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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

CO2-Fußabdruck von Webseiten der Bundesministerien

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Datum

19.05.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1865521.04.2020

CO2-Fußabdruck von Webseiten der Bundesministerien

der Abgeordneten Joana Cotar, Uwe Schulz, Dr. Michael Espendiller und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Nach Angaben eines großen Energieversorgers werden weltweit rund 200 Milliarden Kilowattstunden Strom durch Streaming- und Videokonferenzdienste pro Jahr verbraucht. Dies entspricht dem Stromverbrauch aller privaten Haushalte von Deutschland, Italien und Polen zusammen (https://www.zeit.de/digital/internet/2019-12/klimawandel-stromverbrauch-internet-margrethe-vestager). Da Strom in Deutschland bekanntermaßen nach wie vor nicht CO2-neutral produziert wird, wird auch durch die Nutzung von Streamingdiensten, Videokonferenzen oder sozialen Medien CO2 ausgestoßen. Anders formuliert, jede Nutzung von sozialen Medien oder jeder Aufruf einer Internetseite sorgt für einen CO2-Ausstoß.

Neuesten Studien zufolge soll das Internet für 2 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sein (https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/co2-abdruck-jede-sekunde-googeln-verbraucht-23-baeume). Das Wirtschaftsportal Quartz hat direkt bei der Internetsuchmaschine Google nachgefragt, wo dies nicht bestritten wurde (ebd.). Einer eigenen Einschätzung der Suchmaschine aus dem Jahr 2009 zufolge, kommt Google auf 0,2 Gramm CO2-Emissionen pro Anfrage. Um die CO2-Emissionen, die durch das Aufrufen von Webseiten über die Google-Suchmaschine in nur einer Sekunde entstehen, zu neutralisieren, müsste man im gleichen Zeitraum ungefähr 23 Bäume neu pflanzen (ebd.). Dieses Rechenbeispiel sollte nach Ansicht der Fragesteller vor allem digitalaffinen Klimaschützern vermittelt werden. Dementsprechend hat die Bundesregierung nach Ansicht der Fragesteller hierzu eine besondere Aufklärungspflicht gegenüber Schülerinnen und Schülern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Neben der Aufklärung von Internetnutzerinnen und Internetnutzern ist auch die Optimierung des CO2-Fussabdrucks von Internetseiten der Bundesbehörden nach Ansicht der Fragesteller notwendig. Eingedenk der Politik der Bundesregierung wäre eine Optimierung und somit Einsparung der CO2 Emission der Bundesbehörden ein notwendiger, stringenter und konsequenter Schritt. Das Online-Tool https://www.websitecarbon.com bietet die Überprüfung von Webseiten in Bezug auf deren CO2-Ausstoß an. Für die Webseite https://www.bundestag.de wird über dieses Tool ein CO2-Ausstoß von 1,04 g CO2 pro Aufruf berechnet, was 124,92 kg CO2 pro Jahr bei 10.000 monatlichen Seitenaufrufen entspricht (ebd., zuletzt abgerufen am 28. Februar 2020).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Kann die Bundesregierung Auskunft darüber geben, wie viele Kilowattstunden Energie für den Betrieb der Internetseiten des Bundes (Bundesregierung, Bundesministerien, nachgeordnete Bundesbehörden) pro Jahr verbraucht werden?

2

Wenn ja, wie viel CO2 wird dadurch emittiert?

3

Wenn ja, welcher Anteil am Strom für den Betrieb der Internetseiten des Bundes wird nach Kenntnis der Bundesregierung CO2-neutral produziert?

4

Sind der Bundesregierung die CO2-Emissionen durch Aufrufe der Internetseiten des Bundes (Bundesregierung, Bundesministerien, nachgeordnete Bundesbehörden) bekannt?

Wenn nein, warum nicht?

5

Wurden durch die Bundesregierung bereits Forschungsprojekte gefördert, die CO2-Emissionen durch Website-Aufrufe untersuchen, und wenn nein, warum nicht?

6

Wenn ja, welche Projekte waren das?

7

Welche Erkenntnisse konnten von der Bundesregierung daraus gewonnen werden?

8

Liegen aus den Projekten bereits Handlungsempfehlungen vor, und welche davon wurden bereits umgesetzt?

9

Plant die Bundesregierung in Bezug auf den CO2-Ausstoß durch die Nutzung von Streamingdiensten, Videokonferenzen oder sozialen Medien eine Aufklärungskampagne für Schülerinnen und Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene, und wenn nein, warum nicht?

Berlin, den 9. April 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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