Museum des 20. Jahrhunderts und Nachhaltigkeit
der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Markus Herbrand, Dr. Gero Clemens Hocker, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Pascal Kober, Dr. Lukas Köhler, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Dr. Martin Neumann, Frank Schäffler, Dr. Wieland Schinnenburg, Frank Sitta, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Das Museum des 20. Jahrhundert unterlag bei Überführung vom Entwurf in die Planung einer Kostensteigerung von ca. 75 Prozent: Statt 200 Mio. Euro werden nun ca. 354 Mio. Euro veranschlagt. Gründe für die Kostensteigerungen sind ein Flächenzuwachs sowie eine aufwendige Klimatechnik. Laut Presseberichten stellte der Bundesrechnungshof nun heraus, dass auch die Betriebskosten recht hoch sein werden (https://www.zeit.de/2021/14/museum-20-jahrhundert-berlin-klimaschutz-kostenrahmen). Dies liegt vor allem an der von den Architekten aufwendigen Klimatisierung. Vor allem das offene Raumkonzept wird kritisiert: Zwei sich kreuzende Boulevards sollen das Museum durchziehen, Ausstellungsräume sollen ohne Wände und Türen in diese übergehen. Dies zwingt dazu, beides aufwendig zu klimatisieren, denn für die Kunstobjekte muss ein gleichbleibendes Klima in den Ausstellungsräumen gewährleistet werden. Zudem beansprucht die Technik, die diese Offenheit möglich macht, ihrerseits erheblichen Raum (https://www.sueddeutsche.de/kultur/berlin-museum-der-moderne-bundesrechnungshof-herzog-de-meuron-1.5225067).
Laut Presseberichten wird der Neubau pro Quadratmeter und Jahr 450 Kilowattstunden Energie verbrauchen, d. h. viermal so viel wie das Alte Museum am Berliner Lustgarten (https://www.zeit.de/2021/14/museum-20-jahrhundert-berlin-klimaschutz-kostenrahmen).
Nach Ansicht der Fragesteller hat der Bund auf Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Bauweise zu achten.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Wie wird nach Kenntnis der Bundesregierung die Wirtschaftlichkeit des Bauens beim Museum des 20. Jahrhunderts umgesetzt?
Sieht die Bundesregierung den Antrag der Koalition der Fraktionen der CDU/CSU und SPD „Innovativ, zukunftssicher und nachhaltig – Vorbild Bund – Das Bauen von Morgen heute fördern“ (Bundestagsdrucksache 19/20618) bei dem Neubauvorhaben Museum des 20. Jahrhunderts in die Tat umgesetzt?
Wenn ja, inwiefern sieht sie insbesondere die Forderungen unter Nummer II.1 erfüllt, bei allen Bauvorhaben des Bundes nachhaltig, innovativ und wirtschaftlich zu bauen?
Wenn nein, warum nicht, und wie will die Bundesregierung dem entgegenwirken?
Teilt die Bundesregierung die Ansicht der Fragesteller, dass der Bund eine Vorbildfunktion beim Bauen hat?
Ist nach Informationen der Bundesregierung beabsichtigt, die nach Presseberichten (https://www.zeit.de/2021/14/museum-20-jahrhundert-berlin-klimaschutz-kostenrahmen) vom Bundesrechnungshof eingeforderten Änderungen umzusetzen?
Wenn ja, welche wirtschaftlich vertretbaren Möglichkeiten wird die Bundesregierung wahrnehmen, um den Museumsneubau nachhaltiger zu gestalten?
In welchem Zeitrahmen werden diese verwirklicht?
Welche Kosten- und Energieeinsparungen können damit realisiert werden?
Wenn nein, warum nicht, und wie begründet die Bundesregierung, diese Hinweise nicht zu berücksichtigen?
Wie positioniert sich die Bundesregierung hinsichtlich der laut Presseberichten bekannt gewordenen Kritik des Bundesrechnungshofes, dass die Senkung des CO2-Ausstoßes mit kleinen Änderungen möglich sei (https://www.tagesspiegel.de/berlin/im-berliner-kulturforum-bau-von-neuem-museum-wird-150-millionen-euro-teurer-und-schadet-dem-klima/26975130.html)?
Was hält die Bundesregierung von dem Vorschlag, die Eingänge zu den Ausstellungsräumen mindestens außerhalb der Besuchszeiten verschlossen zu halten und Glastüren einzusetzen?
Was spricht für die Bundesregierung gegen die Glastüren?
Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung das laut Medienberichten angekündigte Expertengutachten zum Klimakonzept und zu seiner Praxistauglichkeit vorliegen (https://www.tagesspiegel.de/berlin/im-berliner-kulturforum-bau-von-neuem-museum-wird-150-millionen-euro-teurer-und-schadet-dem-klima/26975130.html)?
Wann und auf welchem Weg wird die Bundesregierung dies veröffentlichen?
Welche konkreten baulichen Umsetzungsvorschläge zur Anpassung des Heiz-, Kühl- und Lüftungskonzeptes werden derzeit von der Bundesregierung erarbeitet (https://www.tagesspiegel.de/berlin/im-berliner-kulturforum-bau-von-neuem-museum-wird-150-millionen-euro-teurer-und-schadet-dem-klima/26975130.html)?