Ökonomische und ökologische Landwirtschaft durch moderne Technologien
der Abgeordneten Nicole Bauer, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Karlheinz Busen, Dr. Christoph Hoffmann, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Pascal Kober, Dr. Lukas Köhler, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Till Mansmann, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Frank Schäffler, Dr. Wieland Schinnenburg, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Linda Teuteberg, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Anforderungen an die Landwirtschaft im Hinblick auf den Schutz von Boden, Flora und Fauna steigen. Ursache hierfür sind nicht nur die zunehmenden gesellschaftlichen Erwartungen. Vielmehr liegt es im ureigenen Interesse der Landwirtschaft selbst, die Bodenfruchtbarkeit ebenso wie im natürlichen Gleichgewicht stehende Ökosysteme zu erhalten und zu fördern, um so langfristig die Erträge zu sichern und resilienter gegenüber Herausforderungen wie dem Klimawandel zu werden.
Aus Sicht der Fragestellerinnen und Fragesteller ist es hier wenig hilfreich, den Handlungsspielraum der Landwirte durch immer neue Verbote weiter einzuschränken. Vielmehr sind innovative Lösungsansätze gefragt, die es ermöglichen, Ökonomie und Ökologie zu vereinen, statt gegeneinander auszuspielen.
Eine solche vielversprechende Technologie sehen die Fragestellerinnen und Fragesteller in einer neuartigen Pflug-Sä-Kombination (Süß, Helmut: Der erste Pflug, der säen kann, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 21. März 2019, https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/landtechnik/erste-pflug-saeen-552586, letzter Aufruf: 2. März 2021, 8.30 Uhr).
Diese ermöglicht es zum einen, Zwischenfrüchte, statt wie sonst üblich mit zweistufiger Bodenbearbeitung und anschließender Aussaat, in nur einem Arbeitsgang zu etablieren. Denn mit dem neuen Gerät wird das Saatgut direkt beim Pflügen ausgebracht. Dadurch ist nur eine Überfahrt notwendig, was Arbeitszeit, Kraftstoffverbrauch, Bodenbelastung und Wasserverdunstung reduziert. Außerdem bleibt die raue Scholle erhalten, was Vorteile wie eine geringere Bodenerosion, die Vermeidung der Bodenverschlämmung, eine bessere Frostgare sowie eine schnellere Bodenabtrocknung mit sich bringt.
Zum anderen ermöglicht das System dank zwei getrennter Saatguttanks die Saatgutablage in zwei unterschiedlichen Tiefen. So können die Anforderungen der verschiedenen Komponenten einer Zwischenfruchtmischung an die Saattiefe optimal erfüllt werden, was ein zügiges Auflaufen sowie die damit einhergehende schnellere Bodenbedeckung und stärkere Unkrautunterdrückung fördert.
Alles in allem handelt es sich also um ein sehr praxistaugliches Verfahren, mit dem bodenschonend und zugleich wirtschaftlich Zwischenfruchtmischungen etabliert werden können, die von großer ökologischer Bedeutung sind.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Plant die Bundesregierung, die Pflug-Sä-Kombination, also Geräte, mit denen in nur einem Arbeitsgang gepflügt und gleichzeitig eine Zwischenfrucht-Mischung gesät werden kann (vgl. Süß, Helmut: Der erste Pflug, der säen kann, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 21. März 2019, https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/landtechnik/erste-pflug-saeen-552586, letzter Aufruf: 2. März 2021, 8.30 Uhr), zu fördern, und wenn ja, in welchem Umfang?
Welche anderen bereits praxisreifen innovativen Technologien für den Ackerbau sind der Bundesregierung bekannt, mit denen sich ökonomische und ökologische Vorteile vereinen lassen?
Wie sehen in den Augen der Bundesregierung nachhaltige Bodenbearbeitungs- und Saattechniken der Zukunft aus, mit denen gleichzeitig die Böden geschützt und auf wirtschaftliche Weise sichere Erträge erzielt werden können?
Welche Projekte zur Entwicklung innovativer und zugleich umweltschonender Verfahren für den Ackerbau fördert die Bundesregierung (bitte mit jeweiligem finanziellem Umfang der Förderung aufschlüsseln)?
Plant die Bundesregierung, den Einsatz von besonders bodenschonenden und umweltverträglichen Geräten für den Pflanzenbau zu fördern?