Unterstützung für Zirkusbetreiber und ihre Zirkustiere während des Lockdowns
der Abgeordneten Stephan Protschka, Berengar Elsner von Gronow, Peter Felser, Franziska Gminder, Wilhelm von Gottberg, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat bereits in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen ergriffen, um den Tierschutz bei Zirkustieren zu verbessern (vgl. https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/234-verbot-wildtiere-zirkus.html). Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen der Bundesregierung stellen die Zirkusbetreiber auf eine harte Probe: Keine Zuschauer, keine Einnahmen, aber weiterhin hungrige, geliebte Tiere, die sich nach dem Beifall der Zuschauer sehnen (vgl. https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/nichts-los-in-der-manege-das-harte-zirkusleben-in-coronazeiten,Rwzdmao, https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/wie-der-zirkus-krone-die-corona-krise-uebersteht-16886883.html). Zirkusbetreiber bitten daher um Hilfe auch in Form von Futterspenden, da die Kosten für Futter für die Zirkustiere im Monat im fünfstelligen Bereich liegen können (vgl. https://www.berliner-zeitung.de/news/mit-karotten-gefuettert-hungriges-zirkus-kamel-beisst-frau-in-klinik-li.119219, https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/wie-der-zirkus-krone-die-corona-krise-uebersteht-16886883.html).
Weitere Schlagzeilen wie die in Österreich, dass ein Kamel, von einem um Hilfe auch in Form von Futterspenden bittenden Zirkusbetreiber, vor Hunger eine Frau krankenhausreif beißt, müssen nach Auffassung der Fragesteller verhindert werden (vgl. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/wie-der-zirkus-krone-die-corona-krise-uebersteht-16886883.html).
Das Staatsziel Tierschutz bleibt auch in Zeiten der Lockdown-Krise bestehen, daher muss aus Sicht der Fragesteller die Bundesregierung Zirkusunternehmen mit geeigneten Maßnahmen unterstützen (vgl. https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tierschutz/staatsziel-tierschutz.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Wie viele Zirkusse mussten nach Kenntnis der Bundesregierung in diesem Jahr in welchen Zeiträumen aufgrund der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung ihren Betrieb einstellen (bitte nach Zirkusunternehmen auflisten)?
Hat die Bundesregierung die Zirkusunternehmen während der Corona-Maßnahmen finanziell unterstützt, und wenn ja, in welchem Zeitraum, und wie viele Gelder sind geflossen?
Plant die Bundesregierung Maßnahmen, um Zirkusunternehmen während der Corona-Pandemie, aber auch nach der Pandemie bei noch fehlendem Publikum, zu unterstützen, und wenn ja, welche?
Werden nach Kenntnis der Bundesregierung Zirkusse in der Weihnachtszeit, deren Haupteinnahmezeit, geöffnet haben dürfen, und wenn ja, in welchem Umfang bzw. mit welchen Maßnahmen (vgl. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/wie-der-zirkus-krone-die-corona-krise-uebersteht-16886883.html)?
Ist der Bundesregierung bekannt, ob die Hilferufe nach Spenden auch in Form von Futterspenden von Zirkusunternehmen effektiv und ausreichend waren bzw. sind, um die Zirkustiere ausreichend versorgen zu können, oder wie der derzeitige Stand der Stimmung bei den Zirkusbetreibern ist (vgl. https://www.azonline.de/Muensterland/4175892-Coronakrise-Schaustellerfamilie-Traenkler-bittet-um-Futterspenden-fuer-die-Zirkustiere; wenn ja, bitte ausführen)?
Plant die Bundesregierung, eine Plattform zu errichten oder eine Kampagne zu starten, in der Zirkusunternehmen um Hilfe in Form von Futterspenden bitten können, sodass interessierte Bürger in der Umgebung die Zirkusse einfacher unterstützen können?
Wie viele Zirkusunternehmen haben nach Kenntnis der Bundesregierung in Zeiten der Corona-Pandemie Insolvenz angemeldet, und was wird hierbei aus den Zirkustieren?
Welche Auswirkungen kann es nach Kenntnis der Bundesregierung haben, wenn Zirkustiere über längere Zeiträume nicht vor Publikum und dem damit verbundenen Applaus auftreten dürfen?