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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Abbruchquoten beim Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz

(insgesamt 9 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

12.08.2021

Aktualisiert

22.09.2023

Deutscher BundestagDrucksache 19/3182529.07.2021

Abbruchquoten beim Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz

der Abgeordneten Tobias Pflüger, Andrej Hunko, Christine Buchholz, Heike Hänsel und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Zum 1. April 2021 startete das neue Projekt „Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“. Ziel war eine Aufstockung der Reserve sowie eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr durch das Erschließen einer neuen Zielgruppe (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-06/heimatschutz-bundeswehr-freiwillige-programm-abbruch). Die Freiwilligen müssen nach einer siebenmonatigen militärischen Ausbildung für einen Zeitraum von sechs Jahren für Übungen und Einsätze im Inland („Heimatschutz“) bereitstehen, bis insgesamt weitere fünf Monate Dienst geleistet wurden. Der Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz wird unter dem Slogan „Dein Jahr für Deutschland“ beworben (https://www.bundeswehrkarriere.de/fwdl-heimatschutz/665830). Nach Ansicht der Fragestellenden wird durch diese Art der Darstellung auch eine rechte Zielgruppe angesprochen.

Mit Stand vom 2. Juni 2021 haben 63 freiwillig Wehrdienstleistende im Heimatschutz den Dienst abgebrochen, 235 setzen ihren Dienst weiterhin fort (Antwort auf die Schriftliche Frage 5/117 des Abgeordneten Tobias Pflüger auf Bundestagsdrucksache 19/30613). Dies entspricht einer Abbruchquote von 21 Prozent. Insbesondere nach gerade einmal zwei Monaten stellt dies nach Ansicht der Fragestellenden eine äußerst hohe Abbruchquote dar, die auf eine romantisierte und dadurch verzerrte Darstellung des militärischen Alltags in der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr zurückzuführen sein könnte.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Wie vielen Freiwilligen wurde für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz zum Stichtag 1. April 2021 eine Zusage erteilt, und wie viele haben davon ihren Dienst auch tatsächlich begonnen (bitte nach Geschlecht und Minderjährigkeit bzw. Volljährigkeit aufschlüsseln)?

2

Wie vielen weiteren Freiwilligen wurde für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz zum Stichtag 1. Juli 2021 eine Zusage erteilt, und wie viele davon haben ihren Dienst auch tatsächlich begonnen (bitte nach Geschlecht und Minderjährigkeit bzw. Volljährigkeit aufschlüsseln)?

3

Wie viele Rekrutinnen und Rekruten hatten sich zum Stichtag 1. April und 1. Juli 2021 jeweils beworben (bitte nach Geschlecht und Minderjährigkeit bzw. Volljährigkeit aufschlüsseln)?

4

Wie viele Freiwillige haben zum Stichtag 30. Juni 2021 den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz abgebrochen (bitte nach Geschlecht und Minderjährigkeit bzw. Volljährigkeit aufschlüsseln)?

5

Wie viele Freiwillige haben den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz aktuell abgebrochen (bitte nach Geschlecht und Minderjährigkeit bzw. Volljährigkeit und Beginn ihres Dienstes aufschlüsseln)?

6

Wie viele Freiwillige führen ihren Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz aktuell fort?

7

Wie viele Ausbildungstage entfallen in der Ausbildung im Rahmen des Freiwilligen Wehrdiensts im Heimatschutz auf welche jeweiligen Inhalte?

8

Ab dem wie vielten Tag der Ausbildung haben die Freiwilligen üblicherweise Zugang zu Waffen und Munition?

9

Kam es bislang zu Unregelmäßigkeiten oder Verlusten von Waffen oder Munition im Zusammenhang mit dem Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz, und wenn ja, inwiefern (gegebenenfalls bitte nach Typ, Menge, Ort und Datum des Verlusts aufschlüsseln)?

Berlin, den 21. Juli 2021

Amira Mohamed Ali, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion

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