zu 2017 und 2018 geben?
Wie schätzt die Bundesregierung die diesjährigen Alphagehalte des Aromahopfens ein?