Sichtbarmachung des historischen Bodenmosaiks am Freiheits- und Einheitsdenkmal
der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Renata Alt, Jens Beeck, Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Dr. Martin Neumann, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Stephan Thomae, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Am 28. Mai 2020 wurde der Spatenstich für das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin vollzogen. In der Zwischenzeit wurde bekannt, dass das mehrere Hundert Quadratmeter große historische Bodenmosaik des von 1895 bis 1897 errichteten Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals an der Schlossfreiheit nicht wieder an seinem ursprünglichen Ort verlegt werden soll (https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/symbol-der-monarchie-sind-ein-altes-mosaik-und-die-einheitswippe-unvereinbar-li.131908?pid=true).
Das Bodenmosaik, welches in den Jahren 2014 bis 2017 freigelegt, gereinigt und zur Restaurierung ausgelagert wurde, ist eines der letzten wenigen erhaltenen Originale des gesamten Schlossbezirks. Der Deutsche Bundestag hatte in mehreren Beschlüssen den Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmal auf der sogenannten Schlossfreiheit beschlossen. Die Entfernung des historischen Mosaiks war jedoch nie Teil eines dieser parlamentarischen Beschlüsse.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Wann genau hat sich die Bundesregierung dazu entschieden, das historische Bodenmosaik auf der Schlossfreiheit nicht am historischen Bauplatz zu erhalten?
Warum hat sich die Bundesregierung, obwohl sich das Land Berlin für eine Sichtbarmachung des historischen Bodenmosaiks an seinem Originalplatz oder an anderer prominenter Stelle in unmittelbarer Nähe des Humboldt Forums starkgemacht hat, für die dauerhafte Beseitigung des Mosaiks entschieden (https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/symbol-der-monarchie-sind-ein-altes-mosaik-und-die-einheitswippe-unvereinbar-li.131908?pid=true)?
Wenn die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters in einer Stellungnahme die Wiedererrichtung des Mosaiks mit dem Hinweis ablehnt, das darauf abgebildete kaiserliche Monogramm sowie die Kaiserkrone seien eine Huldigung des Kaiserhauses der Hohenzollern und somit unvereinbar mit dem Projekt Freiheits- und Einheitsdenkmal, wie begründet sie dann die Wiedererrichtung der goldenen Kuppel samt Kreuz und Reichsapfel auf dem Humboldt Forum?
Ist dieses Kuppelensemble nicht ebenso eine Machtgeste des preußischen Königs, ein Ausdruck seines Selbstverständnisses als König von Gottes Gnaden und somit eine Huldigung des Kaiserhauses der Hohenzollern?
Ist das prominent über dem zukünftigen Freiheits- und Einheitsdenkmal thronende Kuppelensemble, analog zur Stellungnahme bezüglich des Bodenmosaiks, demnach auch unvereinbar mit dem Projekt Freiheits- und Einheitsdenkmal?
Gedenkt die Bundesregierung daher, das Kreuz, den Reichsapfel sowie den unter dem Kranzgesims angebrachten Spruch – „Es ist in keinem anderen Heil, es ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn der Name Jesu, zu Ehren des Vaters, dass im Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind“ – wieder zu entfernen, um einen inhaltlichen Konflikt mit dem Konzept des Freiheits- und Einheitsdenkmals zu vermeiden (https://www.fdpbt.de/sites/default/files/2020-07/Kuppel1.pdf)?
Wo gedenkt die Bundesregierung, das historische Bodenmosaik in Zukunft für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen?
Wann kann mit der Ausstellung des Bodenmosaiks gerechnet werden?