SARS-CoV-2 (COVID-19) und die Krankheit X („Disease X“) der Weltgesundheitsorganisation
der Abgeordneten Detlev Spangenberg, Dr. Robby Schlund, Paul Viktor Podolay, Jörg Schneider, Uwe Witt, Ulrich Oehme, Jürgen Braun, Dr. Heiko Wildberg, Dr. Christian Wirth, Dr. Axel Gehrke und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Deutschland ist einer der größten Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Im Jahr 2017 zahlte Deutschland insgesamt rund 108 Mio. Euro an die Organisation (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/fuer-eine-starke-globale-gesundheitspolitik-450680), die die weltweite Lage von Krankheit und Gesundheit monitort. Gut 63 Mio. Euro zahlte das Bundesministerium für Gesundheit (ebd.). Hiervon waren 26,6 Mio. Euro feste Mitgliedsbeiträge, 35 Mio. Euro freiwillige Beiträge (ebd.). Auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und das Auswärtige Amt beteiligten sich an Maßnahmen der WHO (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/fuer-eine-starke-globale-gesundheitspolitik-450680). Für das Gesetz über den Haushalt 2020 ist eine signifikante Erhöhung der Ausgaben im Einzelplan 15 festgelegt worden (Kapitel 15 05 – Internationales Gesundheitswesen) (https://www.bundeshaushalt.de/fileadmin/de.bundeshaushalt/content_de/dokumente/2020/soll/Epl_Gesamt_mit_HG_und_Vorspann.pdf).
Die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation legt fest, dass ihr Ziel die Verwirklichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus bei allen Menschen ist (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19460131/20140508000 0/0.810.1.pdf, Artikel 1). Ihre Hauptaufgabe ist die Bekämpfung der Erkrankungen, mit besonderem Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten (https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/millennium-development-goals-(mdgs).).
Im Februar 2018 setzte die WHO die sogenannte Krankheit X („Disease X“) (http://origin.who.int/blueprint/priority-diseases/en/) auf die R&D Blueprint-Liste (Forschung und Entwicklung). Diese Liste der WHO zählt die weltweit prioritär und dringend zu erforschenden Erkrankungen, da sie einen weltweiten gesundheitlichen Notstand verursachen können und es keine Impfung und/oder Medikation für diese Krankheiten gibt (ebd.). Auf dieser Liste mit den prioritär zu erforschenden Erkrankungen stehen ebenfalls das MERS und das SARS- Virus (http://origin.who.int/emergencies/diseases/2018prioritization-report.pdf), die wie das aktuelle SARS-CoV-2, zur Familie der Coronaviren gehören.
Disease X (deutsch: Krankheit X) ist ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierter Platzhalter für jeden neuen unbekannten Krankheitserreger, der eine künftige Epidemie oder länderübergreifende Pandemie auslösen kann (ebd.).
Die Fachwelt diskutiert bereits darüber, ob das SARS-CoV-2 und die damit einhergehende Erkrankung COVID-19 die erste Disease X ist, die festgestellt wurde (https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-02-22/coronavirus-may-be-the-disease-x-health-agency-warned-about; https://link.springer.com/article/10.1007/s12250-020-00206-5) und vor der die WHO vor zwei Jahren warnte. Auch laut der Leiterin der virologischen Forschungsabteilung an der Erasmus Universität Rotterdam, Prof. Marion Koopmans, erfüllt die Erkrankung die Definition der Krankheit X (https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-02-22/coronavirus-ay-be-the-disease-x-health-agency-warned-about). Es handelt sich um einen zuvor unbekannten Erreger, der eine Pandemie ausgelöst hat (https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-02/coronavirus-pandemie-infektionskrankheit-verbreitung-epidemiologe/seite-3).
Um schnell auf die Krankheit X reagieren zu können, werden von CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) Institutionen finanziell gefördert, die in solch einer Situation schnell einen Impfstoff entwickeln sollen (https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-02-13/this-oslo-facility-may-be-the-key-to-the-coronavirus-vaccine). CEPI ist eine Allianz der WHO, der Bill & Melinda Gates Stiftung, von Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern. Eine Institution, die von CEPI gefördert wird, ist beispielsweise das Tübinger Unternehmen CureVac (https://www.curevac.com/ ; https://www.curevac.com/de/news/cepi-awards-us-34m-contract-to-curevac-to-advance-the-rna-printer-a-disruptive-transportable-mrna-vaccine-manufacturing-platform-that-can-rapidly-combat-multiple-diseases-1), welches an einem SARS-CoV-2-Impfstoff arbeitet (https://www.curevac.com/news/curevac-focuses-on-the-development-of-mrna-based-coronavirus-vaccine-to-protect-people-worldwide).
Das Ziel der Definition solch einer unbekannten Erkrankung war es, die WHO und die mit ihr zusammenarbeitenden Forschungseinrichtungen, wie z. B. CEPI darauf vorzubereiten (https://cepi.net/research_dev/priority-diseases/), beim Eintreffen dieser Lage dazu zu befähigen, Impfstoffe und Medikamente schnell zu entwickeln und eine zeitnahe pharmazeutische Reaktion zu ermöglichen und zu koordinieren (https://www.telegraph.co.uk/global-health/science-and-disease/must-work-together-prevent-disease-x/).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen12
Welche Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden in Deutschland haben nach Kenntnis der Bundesregierung bis zur Entdeckung des SARS-CoV-2 an der Disease X geforscht?
Welche Ergebnisse haben diese Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden zu dem Thema Disease X nach Kenntnis der Bundesregierung produziert?
Welche Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden in Deutschland forschen nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell am SARS-CoV-2 und COVID-19?
Welche Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden in Deutschland haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung mit möglichen Szenarien beschäftigt, die die Disease X in Deutschland verursachen kann?
Können diese Szenarien auf die aktuelle Situation, die durch das SARS-CoV-2 ausgelöst wurde, nach Kenntnis der Bundesregierung angewandt werden, und wenn ja, in welchem Ausmaß, bzw. wenn nein, warum nicht?
Welche Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden in Deutschland haben nach Kenntnis der Bundesregierung gemäß den Empfehlungen der WHO zu den prioritär zu erforschenden Krankheiten (R&D Blueprint) an den Coronaviren MERS und SARS geforscht?
Welche Ergebnisse haben diese Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden zur pharmakologischen Behandlung und Bekämpfung dieser Krankheiten (SARS und MERS) nach Kenntnis der Bundesregierung produziert?
Ist der Bundesregierung bekannt, welche Forschungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen CEPI in Deutschland unterstützt, und wenn ja, in welcher Form und in welchem Ausmaß geschieht diese Unterstützung?
Welche Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden in Deutschland haben nach Kenntnis der Bundesregierung an den anderen Krankheiten (Krim-Kongo-Fieber, Ebola- und Marburg-Fieber, Lassafieber, Nipah, Rift-Valley-Fieber und Zika) des R&D Blueprints (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) geforscht, die laut der WHO eine Pandemie auslösen können (https://www.who.int/activities/prioritizing-diseases-for-research-and-development-in-emergency-contexts, bitte nach Institution, Krankheit bzw. Erreger und Inhalten der Forschung aufzählen)?
Welche Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden in Deutschland arbeiten nach Kenntnis der Bundesregierung an einem zuverlässigen SARS-CoV-2-Antikörpertest?
Liegen der Bundesregierung Kenntnisse dazu vor, ob der in den USA entwickelte Antikörpertest ELISA (https://www.medrxiv.org/content/10.110 1/2020.03.17.20037713v1) auch in Deutschland zur Verfügung gestellt werden wird (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111226/Erster-Antikoerpertest-fuer-SARS-CoV-2-vorgestellt)?
a) Wenn ja, wann?
b) Wenn nein, warum nicht?
Ist der Bundesregierung bekannt, welche Institutionen die WHO weltweit bei der Entwicklung eines zuverlässigen SARS-CoV-2-Antikörpertests unterstützt, und wenn ja, welche sind dies?
Ist der Bundesregierung bekannt, welche Institutionen die WHO weltweit bei der Entwicklung eines SARS-CoV-2-Impfstoffes unterstützt, und wenn ja, welche sind dies?