Höhenflug der Holzpreise und deren Auswirkungen auf das holzverarbeitende Gewerbe
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Nicole Bauer, Dr. Christoph Hoffmann, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Till Mansmann, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Christian Sauter, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Holzpreise steigen so stark wie nie, denn neben einem hohen inländischen Niveau an Bauaufträgen sorgt auch die hohe Nachfrage aus den USA und China für einen erhöhten Bedarf an Holz (https://zimmerer-treff.com/blog/detail/1339/holzpreise-steigen-weiter%3A-das-sind-die-ursachen). Gleichzeitig sorgt die Bundesregierung mit kürzlich erlassenen Beschränkungen des ordentlichen Holzeinschlags, die ihrem Grunde nach vor einem zu starken Preisverfall schützen sollen, für eine weitere Verknappung des Rohstoffs (https://www.agraheute.com/management/finanzen/agrarministerium-will-fichteneinschlag-gesetzlich-begrenzen-576839). Auf dem deutschen Markt führt diese Angebotsbeschränkung bei gleichzeitig starker Nachfrage zu enorm hohen Holzpreisen (https://sextro-holzbau.de/2021/04/02/nachhaltiges-bauen-wenn-holzpreise-steigen/), auf den Baustellen kommt es inzwischen zu massivem Materialmangel, es droht der Baustopp (https://industriemagazin.at/a/auf-baustellen-wird-stahl-und-holz-knapp).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Nachfrage nach Holz in Deutschland in den vergangenen Jahren von 2016 bis 2021 entwickelt? Welche Auswirkungen haben nach Kenntnis der Bundesregierung die Corona-Krise und die damit verbundenen Konjunkturprogramme auf die Nachfrage am Markt für Holz als Baustoff?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Exportmarkt für Holz in den letzten fünf Jahren entwickelt (bitte für die Jahre von 2016 bis 2021 nach importierenden Ländern aufschlüsseln)?
a) Welche Maßnahmen werden seitens der Bundesregierung ergriffen, um die Rohstoffverfügbarkeit von Holz für die deutsche Wirtschaft sicherzustellen?
b) Wie wird die Bundesregierung im Hinblick auf den klimabedingten Umbau des deutschen Waldes sicherstellen, dass dem Binnenmarkt auch in Zukunft Nadelrundholz in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht?
c) Wie beurteilt die Bundesregierung die Möglichkeit und Wirksamkeit von Exportbeschränkungen für Schnittholz?
d) Inwiefern werden Maßnahmen im Rahmen erhöhter Einschläge im Staatswald ergriffen, um die derzeitig hohe Nachfrage nach Holz zu bedienen und so die Versorgung sicherzustellen?
Welche Auswirkungen hat die Beschränkung des ordentlichen Fichteneinschlags auf 85 Prozent durch die Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichgesetzes (ForstSchAusglG) und durch den Erlass der Verordnung über die Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlags in dem Forstwirtschaftsjahr 2021 (HolzEinschlBeschrV2021) auf das hohe Niveau des Holzpreises nach Kenntnis der Bundesregierung?
a) Geht die Bundesregierung davon aus, dass die exportgetriebene rasante Erhöhung von Preis und Nachfrage bald wieder auf ein dem vorigen Zustand ähnliches Niveau zurückkehrt, oder rechnet sie mit länger anhaltenden globalen Marktverwerfungen?
b) Wie beurteilt die Bundesregierung die Einschlagsbeschränkung von Fichten vor dem Hintergrund der derzeit starken Nachfrage nach deutschem Fichtenholz und der dadurch entstehenden Verknappung des Angebotes auf dem Rohstoffmarkt für Holz als Baustoff?
c) Wie beurteilt die Bundesregierung die Wirksamkeit der jetzigen Aktivierung des ForstSchAusglG auf eine marktausgleichende Wirkung auch vor dem Hintergrund der Antwort zu Frage 13 auf Bundestagsdrucksache 19/9580, nach der die Bundesregierung selbst infrage stellt, ob die Anwendung des ForstSchAusglG zielführend sei?
d) Inwiefern können nach Kenntnis der Bundesregierung steuerliche Erleichterungen bei außerplanmäßigen Holzeinschlägen infolge höherer Gewalt nach § 4, § 4a und § 5 ForstSchAusglG unabhängig von der Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlages nach § 1 ForstSchAusglG zum Forstschädenausgleich beitragen?
Welche Maßnahmen können nach Kenntnis der Bundesregierung ergriffen werden, um die Qualität von Schadholz zu verbessern?
a) Durch welche Maßnahmen kann nach Kenntnis der Bundesregierung die Lagerung von Schadholz verbessert werden?
b) Welche Maßnahmen sind seitens der Bundesregierung in den vergangenen Jahren (seit 2017) ergriffen worden, um das kurzfristige Einrichten von Lagerstätten für Schadholz zu fördern, und wie beurteilt die Bundesregierung die Umsetzung der kurzfristigen Einrichtung von Lagerstätten in den vergangenen Jahren?
c) Welche Maßnahmen sind seitens der Bundesregierung ergriffen worden, um die schnellstmögliche Räumung des vom Borkenkäfer befallenen Schadholzes aus dem Wald zu unterstützen?
d) Welche Daten liegen der Bundesregierung bezüglich der Kostenstrukturen im Zusammenhang mit dem Räumen von Schadholz aus dem Wald vor?