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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Limitierungen von WLAN im Schienenpersonenfernverkehr

(insgesamt 6 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Datum

08.04.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1771910.03.2020

Limitierung von WLAN im Schienenpersonenfernverkehr

der Abgeordneten Wolfgang Wiehle, Dr. Dirk Spaniel, Matthias Büttner, Leif-Erik Holm, Frank Magnitz, Andreas Mrosek und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Während Bahnfahrten im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) einen Internetzugang nutzen zu können, stellt für viele Reisende einen erheblichen Komfortfaktor dar. Neben der Nutzung von Nachrichtenportalen, Freizeitangeboten, Kommunikation mit Familie und Freunden, oder Verbindungsneuplanungen bei Verspätungen ist es auch möglich, die Zeit der Bahnfahrt für mobiles Arbeiten zu nutzen, wie in der Tipps & Tricks-Rubrik auf bahn.de beworben (https://inside.bahn.de/bahn-rollendes-buero/). Theoretisch haben Fahrgäste die Möglichkeit, das Internet über die Mobilfunk-Datenverbindung zu nutzen, doch nicht jeder verfügt tatsächlich darüber und diese Technik ist weniger zuverlässig als eine WLAN-Verbindung.

Verschiedene Internetanwendungen benötigen unterschiedlich viel Datenvolumen und Down- sowie Upstreamgeschwindigkeit. So benötigt „Google Maps“ 2 bis 3 Megabyte (MB) pro Minute, Youtube in 1080p-Qualität 30 MB pro Minute, Videotelefonie zwischen 6 und 8 MB pro Minute (https://www.pcwelt.de/a/wie-viel-datenvolumen-brauche-ich,3448702). Auch Nachrichtenseiten benötigen heutzutage ein erhebliches Datenvolumen, wie unter anderem auf der Seite https://www.uptrends.de/tools/website-ladezeit-check nachgeprüft werden kann. Von den Fragestellern beispielhaft ausgewählte Nachrichtenseiten zeigen hier ein benötigtes Datenvolumen von 6 bis 10 MB allein pro Aufruf der Startseite der jeweiligen Nachrichtenseite. Nach Ansicht der Fragesteller ist es leicht ersichtlich, dass auch bei eingeschränkter Internetnutzung, unter anderem dem Verzicht auf Videobeiträge, sehr schnell erhebliche Datenmengen anfallen können. Das Datenvolumen steigert sich um ein Vielfaches, wenn Reisende während der Bahnfahrt Videostreamingangebote nutzen wollen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

In welchen Zugarten (ICE, IC, EC) und auf welchen Linien bzw. Linienabschnitten des SPFV bieten nach Kenntnis der Bundesregierung die Unternehmen der Deutschen Bahn (DB) AG WLAN im Zug an bzw. planen die Unternehmen dies für die Zukunft (bitte je nach verfügbaren Daten sinnvoll nach Prozent, Kilometern oder Zügen aufschlüsseln)?

a) Wenn WLAN geplant ist, für welches Jahr ist die Einführung vorgesehen?

b) In welchen Zugarten und auf welchen Linien bzw. Linienabschnitten des SPFV besteht bei der Nutzung von WLAN eine Volumenbegrenzung?

2

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die maximal zur Verfügung stehende Datenübertragungsrate für Download und Upload im SPFV für den gesamten Zug (bitte je nach verfügbaren Daten sinnvoll nach Prozent, Kilometern oder Zügen aufschlüsseln)?

3

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die normalerweise zur Verfügung stehende Datenübertragungsrate für Download und Upload im SPFV für den gesamten Zug (bitte je nach verfügbaren Daten sinnvoll nach Prozent, Kilometern oder Zügen aufschlüsseln)?

4

Wie definiert die Bundesregierung einen leistungsfähigen mobilen Internetzugang im Schienenpersonenfernverkehr (bitte nach den Zugarten des SPFV aufschlüsseln)?

a) Soll es den Fahrgästen ermöglicht werden, während der Fahrt Videostreamingangebote nutzen zu können, und wenn ja, in welcher Qualität?

b) Soll es den Fahrgästen ermöglicht werden, an Videokonferenzen während der Fahrt teilzunehmen?

c) Welche Datenübertragungsraten bei Download und Upload sollen jedem einzelnen Fahrgast bei voll ausgelasteten Zügen ermöglicht werden?

5

Welche Internetgeschwindigkeiten im Down- und Upstream will die Deutsche Bahn AG nach Kenntnis der Bundesregierung ihren Kunden im Schienenpersonenfernverkehr ermöglichen (bitte nach den Zugarten des SPFV aufschlüsseln)?

a) Will die Deutsche Bahn AG den Fahrgästen ermöglichen, während der Fahrt Videostreamingangebote nutzen zu können?

Wenn ja, in welcher Qualität?

b) Will die Deutsche Bahn den Fahrgästen ermöglichen, während der Fahrt an Videokonferenzen teilzunehmen?

c) Welche Datenübertragungsraten bei Download und Upload will die Deutsche Bahn jedem einzelnen Fahrgast bei voll ausgelasteten Zügen ermöglichen?

6

Mit welcher Technik wird die Internetanbindung der Fernverkehrszüge der DB Fernverkehr AG nach Kenntnis der Bundesregierung realisiert (bitte nach den Zugarten des SPFV aufschlüsseln)?

a) Ist ein Umstieg auf eine andere Technik geplant, und wenn ja, auf welche Technik?

b) Wann ist dieser Umstieg geplant?

Berlin, den 5. Februar 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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