Auswirkung der Reduzierung der ausgebrachten Düngemenge in der Landwirtschaft
der Abgeordneten Carina Konrad, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Karlheinz Busen, Nicole Bauer, Dr. Christoph Hoffmann, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Till Mansmann, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Benjamin Strasser, Michael Theurer, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Farm-to-Fork-Strategie für nachhaltige Lebensmittel soll laut EU-Kommission das Herzstück des Europäischen Green Deals sein (https://ec.europa.eu/food/farm2fork_en). Diese Strategie wurde am 20. Mai 2020 verabschiedet.
Die Strategie hat unter anderem das Ziel, den Einsatz von Düngemitteln deutlich zu reduzieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen14
Wie will die Bundesregierung das Ziel erreichen, die Nährstoffverluste um 50 Prozent zu reduzieren?
Wie hoch sind nach Einschätzung der Bundesregierung zum aktuellen Zeitpunkt die Nährstoffverluste auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland?
Welche Maßnahmen will die Bundesregierung ergreifen, um die Reduzierung der Düngemittel um 20 Prozent in Deutschland durchzusetzen?
a) Rechnet die Bundesregierung durch Umsetzung der Maßnahmen mit Ertragseinbußen in der Landwirtschaft?
b) Wenn ja, wie beziffert die Bundesregierung diese (bitte Weizen, Gerste Roggen, Triticale, Zuckerrüben, Raps, Mais auflisten)?
c) Wenn ja, wie sollen die Landwirte für diese Einbußen entschädigt werden?
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die ausgebrachte Menge an Düngemitteln pro Hektar (ha) in Deutschland und den europäischen Mitgliedstaaten für die Pflanzennährstoffe N, P und K (bitte Gesamtnährstoffe/ha organisch und mineralisch tabellarisch auflisten)?
Wie bewertet die Bundesregierung die ausgebrachte Düngemenge auf dieser Datengrundlage für Deutschland?
Welche Maßnahmen zur Reduktion von Düngemitteln sind nach Ansicht der Bundesregierung im Rahmen der Düngeverordnung (DüV) bereits ergriffen worden?
Im Gegensatz zur Ausbringmenge lässt sich der Nährstoffbedarf der Pflanzen nicht verändern. Hält die Bundesregierung vor diesem Hintergrund die Reduktion der Düngemenge auf 20 Prozent unter Pflanzenbedarf in den sogenannten roten Gebieten für zielführend?
Rechnet die Bundesregierung im Rahmen der Umsetzung der DüV mit Mindererträgen in den sogenannten roten Gebieten (bitte Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Zuckerrüben, Raps und Mais auflisten)?
Werden die Landwirte in den sogenannten roten Gebieten nach Einschätzung der Bundesregierung ihre Anbauplanungen verändern?
Wenn ja, mit welchen Veränderungen ist dabei zu rechnen?
Wie schätzt die Bundesregierung die Auswirkungen von Gewässerrandstreifen mit Blick auf Nährstoffeinträge in Gewässern ein (bitte für N und P im Vergleich aktuell und Erwartungen durch Einrichtung der Schutzstreifen angeben)?
Plant die Bundesregierung, Maßnahmen zur kostenfreien Bereitstellung von Geo- und Wetterdaten zu ergreifen, um Landwirten die Entscheidung für den Zeitpunkt der Ausbringung von Düngemitteln zu erleichtern und somit Ausbringverluste zu reduzieren, und wenn ja, welche?
Wie bewertet die Bundesregierung den Einsatz von moderner Ausbringtechnik, um Düngemittel zielgenauer und verlustärmer ausbringen zu können?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung zur flächendeckenden Anerkennung von NIRS-Sensoren (NIRS = Nahinfraspektroskopie) ergriffen?
Hält die Bundesregierung den Einsatz von NIRS-Sensoren für ein geeignetes Instrument zur verlustärmeren Ausbringung?